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Babyzimmer einrichten: So vermeiden Sie mögliche Gefahren

Magazin März 2022: Wie die Kosmetikindustrie unsere Falten wegzaubern will | Autor: Frank Schuster | Kategorie: Kinder und Familie | 12.03.2022

Babyzimmer einrichten: ÖKO-TEST gibt Tipps.
Foto: united photo studio/Shutterstock

Ob scharfe Kanten, Klemmstellen oder verschluckbare Kleinteile: Bei der Zimmereinrichtung für das Baby oder Kleinkind heißt es, Unfallrisiken auszuschließen. Mit diesen Tipps bekommen Eltern die häufigsten Gefahrenquellen in den Griff.

Kinderbetten, Schlafsäcke, Wickeltisch und Co.: Überall im Kinderzimmer lauern potentielle Gefahren. Wir erklären, was Sie beim Einrichten beachten sollten. 

Babyzimmer einrichten: Worauf Sie achten sollten 

Kinderbetten 

Kinderbetten müssen besonders stabil sein. Die Elemente sollten nicht nur robust, sondern auch splitterfrei sein. Zu empfehlen sind Holz oder Metall und nicht Spanoder Faserplatten. Rohrenden von Verstrebungen sollten verschlossen sein, damit das Kind sich nicht die Finger einklemmt. Für Babys eignen sich Beistellbetten, die aber fest am Elternbett montiert sein müssen.

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Bettgitter 

Bettgitter bewahren Kinder vor einem Sturz aus dem Bett. Der Abstand zwischen Matratzenunterkante und oberer Gitterkante sollte mindestens 60 Zentimeter betragen, damit das Kind nicht schon im frühsten Alter darüber klettern kann und womöglich stürzt.

Der Abstand zwischen den einzelnen Gitterstäben sollte laut entsprechender Norm zwischen 4,5 und 6,5 Zentimetern liegen, damit das Baby nicht seinen Kopf hindurchstecken und womöglich hängen bleiben oder sich ganz hindurchzwängen kann.

Babyzimmer einrichten: Die Gitterstäbe eines Bettgitters sollten eng beieinander liegen.
Babyzimmer einrichten: Die Gitterstäbe eines Bettgitters sollten eng beieinander liegen. (Foto: Ekaterina Pokrovsky/Shutterstock)

Decken, Kissen & Co. gehören nicht ins Babybett 

Hochbetten

Hochbetten sind erst ab sechs Jahren zu empfehlen. Kleinkinder können abstürzen, weil sie noch zu wenig Koordinationsvermögen besitzen. Etagen- und Hochbetten sollten der gültigen Norm DIN EN 747 entsprechen. Ein entsprechender Hinweis ist in der Gebrauchsanweisung oder direkt am Bett zu finden. Gestelle und Leitern sollten fest verankert sein und das Bett über eine hohe Umrandung verfügen.

Babyschlafsäcke

Babyschlafsäcke sind die beste Art, ein Baby schlafen zu legen. Darin droht ihm keine Überhitzung. Der Babyschlafsack sollte einen Reißverschluss besitzen, der von oben nach unten schließt oder oben abgedeckt ist, damit das Baby sich daran nicht verletzen kann. Es sollte etwa ein Finger eines Erwachsenen zwischen den Halsausschnitt und den Hals des Babys passen – so besteht keine Durchrutschgefahr und das Kleine hat dennoch bequem Platz.

Decken, Kissen, Deko-Kissen, Betthimmel, Tücher oder Moskitonetze haben an und im Babybett nichts verloren. Es besteht Erstickungsgefahr, wenn das Kleine sich die Stoffe übers Gesicht zieht oder sich darin verheddert.

Laufställe 

Laufställe schützen ein Krabbelkind, während die Eltern Hausarbeiten verrichten. Nachteile sind, dass das Kind eingesperrt und in seinem Bewegungsdrang gehemmt ist. Manche Kinder schreien, sobald sie in den Laufstall kommen. Kinder sollten, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit hinein.

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Spitze Ecken mit Kantenschutz absichern 

Wickeltisch 

Beim Wickeln das Kind nie allein auf dem Wickeltisch liegen lassen. Eine Hand gehört immer ans Kind. Wird man beim Wickeln unterbrochen, das Kind mitnehmen oder auf den Boden legen. Der Wickeltisch sollte hochgezogene Ränder haben, damit das Kind nicht hinunterrollen kann.

Kindermöbel 

Kindermöbel müssen stabil, funktional und kippsicher sein. Abgerundete Ecken und Kanten, keine Spalten und Zwischenräume sowie Schadstofffreiheit sind Voraussetzung. Haben Tische, Stühle oder andere Möbelstücke scharfe Kanten oder spitze Ecken, kann sie ein Kantenschutz absichern.

Schränke laden zum Versteckspielen ein. Kunststoffriegel am Schrankkorpus oder an Türen und Schubladen machen Kleinkindern das Öffnen unmöglich. Regale sollten an der Wand befestigt sein, damit sie nicht umkippen können.

Vorsicht bei Nachttisch- und Stehlampen 

Elektrik

Steckdosensicherungen bieten Schutz gegen Stromschläge. Man kann Steckdosen mit integriertem Schutz einbauen lassen oder man rüstet nach mit Einsätzen, die dauerhaft in der Steckdose bleiben oder die Erwachsene herausnehmen können, wenn sie sie nutzen wollen.

Kabel, die lose herumliegen, bergen Unfallgefahren. Lange Kabel möglichst kurz abbinden, damit sie nicht zur Verletzungsgefahr werden, und hinter einem Schrank entlang verlegen, damit das Kind sie nicht erreichen kann.

Lampen

Nachttischlampen können leicht umgestoßen werden. Leuchten, die Spielzeug ähneln, gehören nicht in Kinderhände. Sie gelangen möglicherweise als Spielkamerad mit im Bett. Zimmerbrände können die gefährliche Folge sein. Stehlampen gehören erst gar nicht ins Kinderzimmer, sie können leicht umgestoßen werden.  

Babyzimmer einrichten: Teppichböden haben Vorteile 

Heizkörper 

Heizkörper kann man mit speziellen hitzeresistenten Polstern sichern, damit Kinder sich nicht an scharfen Kanten verletzten. Insbesondere an alten Modellen mit Rippen können sich Kinder weh tun.

Teppiche

Ein weicher Teppich vor dem Bett kann bei einem Sturz wenigstens das Schlimmste verhindern. Teppichböden geben Kinderfüßen festeren Halt als ein glatter Boden.  

Erstickungsgefahr: Kleinteile konsequent wegräumen 

Spielzeug

Kleinteile werden für Babys und Kleinkinder oft zur Gefahr. Die Kleinen stecken alles in den Mund, um es zu erforschen. Ersticken an Kleinteilen ist eine der häufigsten Todesursachen. Besonders häufig verschlucken Kleinkinder Münzen, Knöpfe, Knopfbatterien und abnehmbare Kleinteile von Spielzeug.

Also: Kleinteile konsequent wegräumen und auch ältere Geschwister zur Ordnung mahnen, dass sie ihre Spielsachen zurück in die Spielzeugkiste räumen.

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Treppen, Fenster und Balkone

Treppen, Fenster und Balkone sollte man sichern, etwa mit Treppengittern oder abschließbaren Fenster- und Türgriffen. In der Nähe von Fenstern und auf dem Balkon sollten keine möglichen Kletterhilfen wie Hocker stehen, die das Kind nutzen kann, um über die Brüstung zu klettern. Achtung: Beim Lüften das Kind nicht unbeaufsichtigt lassen. So passieren nämlich viele Fensterstürze.  

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