Tauben am Balkon? Mit diesen sanften Methoden lassen sich Tauben vertreiben

Autor: Redaktion (bw) | Kategorie: Bauen und Wohnen | 12.06.2024

Tauben loswerden: 3 sanfte Methoden, die den Tieren nicht schaden
Foto: Shutterstock / Michal Pesata

Tauben können eine echte Plage sein. Wir erklären, wie Sie Tauben loswerden – ohne den Tieren dabei zu schaden.

  • Tauben fühlen sich von Lichtreflexen, Bewegungen, Geräuschen und Raubvogel-Attrappen gestört.
  • Metallspikes, Taubennetze, Chemie oder Vogelabwehrpaste können die Tieren verletzen und sollten nicht eingesetzt werden.
  • Lassen Sie nichts Essbares auf dem Balkon oder im Garten zurück, um Tauben nicht zusätzlich anzulocken.

Tauben gelten als "Ratten der Lüfte": Entsprechend unbeliebt sind die grau-blauen Vögel, die vor allem in der Stadt richtig lästig werden können. Sie sind alles andere als scheu, koten den Balkon voll, verunreinigen Hauswände – und ihr permanentes Gurren kann nerven. Viele Menschen fragen sich deshalb, wie sie Tauben vertreiben können.

Tauben loswerden: 3 tierfreundliche Methoden

Wir haben einige Ideen, um Tauben auf dem Balkon, dem Fensterbrett oder im Garten loszuwerden – natürlich ohne den Tieren zu schaden:

1. Lichtreflexe vertreiben Tauben

Lichtreflexionen können helfen, Tauben schnell und effektiv zu vertreiben.
Lichtreflexionen können helfen, Tauben schnell und effektiv zu vertreiben. (Foto: Shutterstock / Dogora Sun)

Tauben lassen sich einfach und effektiv durch Lichtreflexionen vertreiben. Wenn Sie aus Alufolie oder alten CDs einen Taubenschreck basteln und auf dem Balkon oder im Garten platzieren, fühlen sich die Tauben dort nicht mehr wohl und suchen das Weite. Auch Glaskugeln helfen, Tauben zu vertreiben.

Im Gartencenter oder Baumarkt gibt es zudem spezielles, reflektierendes Vogelabwehrband, das Tauben fernhält.

2. Windräder und Flatterbänder gegen die Taubenplage

Wenn's flattert und knistert, fühlen sich die Taubenvögel ebenfalls fehl am Platz. Windräder können Sie beispielsweise in Blumentöpfen platzieren. Windspiele hingegen sind nicht nur wirkungsvoll, sondern auch eine schöne Deko für Garten oder Balkon.

3. Abschreckung durch Feinde

Platzieren Sie eine Raben- oder Raubvogel-Attrappe auf dem heimischen Balkon. Je größer das Vogelimitat, desto besser.

Eine große Vogelattrappe hält Tauben davon ab, sich auf dem Balkon niederzulassen.
Eine große Vogelattrappe hält Tauben davon ab, sich auf dem Balkon niederzulassen. (Foto: Shutterstock / Sean Hannon acritelyphoto)

Tipps fürs Tauben vertreiben

  • Keine Gewohnheiten aufkommen lassen: Tauben sind zwar nicht die intelligentesten Vögel, gewöhnen sich aber rasch an den Plastik-Raben oder das Windrad auf dem Balkon. Deshalb: Mit dem Taubenschreck immer wieder den Standort wechseln oder auch mal eine neue Abschreckung platzieren.
  • Halten Sie Ordnung: Bieten Sie den Vögeln keinen Anlass, sich ausgerechnet bei Ihnen niederzulassen: Lassen Sie keine Krümel, Obst- oder Essensreste auf dem Balkon oder im Garten liegen. Sonst werden die Taubenvögel natürlich erst recht angelockt.

Keine gute Idee: Chemie, Spikes und Netze

  • Spezielle Spikes zur Taubenabwehr sind zwar effektiv, bergen aber ein hohes Verletzungsrisiko für die Vögel. Verwenden Sie deshalb keine spitzen Spikes aus Metall, sondern nur weiche Kunststoff-Spikes.
  • Auch von einem Taubennetz am Balkon raten wir ab: Hier besteht die Gefahr, dass sich die Vögel darin verheddern und qualvoll verenden.
  • Chemische Mittel, alle Arten von Waffen oder Gewalt sind bei der Taubenabwehr natürlich absolut tabu.
  • Vogelabwehrpaste sieht aus wie farbloses Silikon und wird immer wieder von Schädlingsbekämpfern eingesetzt. Die klebrige Masse soll verhindern, dass sich Vögel niederlassen. Der Naturschutzbund (NABU) warnt jedoch vor dieser Methode: "Bei Vögeln, die auf der Paste landen, verkleben sich die Krallen. Bei der Gefiederpflege verteilen sie den Klebstoff in ihrem Gefieder, wodurch sie flugunfähig werden." Laut Tierschutz- und Bundesnaturschutzgesetz ist der Einsatz von Klebstoffen verboten.
Spikes zur Taubenabwehr sind wegen der Verletzungsgefahr keine gute Idee.
Spikes zur Taubenabwehr sind wegen der Verletzungsgefahr keine gute Idee. (Foto: Shutterstock / Morrowind)

Darf ich ein Taubennest auf Balkon oder Terrasse entfernen?

Was tun, wenn sich Tauben auf dem eigenen Balkon oder der Terrasse häuslich einrichten und dort ihr Nest bauen? Der wichtigste Punkt bei der Antwort auf die Frage lautet: Es kommt ganz drauf an, ob es sich bei den Tauben wirklich um Stadttauben – und nicht um Wildtauben (Ringel-, Hohl-, Turtel- und Türkentauben) handelt:

  • Alle wildlebenden Tauben fallen unter die EG-Vogelschutzrichtlinie. Sie dürfen nicht in ihrer Aufzucht gestört oder gehindert werden. Ihre Eier, Nester oder Küken dürfen Sie keinesfalls entfernen.
  • Bei Stadttauben sieht es jedoch anders aus: Nester dürfen entfernt werden, so lange noch keine Jungen geschlüpft sind. In diesem Fall heißt es: Warten bis die Jungvögel flügge sind – dann dürfen Sie das Nest entfernen.

Können Tauben Krankheiten übertragen?

Viele Menschen ekeln und fürchten sich vor Tauben, weil sie glauben, die Tiere würden gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen. Doch dem ist in aller Regel nicht so. Die Übertragung von Taubenkrankheiten auf den Menschen gilt als extrem unwahrscheinlich. 

Unbestritten ist jedoch die Gefahr, die von Vogelkot ausgeht: Auf getrocknetem Vogelkot können Hefepilze wachsen – unter anderem ein Pilz, der zu einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung führen kann.

Wenn Sie Taubenkot oder ein Taubennest entfernen, sollten Sie deshalb eine Atemmaske und Handschuhe tragen. Wird trockener Kot als Staub aufgewirbelt und eingeatmet, kann das im schlimmsten Fall zu einer allergisch bedingten Entzündung in den Lungenbläschen führen.

Am besten beseitigen Sie Taubenkot mit viel heißem Wasser und wischen die verschmutzte Fläche nach der Säuberungsaktion mit Essig ab. 

Tauben füttern? Oft verboten!

Wenn Sie Mitbürger beim Taubenfüttern sehen, dürfen Sie sie getrost ansprechen. Es gibt zwar kein generelles Verbot, wilde Tauben zu füttern. Vielerorts handelt es sich dabei aber um eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro droht.

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