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Rauchmelder: Alle wichtigen Fragen & Antworten

Pflichten, Kosten, Wartung, verschiedene Systeme & Co.

Autor: Redaktion | Kategorie: Bauen und Wohnen | 09.05.2014

Rauchmelder
Foto: CC BY-SA 1.0 / WikimediaCommons / Tumi-1983

Sie können Menschenleben retten – deshalb sind Rauchmelder fast überall Pflicht. Übergangsfristen sollte man nicht ausschöpfen, sondern die Lebensretter schnellstmöglich montieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In Deutschland sterben jährlich 500 Menschen bei Wohnungsfeuer – mehr als 90 Prozent von ihnen nicht in den Flammen, sondern an den giftigen Rauchgasen. In Neu- und Umbauten sind Rauchmelder in den meisten Bundesländern deshalb schon heute vorgeschrieben. In Altbauten müssen sie nachgerüstet werden – teilweise mit noch langen Übergangsfristen. Deshalb appelliert zum Beispiel die Düsseldorfer Feuerwehr: "Rauchmelder retten Leben."

Denn Brände können jeden Haushalt treffen: glimmende Zigaretten, umgefallene Kerzen, elektrische Geräte im Stand-by-Modus oder schmorende Ladegeräte können sie auslösen. Und in der Nacht ist die Gefahr am größten: Weil der menschliche Geruchssinn im Schlaf nicht funktioniert, sind sieben von zehn Opfern nachts zu beklagen. Rauchmelder wecken bevor es zu spät ist. Worauf sollte man beim Kauf achten, welche Systeme sind wo sinnvoll und wer trägt die Kosten?

Wie funktioniert ein Rauchmelder überhaupt?

Die gängigsten Geräte arbeiten nach dem Streulichtprinzip. In einer kleinen Rauchkammer, die sich im Inneren befindet, werden von einer Leuchtdiode oder einem Laser regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet.

Dringt Rauch ein, werden die Lichtstrahlen gestreut und auf eine Fotolinse gelenkt. Dadurch erkennt der Melder den Rauch und löst eine lauten, durchdringenden Alarmton aus – mindestens 85 Dezibel gemessen in drei Metern Entfernung.

Welche Merkmale sollte ein Rauchmelder haben?

Achten Sie auf folgende Zeichen und Funktionen:

  • DIN EN 14604
  • CE-Zeichen mit Prüfnummer
  • VdS-Zeichen (Qualitätskontrolle durch Dritte)
  • Montagesperre bei nicht eingelegter Batterie
  • Warnsignal 30 Tage vor Akku-/Batteriewechsel
  • Testknopf zur regelmäßigen Überprüfung
  • TÜV Nord zeichnet Geräte mit einem Gütesiegel aus, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen.
  • Achten Sie darauf, dass die Geräte leicht zu montieren sind. Am besten kauft man Rauchmelder dort, wo man kompetent beraten wird.

Wann ist eine Wartung notwendig?

Bei Rauchwarnmeldern fordert die DIN einmal jährlich eine Wartung beziehungsweise Überprüfung. Das gilt auch für die unten beschriebenen Funk-Rauchwarnmelder und die Funktion des Funknetzwerks. Zur Wartung bei einfachen Modellen drückt man auf einen Prüfknopf. Ist das Gerät in Ordnung, ertönt ein Signalton.

Zusätzlich überprüft der Rauchmelder den Zustand seiner Batterie selbstständig und gibt bei Spannungsabfall in kurzen Abständen immer wieder einen lauten Piepston von sich.

Rauchmelder: Pflicht in den meisten Bundesländern
Rauchmelder: Pflicht in den meisten Bundesländern (Foto: ÖKO-TEST)

Wie lange halten Rauchmelder und Batterien? 

Die Batterielebensdauer beträgt je nach Modell zwischen einem Jahr und bis zu zehn Jahre. Eine zehnjährige Batterielebensdauer ist natürlich praktisch, weil die elektronischen Bauteile des Melders, insbesondere die Sensorik, ebenfalls rund zehn Jahren funktionieren. Dann ist nach DIN 14676 entweder ein Austausch des Geräts oder eine Werksüberholung notwendig.

Was kosten sie?

In der Summe aus Anschaffung und Batteriekosten sind langlebige Geräte meist nicht teurer als ihre vermeintlich günstigeren Pendants aus dem Baumarkt, in denen jährlich die 9-Volt-Blockbatterie ausgetauscht und entsorgt werden muss. Grundsätzlich sind einfache Rauchmelder in Baumärkten, Groß- und Einzelhandelsgeschäften bereits ab fünf bis zehn Euro zu haben. Designmelder in Miniausführungen, die kaum größer als eine Streichholzschachtel sind, gibt es ab rund 25 Euro aufwärts.

Wo und wie sollte ich Rauchmelder befestigen?

Optimalen Schutz bieten Rauchmelder, wenn vom Keller bis zum Dachboden in jedem Zimmer ein Gerät an der Deckenmitte befestigt wird, mit einem Mindestabstand von einem halben Meter zur Wand. Für Dachschrägen gilt die Formel: 50 Zentimeter unterhalb des höchsten Punktes. Die Geräte sollten nicht in Zugluft, sowie an Luftschächten und Klimaanlagen installiert werden, denn dort zieht Rauch ab.

Niemals die Rauchmelder an die Decke kleben. Bei Temperaturschwankungen kann der Melder abfallen. Also am besten mit Schrauben und Dübeln befestigen. Vorsicht: Beim Renovieren die Geräte nicht mit Farbe überstreichen

Was droht, wenn ich keine Rauchmelder habe?

Die gesetzliche Verpflichtung zum Einbau von Rauchmeldern wird in der Regel nicht kontrolliert, es gibt bisher weder Strafen noch Bußgelder. Allerdings könnte die Staatsanwaltschaft gegen die Eigentümer wegen fahrlässiger Tötung ermitteln. Auch die Versicherungen bestrafen fehlende Rauchmelder nicht.

Zwar muss der Versicherungsnehmer einer Hausrat- oder Gebäudeversicherung alle bestehenden gesetzlichen und behördlichen Sicherheitsregelungen beachten - hierzu kann die Rauchmelderpflicht gehören -, aber praktisch gibt es bisher keine Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.

Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV): "Ein Zusammenhang zwischen einem fehlenden oder unsachgemäß betriebenen Rauchmelder und dem Schaden beziehungsweise die Schadenhöhe kann in der Regel nicht hergestellt werden. Das zeigen die bisherigen Erfahrungen: Fälle, in denen ein fehlender oder unsachgemäß betriebener Rauchmelder negativen Einfluss auf die Entschädigung eines versicherten Sachschadens hatte, sind uns nicht bekannt."

Gibt es Komplettsysteme ohne Verkabelung?

Dafür gibt es Anlagen, die in Netzwerken per Funk kommunizieren. Auch hierbei können im Alarmfall alle Geräte gleichzeitig warnen. Für das Auffinden der Stelle, an der der Rauch entsteht, ist es wichtig, dass entweder das den Alarm auslösende Gerät einen anderen Ton abgibt als die übrigen, oder dass auf Tastendruck an einem beliebigen Melder alle anderen das akustische Alarmsignal abschalten und nur das Gerät am "Rauchort" weitertönt. Wie bei den mit Leitungen vernetzten Meldern muss auch das Funknetzwerk Fehler im System entdecken und signalisieren.

Deshalb muss der Rauchmelder ein Überwachungssignal senden, das die Betriebsbereitschaft signalisiert und das Netzwerk kontrolliert. Das Funknetzwerk erleichtert vor allem die Montage in Bestandswohnungen.

Wie schützen sich Gehörlose?

Für hörgeschädigte Menschen werden spezielle Rauchmelder angeboten. Dabei wird der Alarmton per Funk an eine Blitzleuchte und ein Vibrationsei oder eine vibrierende Scheibe weitergeleitet.

Diese Technik, die im Kopfkissen oder der Bettdecke befestigt wird, weckt den Schlafenden sehr zuverlässig. Ein entsprechendes Set kostet ab rund 200 Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

Welcher Rauchmelder ist am einfachsten, z.B. für kleinere Wohnungen?

Stand-alone-Rauchwarnmelder, also Einzelgeräte, die unabhängig voneinander installiert und betrieben werden, sind am einfachsten. In kleineren Wohnungen oder Appartements kann man das akustische Alarmsignal überall hören. Dies ist die einfachste und preiswerteste Lösung für den nachträglichen Einbau.

Welche Systeme warnen mich in größeren Wohnungen bzw. Häusern?

Wie werden Sie gewarnt, wenn es in einem Raum am anderen Ende des Hauses brennt? Dafür gibt es spezielle Systeme: Per Leitung vernetzte Rauchwarnmelder bilden dabei ein drahtgebundenes Netzwerk. Löst ein Melder Alarm aus, tönt der Warnton in allen Räumen, in denen weitere Rauchwarnmelder installiert sind. In einer Rauchmelderzentrale kann die den Alarm auslösende Stelle lokalisiert werden und zusätzlich ein lautstarker akustischer oder optischer Alarm den Ernstfall anzeigen.

Das vernetzte Konzept lässt auch die Einrichtung einer Brandmeldezentrale zu. Damit wird sichergestellt, dass der Alarm in größeren Wohnungen auch über mehrere Etagen gehört wird. Dies ist eine gute Lösung, vor allem, wenn sie während des Neubaus oder bei umfangreichen Renovierungen installiert werden kann.

In Bestandswohnungen ist die Verlegung der notwendigen Leitungen meist sehr aufwendig.

Funkmelder: Wie sieht es mit der Strahlung aus?

Damit die Bewohner nicht unter einer permanenten hochfrequenten Immission in den Wohnräumen leiden müssen, versprechen die Hersteller, nur in größeren zeitlichen Abständen Funksignale zu senden und schreiben im Prospekt zum Beispiel, dass Funksignale nur im Ereignisfall und bei der täglichen "Funkstreckenüberwachung" gesendet werden.

Diese Aussage hat Dr. Martin H. Virnich vom Ingenieurbüro für Baubiologie und Umweltmesstechnik ibu in Mönchengladbach, in einer Stichprobe überprüft und festgestellt, dass der getestete Melder stündlich ein Signal sendet. Ärgerlich für den Baubiologen: die Aussage im Werbetext "nimmt das Bemühen der Kunden um eine immissionsminimierte Lösung nicht wirklich ernst".

Virnichs Messungen hinsichtlich der Strahlung in nackten Zahlen: "Die Impulslänge beträgt 20 Millisekunden, die Strahlungsdichte in einem Meter Entfernung liegt bei 200 Mikrowatt pro Quadratmeter." Zum Vergleich zieht der Baubiologe einen konventionellen Lichtschalter heran: "Der strahlt beim Einschalten einer Glühlampe durch Funkenbildung ein breitbandiges Hochfrequenzsignal, das eine Strahlungsdichte von zirka 1500 Mikrowatt aufweist."

Hans Ulrich-Raithel, vom Umweltinstitut München e.V., beruhigt die Besitzer von Rauchmeldern: "Wenn alle Komponenten durch kleine handelsübliche Batterien gespeist werden, und diese nicht öfter als jährlich zu wechseln sind, handelt es sich bei einem Rauchmelder um einen Sender mit vergleichsweise geringer Leistung bei zeitweisem Betrieb. Diese Strahlenbelastung ist im Vergleich zu anderen wohnungsinternen Strahlungsquellen wie Schnurlostelefonen oder W-LAN geringfügig."

Wer ganz sicher gehen möchte und Elektrosmog vermindern will, sollte bei der nächsten Renovierung eine Verkabelung von Rauchmeldern, Computern und Telefonen unter Putz einplanen.

Wer installiert die Rauchmelder? Wer bezahlt?

In der Regel lässt der Eigentümer beziehungsweise Vermieter die Rauchmelder installieren. Er stellt damit sicher, dass der Rauchmelderpflicht nachgekommen wird. Die Wartung hingegen wird meist vom Bewohner oder Mieter durchgeführt.

In Bundesländern ohne eindeutige Regelung der Zuständigkeit für Montage und Wartung richtet sich die Landesbauordnung an die Eigentümer. Damit sind die Eigentümer für Ausstattung, Montage und Wartung verantwortlich und damit auch in der Haftung. Die Wartung darf an den Mieter übergeben werden.

Weil der Vermieter im Schadensfall nachweisen muss, dass die Wartungspflicht in rechtlichem Sinne übertragen wurde und der Mieter diese tatsächlich übernommen hat, setzen die meisten Eigentümer auf Wartung durch externe Firmen. Die Kosten können als sonstige Betriebskosten abgerechnet werden. In der Regel kostet die Wartung im Jahr nicht mehr als 5 Euro je Melder.

Die Anschaffung und Installation von Rauchmeldern gilt als Modernisierung und wird ohne Erwähnung im Mietvertrag auf die Betriebskosten umgelegt. Der Vermieter darf – auch wenn der Mieter schon Rauchwarnmelder montiert hat – selbst gewählte Melder installieren. Dabei muss er den Installationstermin mit dem Mieter rechtzeitig vereinbaren.

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