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Pflanzendünger selber machen – aus Kaffeesatz, Eierschalen und Zwiebelschalen

Autor: Benita Wintermantel | Kategorie: Bauen und Wohnen | 27.04.2021

Pflanzendünger selber machen und dabei Küchenabfälle recyceln
Foto: Shutterstock / Gina Lee Rodgers

Damit Pflanzen wachsen, gedeihen und blühen können, brauchen sie nicht nur Wasser und Licht, sondern auch Nährstoffe in Form von Dünger. Pflanzendünger können Sie aus Küchenabfällen ganz einfach selber machen. Das Beste: Selbst gemachter Bio-Dünger kostet nichts, ist nachhaltig und frei von Chemie.

  • Selbst gemachter Dünger aus Küchenabfällen besitzt viele Vorteile: Er hat keine langen Transportwege hinter sich, verursacht keinen Verpackungsmüll, ist kostenlos und zu 100 Prozent natürlich. Außerdem wird für seine Produktion keine zusätzliche Energie benötigt.
  • Eigener Bio-Dünger kann die Bodeneigenschaften verbessern und für gesunde, fruchtbare Erde sorgen.
  • Da selbst gemachter Dünger nicht alle Nährstoffe enthält, die Pflanzen brauchen, eignet er sich nur bedingt als alleiniger Dünger. Dünger aus Küchenresten sind aber eine umweltfreundliche und kostengünstige Ergänzung zu einem organischen Langzeitdünger.

Wann brauchen Pflanzen Dünger?

Wasser und Licht reichen Pflanzen nur bedingt zum Wachsen und Gedeihen. Für ein gesundes Wachstum benötigen Pflanzen im Garten und auf dem Balkon auch jede Menge Nährstoffe, allen voran Stickstoff, Phosphor und Kalium. 

Wenn Pflanzen schlecht wachsen und nur wenige Blüten und Früchte bilden, kann das ein Anzeichen für Nährstoffmangel sein. Auch eingerollte, verfärbte Blätter oder lila verfärbte Triebe deuten auf eine schlechte Nährstoffversorgung hin. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie Pflanzen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten zwischen März und Oktober alle 14 Tage düngen.

Pflanzendünger aus Küchenabfällen selber machen

Der bekannteste Dünger, den Sie kostenlos selber herstellen können, ist: Kompost. Er ist reich an Kalzium, Magnesium, Kalium und Phosphor – und damit quasi Superfood für Pflanzen – lesen Sie dazu auch: Kompost anlegen: Worauf Sie beim Komposthaufen achten sollten.

Wenn Sie keinen Kompost haben, können Sie auch Kaffeesatz, Zwiebel- und Eierschalen oder Brennnesseln recyceln und in wertvollen Naturdünger verwandeln. So gehen Sie vor:

Kaffeesatz als natürlicher Dünger 

Kaffeesatz ist ein idealer Dünger für den Garten.
Kaffeesatz ist ein idealer Dünger für den Garten. (Foto: Shutterstock / Mike_shots)

Wer in der Früh gerne Kaffee trinkt, hat damit automatisch eine tolle Grundzutat für natürlichen Dünger zu Hause: Der Kaffeesatz, der übrig bleibt, enthält viel Stickstoff, Kalium und Phosphor. Kaffeesatz hat einen niedrigen pH-Wert und eignet sich deshalb besonders zum Düngen von Pflanzen, die einen sauren Boden mögen, wie Hortensien, Rhododendron, Zucchini oder Gurken.

Dünger aus Kaffeesatz selber machen

Und so geht's: Den Kaffeesatz in einem Sieb oder auf einem Tablett trocknen lassen, damit er nicht schimmelt. Den trocknen Kaffeesatz dann einfach rund um die Pflanzen ausstreuen und mit ein bisschen Blumenerde abdecken.

Übrigens: Sie können aus dem Kaffeesatz auch Flüssigdünger herstellen. Dazu den Kaffeesatz mit Wasser vermischen und alle zwei Wochen dem Gießwasser für die Pflanzen hinzufügen.

>> Zum Weiterlesen: Nicht wegwerfen! 6 Recycling-Ideen für Kaffeesatz

Pflanzendünger aus Eierschalen selber machen

Dünger aus Eierschalen selber machen ist kinderleicht.
Dünger aus Eierschalen selber machen ist kinderleicht. (Foto: Shutterstock / Woldemar_66)

Künftig müssen Sie Eierschalen nicht mehr im Biomüll entsorgen, sondern können daraus wertvollen Pflanzendünger selber machen. Eierschalen bestehen fast ausschließlich aus Calciumcarbonat, das es im Fachhandel als "kohlensauren Kalk" oder "Gartenkalk" zu kaufen gibt. Mit den Schalen können Sie den pH-Wert im Boden erhöhen und die Bodenstruktur verbessern.

Rosen, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Pfingstrosen, Tomaten, Möhren und viele Staudengewächse sind dankbar für die Extra-Portion Kalk in Form von zerstoßenen Eierschalen.

So geht's: Für den Dünger aus Eierschalen die Schalen einfach fein zerreiben, um die Pflanzen verteilen und wie gewohnt gießen.

>> Weitere Infos: Eierschalen nicht wegwerfen: 8 Recycling-Tipps

Dünger aus Zwiebelschalen

Zwiebelschalen können Sie mit heißem Wasser übergießen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Wenn der Zwiebelsud abgekühlt ist, können Sie ihn als Flüssigdünger für Ihre Pflanzen verwenden.

Aus Zwiebelschalen wird ein natürlicher Dünger für Gemüse & Co.
Aus Zwiebelschalen wird ein natürlicher Dünger für Gemüse & Co. (Foto: Shutterstock / Pamela Reynolds)

Brennnesselsud und Brennnesseljauche zum Pflanzendüngen

Wenn Sie mit Brennnesseln düngen möchten, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Brennnesseljauche
  • Brennesselsud

Selbst angesetzte Brennnesseljauche enthält viel Stickstoff und wichtige Mineralstoffe. Für die Brennnesseljauche benötigen Sie aber einen abgelegenen Platz, wo Sie Ihren Dünger zwei Wochen stehenlassen können. Denn durch den Gärprozess beginnt die Flüssigkeit zu stinken.

Brennnesselsud stinkt nicht, ist dafür nicht ganz so effektiv. Aber auch ein Sud aus Brennnesseln stärkt die Pflanzen und hilft bei der Schädlingsabwehr.

Selbst gemachter Dünger aus Brennnesseln enthält viele wertvolle Nährstoffe.
Selbst gemachter Dünger aus Brennnesseln enthält viele wertvolle Nährstoffe. (Foto: Shutterstock / Martina Unbehauen)

Flüssigdünger aus Brennnesseln machen 

Sammeln Sie Brennnesseltriebe, die noch nicht blühen. Schneiden Sie die Pflanzen mit einer Schere klein und geben Sie die Brennnesseln in einen alten Eimer. Füllen Sie den Eimer mit Wasser (1 kg Brennnesseln auf 10 l Wasser). Stellen Sie den Eimer in die Sonne und lassen Sie die Mischung vergären. Rühren Sie die Jauche täglich um.

Achtung: Die Jauche beginnt zu schäumen und zu stinken. Gegen den üblen Geruch hilft Gesteinsmehl (im Baumarkt erhältlich), das Sie unterrühren können.

Nach ungefähr 14 Tagen steigen keine Blasen mehr auf, die Flüssigkeit wird klar. Dann können Sie sie absieben und als natürlichen Pflanzendünger verwenden. Sie sollten den Brennnessel-Dünger im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und einmal wöchentlich verwenden.

Organische Rasendünger im Test: Nur vier Dünger sind empfehlenswert

Brennnesselsud selber machen

Das Mischverhältnis von Brennnesseln zu Wasser ist beim Herstellen eines Brennnesselsuds dasselbe (1:10). Setzen Sie die kleingeschnittenen Brennnesseln mit kaltem Wasser an und lassen Sie die Mischung einen Tag stehen. Dann 30 Minuten köcheln, abkühlen lassen – und fertig ist der natürliche Pflanzendünger, den Sie unverdünnt verwenden können.

Keine Angst vor Überdüngung

Einziges Manko bei selbst hergestelltem Bio-Dünger: Der Nährstoffgehalt lässt sich nicht genau bestimmen, sondern nur schätzen.

Angst vor einer Überdüngung müssen Sie deshalb aber nicht haben. Manchmal macht es Sinn, zusätzlich zum Dünger aus Kaffeesatz, Brennnesselsud oder Eierschalen noch einen organischen Langzeitdünger zu verwenden. Dessen Dosis dürfen Sie dann aber halbieren.

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