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Bosch Comfort Line im Test: Was wir an dem Wasserkocher kritisieren

Autor: Jörg Döbereiner | Kategorie: Bauen und Wohnen | 03.01.2020

Der Wasserkocher Bosch Comfort Line TWK6A813 enttäuscht im Test.
Der Wasserkocher Bosch Comfort Line TWK6A813 enttäuscht im Test. (Foto: ÖKO-TEST )

Wir haben 15 Wasserkocher getestet: Zwei Drittel sind empfehlenswert, fünf fallen aber auch negativ auf. Zu ihnen zählt ein Gerät von Bosch, bei dem wir Sicherheitsaspekte bemängeln.

Von Wasserkochern erwarten wir, dass sie sicher und einfach zu bedienen sind, außerdem sollen sie zügig und energiesparend kochen. Unser Test von 15 Geräten zeigt: Das klappt bei vielen recht gut, aber nicht bei allen. Unterm Strich vergeben wir viermal die Bestnote "sehr gut" und sechsmal "gut", manche Geräten haben aber auch enttäuscht. Wir kritisieren unter anderem den Bosch Comfort Line TWK6A813.

Bosch Comfort Line TWK6A813 im Test "befriedigend"

Das Gerät der beliebten Marke Bosch bewerten wir in unserem Wasserkocher-Test mit dem Gesamturteil "befriedigend". Zwei andere Wasserkocher schneiden ebenfalls "befriedigend" ab, zwei weitere beurteilen wir mit der Note "ausreichend".

Der Bosch Comfort Line TWK6A813 hat uns aus verschiedenen Gründen nicht überzeugt. Wichtig ist vor allem ein Sicherheitsaspekt: Das Metallgehäuse des Geräts wird aus unserer Sicht zu heiß. Nutzer laufen so Gefahr, sich zu verbrennen. Das ist ein typisches Problem von Kochern aus Metall oder Glas. Kunststoffkocher sind häufig besser isoliert.

Beim Bosch-Gerät aus Metall kritisieren wir außerdem den Deckel: Er ist so konstruiert, dass Nutzer womöglich mit einem heißen Bereich in Kontakt kommen können, während sie den Wasserkocher bedienen. Das muss nicht sein und ist bei anderen Modellen im Test besser gelöst.

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Ein weiterer Kritikpunkt am Bosch Comfort Line TWK6A813: Das Gerät fiel als einziges im Dauertest negativ auf. Die Prüfer kochten 365-mal hintereinander damit Wasser und ließen den Kocher danach mit frischem Leitungswasser befüllt für 24 Stunden stehen. Dabei zeigte sich ein geringer Wasseraustritt an einer Nahtstelle zwischen Kunststoffboden und Metallbehälter.

Bei Nachprüfungen etwa eine Woche später trat dieser Mangel aber nicht mehr auf. Bosch teilte uns zu unserem Test mit, dass Sicherheit und Qualität der eigenen Produkte oberste Priorität hätten. Es sei leider nicht möglich gewesen, das von ÖKO-TEST ermittelte Ergebnis nachzuvollziehen. 

Bosch Wasserkocher: Punktabzug für Energieverbrauch

Weitere kleinere Mängel, die wir am getesteten Bosch-Gerät kritisieren: Es braucht 116 Wattstunden (Wh), um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Das ist kein glänzender Wert. Zum Vergleich: Das sparsamste Gerät im Test schafft das mit 108 Wh. Insgesamt bemängeln wir vier Geräte, weil sie zu viel Energie benötigen. Der Höchstwert in unserem Test von 15 Produkten liegt bei 119 Wh. 

Um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen, benötigt der Bosch-Kocher 3 Minuten und 14 Sekunden. Verglichen mit den anderen Wasserkochern im Test ist das ein mittelmäßiger Wert. Die schnellsten Geräte schafften das in etwa zweieinhalb Minuten. Die langsamsten brauchten mehr als dreieinhalb Minuten.

Heißes Wasser für Tee: Wir haben 15 Wasserkocher getestet.
Heißes Wasser für Tee: Wir haben 15 Wasserkocher getestet. (Foto: dungthuyvunguyen/Pixabay)

Schließlich kritisieren wir im Kabel des Bosch Comfort Line TWK6A813 auch noch PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen, die die Umwelt belasten können. Allerdings kommt im Test kein Produkt ohne diese Verbindungen aus.

Positiv am Bosch Comfort Line TWK6A813: Er zeigt in puncto Handhabung keine Mängel. Der Deckel lässt sich problemlos öffnen und schließen, auch das Ausgießen funktioniert gut. Dass das Gerät zu heiß wird, ist für uns kein Handhabungs-, sondern ein Sicherheitsaspekt. Außerdem bemängeln wir am Behälter keine Schadstoffe, die ins Wasser übergehen.

So setzt sich das Gesamturteil zusammen

Das Gesamturteil zum Bosch Comfort Line TWK6A813 setzt sich aus drei Teilergebnissen zusammen: Kochen, Material sowie Handhabung und Sicherheit. Das Material des Behälters bewerten wir mit "sehr gut". Doch das Teilergebnis für das Kochen sowie das zusammengefasste Teilergebnis für Handhabung und Sicherheit fallen deutlich schlechter aus.

Im Bereich Kochen vergeben wir vier Minuspunkte für das geringe Leck beim Dauertest und einen weiteren Minuspunkt für den etwas hohen Energiebedarf. Im Bereich Handhabung und Sicherheit ziehen wir vier Punkte ab, weil das Gehäuse zu heiß wird, und zwei weitere Punkte wegen der erhöhten Gefahr, eine heiße Stelle am Deckel zu berühren. In diesen beiden Bereichen landet der Wasserkocher deshalb nur bei "befriedigend". Somit vergeben wir auch unterm Strich das Gesamturteil "befriedigend". Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie hier auf der Seite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Wir können einige Wasserkocher mit dem Gesamturteil "gut" empfehlen. Mit "sehr gut" überzeugen aber nur vier getestete Wasserkocher: Sie sind sicher und benutzerfreundlich.

Jetzt lesen: 15 Wasserkocher im Test

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