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17 Arbeitshandschuhe im Test

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ÖKO-TEST Mai 2012 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 27.04.2012

17 Arbeitshandschuhe im Test

Wenn Projekte wie Garten und Hausbau rufen, sind Arbeitshandschuhe gefragt. Wir haben 17 Modelle getestet: Die Ergebnisse sind leider katastrophal schlecht!

Neuer Artikel vorhanden: 15 Arbeitshandschuhe im Test

Hände leben riskant. Sie werden bei Arbeitsunfällen besonders häufig in Mitleidenschaft gezogen. Das zeigen aktuelle Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: Im Jahr 2010 belegten Verletzungen der Hände bei den meldepflichtigen Arbeitsunfällen mit rund 34 Prozent den Spitzenplatz. Vor allem in der Holz- und Metallindustrie tauchen offene Wunden (56 %) an den Händen häufig auf.

Handschuhe können schützen: Vor spitzen Kanten, rauen Oberflächen, hautreizenden Substanzen. Sie halten Feuchtigkeit ab, sei es beim Buddeln in nasser Erde, oder Keime, die mit der Erde beim Ernten von Möhren über kleine Hautrisse in die Blutbahn geraten können. Sind die Hände erstmal angegriffen, sind sie anfälliger für Allergene aus Reinigern oder Farben. Spätestens wenn die Haut mit Juckreiz oder Rötungen reagiert, sollte ein Hautarzt abklären, ob es sich um eine Kontaktallergie handelt. Tückisch ist: Sie bricht nicht unmittelbar aus, sondern verzögert, nach ein bis zwei Tagen.

Heinz Möllers weiß rund 16 Stunden später, dass er mal wieder mit den falschen Stoffen in Berührung gekommen ist. "Ich habe ein ganzes Bündel an Handschuhen für die Arbeiten im Haushalt und im Garten", erzählt Möllers. Er leidet an einer berufsbedingten Neurodermitis, die 2002 nach einem Rechtsstreit schließlich anerkannt wurde. Bei dem ehemaligen Filialleiter eines Lebensmitteldiscounters hatten sich die Hautprobleme durch den ständigen Kontakt mit Kartonverpackungen stark verschlechtert. Da Möllers gebenüber vielen Stoffen sensibel reagiert, wurden seine Handschuhe von Dermatologen ausgewählt. "Bei Patienten mit Hautproblemen finden wir passende Handschuhe über eine Allergiediagnose, Trageversuche und Materialanalysen", erklärt Professor Sven Malte John vom Institut für interdisziplinäre dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück.

Wir wollten wissen, wie es aktuell um die Qualität von Arbeitshandschuhen bestellt ist und haben 17 Paar eingekauft und auf Problemstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Die Arbeitshandschuhe schneiden wieder einmal katastrophal ab: Lediglich ein Modell geht noch mit der Note "ausreichend" aus dem Test. 15 Modelle bekommen dagegen die schlechteste Note "ungenügend". Der von uns getestete Ox-On Eco-Line 1 Art. 069.08 hätte so gar nicht verkauft werden dürfen.

Krebserregende Farbbestandteile: Das Ox-On-Modell enthält mehr als das Sechsfache des amtlichen Grenzwerts für das krebserregende Benzidin. Das Modell ist nicht verkehrsfähig. Ein weiteres Problem ist Anilin. Es steckt in den Modellen von Ox-On, Igro, Meister und Helmut Feldtmann. Der krebsverdächtige Stoff ist nicht verboten wie andere aromatische Amine. Dennoch werten wir streng ab: Ein Stoff, der unter Krebsverdacht steht, hat nichts in Produkten verloren, die in Hautkontakt stehen.

Allergenes Chrom-VI im Leder und andere hautreizende Stoffe: Im Cliks Leder und im Keiler Forsthandschuh steckt allergenes


Arbeitshandschuhe: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Leo Flex Arbeitshandschuhe für Herren 0903499
  • Igro

Cliks Leder 1689
  • KCL

Max Bahr Arbeitshandschuh aus Nylon Art. 2303152
  • Max Bahr

Ox-On Eco-Line 1 Art. 069.08
  • Ox-On

Lux-Tools Basic 581 304
  • Obi

Suki Strong Hand Yellowstar Art. 0516
  • Helmut Feldtmann

Meister Professional Art. 9426140
  • Meister

Torq Allround 1936 HB-No 7518072
  • Leipold + Döhle

Cover Art. 500
  • Grüner & Co.

Basic Latexhandschuhe Modell BEX-L002 Art. 524985
  • Hellweg

Gut Semperator Artikel 32 036,10
  • Gut-Produkte

Keiler Forsthandschuh Art.-Nr. 1606010
  • Keiler

Ferdy F. Allrounder-Mechanics Art. 1900
  • Ferdy F.-Vertrieb

Engelbert Strauss Monza 76.11.910
  • Engelbert Strauss

Wisent Allrounder Neoprene/Polyester + Spandex Art. 20399982
  • Bauhaus

88Pawa-EN Arbeitshandschuhe Vollleder
  • Zeus/Hagebau

Griffy Worky Micro Artikel 1351SB
  • Leipold + Döhle

17 Arbeitshandschuhe im Test
ÖKO-TEST Mai 2012 Seite 90
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ÖKO-TEST Mai 2012 Seite 92
ÖKO-TEST Mai 2012 Seite 93
ÖKO-TEST Mai 2012 Seite 94

5 Seiten
Seite 90 - 94 im ÖKO-TEST Mai 2012
vom 27.04.2012

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben Arbeitshandschuhe, die zwischen rund 2 Euro und 17 Euro in Baumärken angeboten werden, eingekauft. Darunter sind klassische Modelle aus Textil mit Leder- und Synthetiklederbesätzen, Modelle aus elastischen Kunstfasern und mit flüssigkeitsabweisender Beschichtung. Da alle Modelle in unserem letzten Test schlecht abgeschnitten haben, kauften wir gezielt Alternativen zu den klassischen Modellen ein.

Die Inhaltsstoffe

Auf dem Prüfprogramm standen Farbbestandteile wie krebserregende und -verdächtige aromatische Amine und allergieauslösende Dispersionsfarben. Auch ließen wir ein Materialscreening auf mehr als 60 Stoffe wie Weichmacher durchführen. Leder analysierten wir zudem auf Ausrüstungschemikalien wie Chlorkresole. Steckt das problematische Chrom-VI aus der Chromgerbung von Leder in den Produkten? Wenn Naturkautschuk verarbeitet war stand eine Prüfung auf Latexproteine an.

Die Bewertung

Arbeitshandschuhe sollen die Hände bei Arbeiten im Garten und beim Werkeln im und am Haus schützen und Hände und Haut nicht mit schädlichen Substanzen belasten. Modelle mit verbotenen Stoffen wie den krebserregenden Farbbestandteil Benzidin und Chrom-VI sind "ungenügend". Besonders streng abgewertet haben wir zudem krebsverdächtige Substanzen wie Anilin und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sowie hautreizendes Formaldehyd.

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