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10 Elektrotacker im Test

ÖKO-TEST Juni 2016
vom 25.05.2016

10 Elektrotacker im Test

In Klammern

Elektrotacker ersetzen vielerorts Hammer, Nägel und Schrauben. Der ÖKO-TEST mit zehn Produkten zeigt: Die Geräte sind sicher und tackern meist solide. Allerdings sind sie oft nicht gut zu handhaben und mit Schadstoffen belastet.

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25.05.2016 | Den Dachboden dämmen, Wände vertäfeln oder Zierleisten anbringen - wo Heimwerker früher zu Hammer und Nagel griffen, haben sie heute eine bequemere Alternative. "Der Tacker ist auf dem Vormarsch und verdrängt auch die Schrauben", sagt Michael Pommer, Trainer an der Do-it-yourself Academy mit Sitz in Köln und Fachmann für Heimwerkerfragen. Besonders wenn größere Arbeiten wie eine Wohnungsrenovierung anstehen, wo Hunderte Klammern eingetrieben werden, zahlen sich Geschwindigkeit und Komfort von Elektrotackern aus. Ihre Kolben treiben Klammern, Nägel oder Stifte mit hoher Geschwindigkeit in das Untergrundmaterial: 20 bis 30 Schüsse pro Minute schaffen Geräte im Preissegment bis 100 Euro.

Wo Flexibilität eine große Rolle spielt, punkten Akku-Tacker. Sie unterscheiden sich allerdings deutlich hinsichtlich Ladedauer sowie Schusszahl pro Akkuladung. "Sofern es sich um Lithium-Ionen-Technologie handelt, würde ich immer ein akkubetriebenes Gerät vorziehen. Ich bin dann ungebunden, egal ob auf dem Dach oder im Garten", meint Michael Pommer. Eher für Profis interessant sind Luftdrucktacker, mit dieser Technik wird auch in Polstereien gearbeitet.

Vor dem Kauf ist es wichtig, sich klar zu machen, was der Tacker später befestigen soll. Manche schaffen auch Hartholz ohne Probleme, aber längst nicht alle. Für die Länge der Klammern gilt die Faustregel: etwa ein Drittel für das Heftmaterial, zwei Drittel für den Untergrund. Bei Hartholz kann mit einem Verhältnis von eins zu eins kalkuliert werden. Insbesondere bei potenziell gefährlichen Befestigungen, etwa an der Decke, sollten Heimwerker verschiedene Längen ausprobieren und eine sichere Variante wählen. Manche Tackermodelle verarbeiten Klammern mit 6 bis 14 Millimeter Länge, andere sind für bis zu 30 Millimeter lange Klammern geeignet, mit denen dickere Materialien befestigt werden können. Viele Modelle können daneben auch Nägel eintreiben. 1.000 Klammern kosten circa zwei bis fünf Euro, es gibt sie teils auch im Set mit Nägeln.

Sicherheit spielt beim Tackern eine besondere Rolle. Elektrotacker dürfen laut Norm entweder nur mit Kontakt zum Werkstück auslösen (sogenannte Freischusssicherung) oder sie müssen über eine zusätzliche Auslösesperre verfügen. In Kinderhänden haben sie dennoch nichts verloren. "Ich persönlich bevorzuge einen Tacker, den ich wirklich auf ein Werkstück aufsetzen muss, damit er auslöst", sagt Michael Pommer. "Bei den anderen kann sich immer noch versehentlich ein Schuss lösen." Er rät, bei mehreren Wochen Pause die Sicherung zu überprüfen: einen Blindschuss in ein Stück Holz setzen, dann das Gerät wenige Zentimeter anheben und auslösen; es darf sich kein Schuss lösen.

ÖKO-TEST hat zehn Tacker, darunter drei Akku-Geräte, in die Labore geschickt. Neben umfangreichen Tests auf Sicherheit und Funktionalität wurde auch untersucht, ob die Werkzeuge Schadstoffe enthalten.

Das Testergebnis

Viel Mittelmaß. Kein Tacker schafft ein "sehr gutes" oder "gutes" Ergebnis. Neun Produkte lan


Wir haben 10 Produkte für Sie getestet
Black & Decker KX418E
Black & Decker

Black & Decker KX418E

Bosch PTK 3,6 LI
Bosch

Bosch PTK 3,6 LI

Bosch PTK 14 EDT Duo Tac
Bosch

Bosch PTK 14 EDT Duo Tac

Rapid BTX530
Isaberg Rapid

Rapid BTX530

Rapid ESN530
Isaberg Rapid

Rapid ESN530

Einhell BT-EN 30 E Blue
ISC

Einhell BT-EN 30 E Blue

Meister Elektrotacker MET 14-16
Meister Werkzeuge

Meister Elektrotacker MET 14-16

Novus Profi Tacker J-105
Novus Dahle

Novus Profi Tacker J-105

Novus Universal Tacker J-214
Novus Dahle

Novus Universal Tacker J-214

Stanley Sharp Shooter 6-TRE550
Stanley Black & Decker

Stanley Sharp Shooter 6-TRE550

10 Elektrotacker im Test
ÖKO-TEST Juni 2016 Seite 144
ÖKO-TEST Juni 2016 Seite 145
ÖKO-TEST Juni 2016 Seite 146
ÖKO-TEST Juni 2016 Seite 147
ÖKO-TEST Juni 2016 Seite 148
ÖKO-TEST Juni 2016 Seite 149

6 Seiten
Seite 144 - 149 im ÖKO-TEST Juni 2016
vom 25.05.2016
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So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und online haben wir sieben Tacker mit Netzstecker und drei mit Akku eingekauft, darunter wichtige Marken wie Novus, Bosch oder Black & Decker. Die Tacker sollten für Heimwerker erschwinglich sein, für den günstigsten haben wir knapp 30 Euro bezahlt, den teuersten gab es für 94 Euro.

Der Praxistest
Im Labor mussten die Tacker ihr Können mit 10-Millimeter- bzw. 15-Millimeter-Klammern (Einhell) an mehreren Materialien unter Beweis stellen, darunter Weich- und Hartholz sowie Kunststoff. Natürlich wurden die Geräte auch auf sicherheitsrelevante Aspekte untersucht, etwa ob der Abzug gut gegen ungewolltes Auslösen gesichert ist und die Isolierung taugt. In der Belastungsprüfung mussten die Tacker 20.000 Auslösungen (ohne Klammern) schaffen. Lautstärke und Erwärmung prüften die Experten ebenso wie die Vibration, die vom Tacker auf die Hand übergeht. Schließlich testeten sie unter anderem auch, wie gut sich mit den Tackern in Randbereichen arbeiten lässt, ob man die Schlagkraft am Gerät regulieren kann und ob die mitgelieferten Informationen zum Produkt verbraucherfreundlich sind.

Die Inhaltsstoffe
Wir ließen im Labor analysieren, ob sich in Griffen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe befinden, eine Gruppe von Stoffen, von denen manche krebserregend sind. Außerdem wollten wir wissen, ob unnötigerweise phosphororganische Verbindungen eingesetzt werden, die häufig nervengiftig wirken - oder Weichmacher, von denen manche hormonell wirken. Zudem interessierte uns, ob sich auf den Platinen der Tacker Hinweise auf umweltschädliche bromierte Flammschutzmittel finden. Und die Untersuchung auf umweltbelastende chlorierte Verbindungen gehört bei ÖKO-TEST ohnehin zum Standard.

Die Bewertung
Tacker müssen gut funktionieren und dabei sicher sein, deshalb gehen das Teilergebnis Tackern zu 50 Prozent und das Teilergebnis Sicherheit zu 30 Prozent in das Testergebnis Praxisprüfung ein. 20 Prozent macht demgegenüber das Teilergebnis Handhabung und Gebrauchsanleitung aus. Das Testergebnis Praxisprüfung kann insgesamt nicht besser sein als das Teilergebnis Tackern und verschlechtert sich zudem um eine Note, wenn die Belastungsprüfung Indizien auf mangelnde Robustheit lieferte. Auffällig hohe Mengen an Schadstoffen haben in Werkzeug nichts zu suchen, deshalb geht das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 30 Prozent in das Gesamturteil ein.

So haben wir getestet

Im Labor mussten die Tacker zeigen, was sie können. Die Prüfer testeten sie auch an unterschiedlich hartem Holz.

So haben wir getestet

Der Handgriff des Akku-Tackers von Novus machte während der Praxisprüfungen Probleme.

So haben wir getestet

Zusätzliche Sicherung: Um den Rapid ESN530 zu betätigen, muss man erst den gelben Schalter umlegen.