Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012

Pilzmittel, Fußpilz
Gut zu Fuß

Zwischen dem vierten und fünften Zeh beginnt eine der häufigsten Infektionskrankheiten in unseren Breiten: der Fußpilz. Die Haut ist anfänglich gerötet und juckt, später kann sie nässen, sieht weiß und aufgequollen aus. Tiefe schmerzhafte Risse kommen hinzu. Was in einem Zehenzwischenraum beginnt, kann sich über den ganzen Fuß ausbreiten, auch auf die Zehennägel.
Beim "klassischen" Fußpilz befallen Fadenpilze die Zehenzwischenräume und die Hornhaut an den Füßen. Neben diesen Dermatophyten können sich - aber eher selten - auch Hefe- oder Schimmelpilze zwischen den Zehen ansiedeln und eine Pilzerkrankung verursachen.
Teile der Pilze überleben auf abgestoßenen Hautschuppen oft lange Zeit. In besonders großer Zahl finden sich diese ansteckenden Hautpartikel überall dort, wo viel barfuß gelaufen wird, also in Schwimmbädern, Saunen oder auf dem Hotelteppichboden. Wenn dann noch jemand nach dem Schwimmen oder Duschen mit aufgeweichter Haut auf diese Partikel tritt, hat der Pilz leichtes Spiel. Experten gehen aber inzwischen davon aus, dass die größte Infektionsquelle die eigene Familie ist. Wenn Handtücher und Waschlappen gemeinsam benutzt werden, besteht hohe Ansteckungsgefahr.
Während Fußpilz bei barfuß laufenden Naturvölkern praktisch nicht vorkommt, gibt es für den hiesigen Schuh- und Sockenträger einige weitere Risikofaktoren. So begünstigen auch Fußfehlstellungen, Diabetes und Durchblutungsstörungen die Empfänglichkeit für eine Infektion. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Von alleine heilt Fußpilz nicht ab. Zur Behandlung stehen eine Reihe von Präparaten aus der Selbstmedikation zur Verfügung. ÖKO-TEST hat 24 rezeptfreie Cremes mit unterschiedlichen Wirkstoffen gegen Pilze an den Füßen im Hinblick auf Wirksamkeit und Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen.
Das Testergebnis
...verheißt Linderung: 20 Produkte schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab, nur eines beurteilen wir mit "ungenügend".
Viele Fußpilzmittel wirken gleichermaßen gut gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze.
Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole (Bifonazol, Clotrimazol, Miconazol, Sertaconazol) sind Breitspektrumantimykotika, das heißt, sie wirken gleichermaßen gut gegen Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilze. In den Cremes gegen Fußpilz werden sie zielgerichtet und therapeutisch sinnvoll eingesetzt, Nebenwirkungen sind sehr selten. Deshalb wertet ÖKO-TEST sie hier auch nicht ab, obgleich etliche Azole zu den halogenorganischen Verbindungen gehören.
Wirkstoffe aus der Gruppe der Allylamine (Terbinafin, Naftifin) wirken ebenfalls gegen alle Erreger. Eine aktuelle Analyse der Cochrane Collaboration deutet an, dass Terbinafin den Azolen in der Behandlung von Fußpilz sogar überlegen sein könnte. Die Cochrane Collaboration ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das die verfügbaren Daten durchforstet und daraus systematische Übersichtsarbeiten zur Bewertung von Therapien erstellt.
Die Lederlind Heilpaste ist nur sinnvoll, wenn Hefe- und Schimmelpilze die Verursacher der Erkrankung sind. Denn der darin enthaltene Wirkstoff Nystatin richtet nur wenig gegen Fadenpilze aus. Da man in der Regel nicht weiß, wer die Bösewichter waren, ist die Paste nicht das Mittel der Wahl.
Ebenfalls nicht die erste Wahl bei Fußpilz ist der Wirkstoff Tolnaftat, der in der Tonoftal Creme zum Einsatz kommt. Tolnaftat wirkt ausschließlich gegen Dermatophyten, aber nicht gegen alle Pilze aus dieser Familie. In puncto Wirksamkeit wird Tolnaftat im Vergleich zu den Azolen als deutlich schwächer eingestuft.
In der Daktar 2% Creme ergab die chemische Analyse Formaldehyd/-abspalter. Formaldehyd ist ein krebsverdächtiger Stoff, der schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Allergien auslösen kann.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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