Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2011

Kinderzahncremes
Bis(s) zur Einschulung

Bevor mehr oder weniger pünktlich zum Beginn des ersten Schuljahrs die ersten bleibenden Zähne durchbrechen, brauchen Kinder Zahncremes mit einer anderen Rezeptur als Erwachsene. In einigen Testprodukten stecken allerdings Farbstoffe oder Reinigungssubstanzen, die wenig kindgerecht sind.
Neben einer gesunden Ernährung ist das wichtigste Mittel zur Vorbeugung gegen Karies das Mineral Fluorid, das den Zahnschmelz stärkt. Wenn aber Kinder zu viel Fluorid aufnehmen, hat das Nebenwirkungen. Die Dosis muss also stimmen.
Säuglinge bekommen vom Kinderarzt häufig zunächst eine Kombinationstablette mit Fluorid und Vitamin D zur Vorbeugung der Mangelerkrankung Rachitis verschrieben. Wie es mit der Fluoridversorgung weitergehen soll, wenn der erste Zahn da ist, darüber sind sich Kinder- und Zahnärzte aber nach wie vor uneins. Viele Kinderärzte und die Wissenschaftler von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin empfehlen, Kindern in den ersten drei Lebensjahren weiterhin Fluoridtabletten zu geben und sie keine Zahnpasta verwenden zu lassen, da sie diese noch nicht richtig ausspucken können. Nach den Vorstellungen der Zahnärzte sollten dagegen vom Durchbruch des ersten Milchzahns an Zahncremes mit einer niedrigen Fluoridkonzentration von 500 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) verwendet werden und außerdem fluoridiertes Speisesalz zum Kochen und Backen. Das Kombinationspräparat aus Fluorid und Vitamin D sollte dann abgesetzt werden; zur Rachitisvorbeugung könnten die Kinder ein reines Vitamin-D-Präparat bekommen. Für die Empfehlung der Zahnärzte sprechen Forschungsergebnisse, wonach Fluoride vor allem durch direkten Kontakt mit den Zähnen karieshemmend wirken. Fluoridtabletten sind aber nach wie vor eine ebenfalls vertretbare Alternative.
Weil kleine Kinder beim Putzen oft mehr Zahncreme verschlucken als ausspucken, ist es besonders wichtig, dass diese frei von bedenklichen Inhaltsstoffen ist. Um das zu überprüfen, haben wir 21 Marken in die Labore geschickt, darunter vier ohne Fluoridzusatz.
Das Testergebnis
Zehn Produkte schneiden mit "sehr gut" ab, weitere fünf mit "gut". Bei den drei beliebten Marken Odol, Signal und Colgate gibt es aber so viele Kritikpunkte, dass sie von uns nur ein Gesamturteil "mangelhaft" bekommen.
Bei den drei Schlusslichtern sowie der Zahncreme von Elmex stehen PEG/PEG-Derivate auf der Zutatenliste. Diese können die Schleimhäute für Fremdstoffe durchlässiger machen.
In der Oral-B Stages Berry Bubble Zahncreme, der Colgate Smiles 0-6 Jahre und dem Signal-Milchzahn-Gel mit Fluorid steckt Natriumlaurylsulfat. Es kann die empfindlichen Schleimhäute reizen.
In Lebensmitteln müssen die Azo-Farbstoffe Cochenillerot, Azorubin und Gelborange S mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden: "Kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken." Da die Kleinen große Anteile der Zahncreme herunterschlucken, werteten wir die Farbstoffe ab. Das betrifft sechs Zahncremes im Test.
Dass vier Zahncremes überhaupt kein Fluorid enthalten, werten wir nicht ab; fluoridfreie Zahncremes werden gebraucht, wenn die Fluoridierung über Tabletten erfolgt. Weder Fisch noch Fleisch ist dagegen die niedrige Dosierung im SensiDent Kid Zahngel für Kinder Himbeergeschmack von Müller Drogeriemarkt: Anstelle der von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfohlenen 500 mg/kg enthält das Produkt nur knapp 250 mg/kg Fluorid.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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