ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010
Sie fressen alles Grüne, sei es Gemüse oder Zierpflanzen, und sind gerade in feuchten Sommern eine echte Plage: Nacktschnecken wie die bis fünf Zentimeter großen Ackerschnecken oder die schwarzen, braunen oder rötlichen Wegschnecken, die 18 Zentimeter lang werden können. Auch die spanische Wegschnecke, die in den 1960er-Jahren nach Deutschland eingeschleppt wurde, macht hierzulande immer mehr Probleme. Da sie bitter schmeckt, wird sie etwa von Vögeln nicht gerne verspeist. Zu allem Überfluss ist sie sehr gefräßig und vermehrt sich rasend schnell.
Gegen das massenhafte Auftreten der gefräßigen, schleimigen Tiere werden in Deutschland jährlich fast 40 Tonnen Schneckenmittel in Haus- und Kleingärten verstreut. ÖKO-TEST hat zehn Mittel eingekauft und die Inhaltsstoffe beurteilt.
Das Testergebnis
Nur zwei Mittel, nämlich das Aries Schnecken Granulat mit Lavandinöl, das vorbeugend ausgestreut werden kann, und das Neudorff Ferramol Schneckenkorn erhalten von uns die Bestnote, nämlich "sehr gut". Das Schneckenmittel von Neudorff enthält Eisen-III-Phosphat, es wirkt als Fraßhemmer bei Schnecken, sie ziehen sich zurück und sterben nach einigen Tagen. Es ist im ökologischen Landbau auch nach den strengen Richtlinien der Anbauverbände erlaubt.
Die sieben Schneckenmittel mit Metaldehyd schneiden mit "befriedigend" ab. Metaldehyd schädigt die Schleimhäute der Schnecken und hat den Effekt, dass die ausschleimenden Schnecken verstreut im Garten verenden. Das Methiocarb im Bayer Garten Schneckenkorn erhält vier Noten Abzug. Es ist ein Nervengift mit einer hohen akuten Toxizität. Sowohl Metaldehyd- und Methiocarb-haltige Schneckenmittel werden mit Vergiftungsunfällen bei Hunden und Katzen in Verbindung gebracht. Wer Haustiere hat, sollte solche Mittel lieber nicht im Garten ausstreuen oder nur in Köderstationen verborgen.