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21. September 2012
Gütezeichen für Öko-Strom
Erhebliche Unterschiede
Erhebliche Unterschiede

Willkommen im Labeldschungel

Wichtig sind die Eigentumsverhältnisse des Stromanbieters. Er sollte nicht in Atom- oder Kohlestromanlagen investiert haben.


Bis dahin müssen interessierte Verbraucher mit den vorhandenen Labeln auskommen. Und für deren Aussagekraft gibt es erhebliche Unterschiede: "Für Verbraucher, die über das Erneuerbare Energien Gesetz hinaus den Zubau erneuerbarer Stromerzeugung fördern wollen, sind vor allem das Grüner Strom Label Gold (GSL) und das ok-power-Label empfehlenswert", urteilt Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut in Freiburg, die für das vom Bundesumweltministerium und der EU geförderte Internetportal EcoTopTen.de bundesweit verfügbare Öko-Stromangebote miteinander vergleicht. Zwar haben in letzter Zeit alle Label ihre Anforderungen hinsichtlich des Zubaus neuer Anlagen verbessert, aber: "Bei den TÜV-Labeln ist ein Herauskaufen aus öffentlichen Fördersystemen zum Zubau möglich, deshalb sind Tarife die ausschließlich mit einem der TÜV-Siegel zertifiziert sind, in der EcoTopTen-Marktübersicht nicht enthalten", erläutert Quack. Die Liste enthält aktuell 26 bundesweite Stromtarife mit "erstklassiger Umweltbewertung", so die Einschätzung des Öko-Instituts, die strenge ökologische Mindestkriterien erfüllen und garantieren sollen, dass die Stromproduktion in Europa tatsächlich ökologischer wird. Nachweisen können die Anbieter die Einhaltung der EcoTopTen-Kriterien über das Grüner Strom Label Gold, das ok-power-Label oder separat über einen externen Gutachter. Diesen dritten Weg gehen zum Beispiel die Energiewerke Schönau EWS, ein Pionier in Sachen purer Öko-Strom. Nicht zuletzt sollen die EcoTopTen-Kriterien dafür sorgen, dass neue umweltfreundliche Kraftwerke entstehen, über die bereits bestehende staatliche Förderung hinaus. Zulässig ist aber auch hier ein Anteil von maximal 50 Prozent Strom aus "hocheffizienter" Kraft-Wärme-Kopplung mit Erdgas als Energieträger, also teilweise aus konventionellen Quellen. "Ohne diese Brücke schaffen wir den Übergang zu 100 Prozent Öko-Strom nicht", erklärt Fachfrau Dietlinde Quack.

Auch wer sich für die Eigentumsverhältnisse des Anbieters interessiert, um zum Beispiel Konzerne auszuschließen, die auch Atom- und Kohlestrom verkaufen, wird bei EcoTopTen in einer entsprechenden Spalte fündig. Eine weitere Möglichkeit, Informationen zum Anbieter einzuholen sind Angaben in Stromvergleichsportalen wie Verivox, wo durch einen Klick auf den Anbieternamen redaktionelle Hinweise, aber auch Selbstdarstellungen der Anbieter abrufbar sind. Ausreichend sind diese Angaben nicht immer, zusätzliche Recherchen auf den Internetseiten der Anbieter können nötig sein. Diese sind zum Beispiel gesetzlich verpflichtet, den Erzeugungsmix des verkauften Stroms anzugeben, aber nicht woher dieser stammt. Ein Ausschlusskriterium ist die Zugehörigkeit etwa zu einem Konzern mit Atomkraftwerken für die Label aber nur bedingt, teilweise sind wie bei GSL Gold echte AKW-Betreiber ausgeschlossen, nicht aber deren Tochtergesellschaften. Die konkreten Ausschlusswirkungen sind deshalb gering.

Bei einer der größten Energiequellen der Zukunft halten sich die Label ebenfalls zurück. Denn strenge Vorgaben zum Einsparen von Strom gibt es keine, obwohl die Wende hin zu 100 Prozent Öko-Strom nur durch massives Stromsparen erreicht werden kann. Insgesamt sind mit den genannten Labeln ausgezeichnete oder bei EcoTopTen gelistete Stromtarife aber auf jeden Fall deutlich besser für die Umwelt als Angebote ohne jegliche Zertifizierung.

Anschließend nun die wichtigsten Öko-Strom-Label im Überblick.



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