Die Jahre der Wetterextreme
Der Aprilsommer

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Nicht kühl und feucht, sondern heiß und trocken
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Ein kleiner Funke genügt, schon stehen Wälder in Flammen. Wegen anhaltender Dürre herrscht in Deutschland immer wieder Waldbrand-Alarm, wie hier in einem Brandenburger Forst. Foto: Tilo/Wikipedia
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Die Folgen der veränderten Luftzirkulation sind also erkennbar, sagt Wilfried Küchler vom sächsischen LfULG - auch in der Tatsache, dass "die Bauernregeln nicht mehr stimmen". Wirklich knackige Eisheilige waren in den vergangenen Jahren ebenso die Ausnahme wie der sprichwörtliche Altweibersommer. Dagegen beobachten Fachleute ein neues Phänomen: den "Aprilsommer". Der bisher als wechselhaft, kühl und feucht bekannte Frühlingsmonat fällt immer öfter heiß und trocken aus, wofür eine stabile Südwest-Hochdrucklage sorgt. Ähnlich regenarm sind immer häufiger auch die Monate Mai und Juni, was Landwirte und Gärtner vor erhebliche Probleme stellt.
Küchler, der Wetterdaten bis zurück in die 50er-Jahre untersucht hat, beobachtet vor allem in den zurückliegenden fünf bis zehn Jahren "auffällige, zuletzt gravierende" Veränderungen im Wettergeschehen. "In der Atmosphäre ist etwas gehörig durcheinandergekommen", sagt er. Auch Küchler hält die andernorts aus Computersimulationen abgeleitete Voraussage, dass extreme Wetterereignisse künftig deutlich häufiger auftreten werden, angesichts seiner eigenen Beobachtungen für sehr plausibel. Die Tendenz, sagt er, "ist schon da".
Das Klima wird also ungemütlicher in Deutschland. Die Sachsen, warnt das LfULG, müssen sich im Sommer auf deutlich längere Dürrezeiten einstellen; ironischerweise kann es gleichzeitig örtlich Überflutungen geben, wenn Starkregen niedergehen. Der gesamte Osten der Republik muss in den Sommermonaten immer häufiger mit heftigen Stürmen und Hagel rechnen - der Gesamtverband der deutschen Versicherer hält eine Zunahme um 61 Prozent für denkbar. Im Westen werden es vor allem "außergewöhnlich heftige" Winterstürme sein, die große Schäden anrichten. Deren Umfang, prophezeite die GDV-Studie, könnten in manchen Regionen um "über 100 Prozent" ansteigen.
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