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23. November 2011
"Stiller Rückruf" für Honig


Damit es keinen Skandal gibt?

Den Ball flach halten: Wird Honig mit Gen-Pollen still und heimlich "zurückgerufen", damit es keinen Skandal gibt?
Foto: NiDerLander/Fotolia.com

Die Lage ist klar: Honige mit Gen-Pollen, die in Europa nicht als Lebensmittel zugelassen sind, dürfen nicht verkauft werden. Das hatte Anfang September der Europäische Gerichtshof klargestellt. Dennoch war dieser Honig danach vereinzelt noch im Handel.

Wie das? Kurz nach dem Urteil hatte es eine Konferenz der Länderministerien gegeben, koodiniert vom Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV). Die Frage war, wie man mit Restbeständen umgeht, die noch im Handel sein könnten: Konsequent verdächtige Proben suchen – oder einfach abwarten, bis die von selbst verschwunden sind? Ein Protokoll zu diesem Gespräch wollte uns das BMELV nicht zur Verfügung stellen. Auch hieß es, man könne den zuständigen Ländern weder Vorschriften machen noch Empfehlungen geben. Wie aus dem badenwürttembergischen Verbraucherschutzministerium zu hören ist, soll in dem Gespräch aber durchaus geraten worden sein – sinngemäß –, den Ball flach zu halten und keinen neuen Lebensmittelskandal heraufzubeschwören. Zumal Handel und Hersteller teils schon vor dem Urteil reagiert und die Bestände überprüft hatten.

"Nicht mit uns" – entschied dagegen das baden-württembergische Ministerium und schickte die Kontrolleure los. Die fanden prompt in drei von 39 Proben verbotene Gen-Pollen! Das Ministerium habe sogleich bei den anderen Ländern, beim Bund und der EU Alarm geschlagen und zudem die betroffenen Honigfirmen informiert. Stuttgart geht davon aus, dass man nun bundesweit keinen Honig mit nicht zugelassenen Gen-Raps-Pollen mehr findet. Garantieren kann das natürlich niemand.

( oet )


Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
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