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ÖKO-TEST November 2016
Test
Honig
Von Bio-Bienchen und Bio-Blümchen
Honig

Honig ist ein Spiegelbild der Natur, aus der er stammt. Und so stecken, je nach Herkunft, Glyphosat und Gentechnik mit im Glas - "bio" hin oder her. Die gute Nachricht: Acht können wir empfehlen.

ÖKO-TEST November 2016
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Der Blick im Supermarkt fällt prüfend auf das Kleingedruckte hinten auf dem Honigglas. "Gemäß EG-Öko-Verordnung" steht da "bio". Doch was macht Bio-Honig eigentlich aus? Fliegen Bio-Bienchen etwa nur Bio-Blümchen an? Oder wie kontrolliert der Imker, dass das, was da im Bio-Honigglas landet, auch das ist, was der Verbraucher unter "Bio" versteht - pestizidfrei, gentechnikfrei, "öko" halt?

Die Antwort ist so einfach wie enttäuschend: Er tut es gar nicht, weil er es auch gar nicht muss. Für Bio-Honig gelten, was die Rückstände an Pestiziden etwa betrifft, genau die gleichen Höchstmengen wie für konventionellen Honig. Hier ist der einzige Unterschied, dass Bio-Imker ihre Bienenstöcke an einem Ort aufstellen müssen, an dem "im Umkreis von drei Kilometern um den Standort Nektar- und Pollentrachten im Wesentlichen aus ökologischen und/oder Kulturen bestehen, die nach Methoden mit geringer Umweltauswirkung behandelt werden". Im Wesentlichen. Geringer. Soll heißen: Die Felder sollen mehr oder weniger bio sein, zumindest halt nicht so richtig gespritzt. Allerdings selbst wenn die Felder ökologisch angebaut werden, kehren Bienen nach drei Kilometern nicht einfach um, wenn da etwa ein blühendes, aber leider frisch gespritztes Rapsfeld lockt. Und auch vor gentechnisch veränderten Pflanzen machen Bio-Bienen nach drei Kilometern nicht Halt. Sie fliegen bis zu zehn Kilometer weit. Und so ist auch Bio-Honig ein Spiegelbild der Natur, aus der er stammt. Ein Honig, in dem Glyphosat und Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen stecken, kann problemlos als "Bio" gekennzeichnet werden. Und genau hier liegt der Unterschied zu anderen Lebensmitteln: Die dürfen nur als "Bio" gekennzeichnet werden, wenn das Endprodukt "Bio" ist - also ohne Gentechnik, ohne Pestizide. Bio-Honig darf aber Bio-Honig heißen, wenn die Bienen ökologisch gehalten wurden. Das Endprodukt Honig haben weder die EG-Öko-Verordnung noch die Bio-Verbände mit ihren Richtlinien wirklich im Blick. Sie legen in erster Linie Richtlinien für die Haltung der Bienen fest - ohne Zweifel wichtige Aspekte. So dürfen etwa Bio-Bienen nur in Bienenkästen gehalten werden, die aus natürlichen Rohstoffen wie Lehm, Stroh oder Holz bestehen. Gefüttert wird im Winter nur mit Bio-Zucker und das in der konventionellen Haltung durchaus übliche Beschneiden der Flügel der Bienenkönigin, um sie am Schwärmen zu hindern, ist verboten. Auch die Mittel gegen Bienenkrankheiten sind streng reglementiert. Das alles ist wichtig, unterstützenswert - aber wenn das Endprodukt Honig sich im Wesentlichen nicht von konventionellem unterscheidet, sollte es dann "Bio" heißen dürfen? "Honig aus ökologischer Bienenhaltung" etwa würde den Unterschied deutlich machen, aber keine falschen Erwartungen wecken.



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Inhalt

» Der Blick im Supermarkt fällt prüfend auf das ...
» "Genaugenommen", sagt Petra Friedrich vom ...
» Wie steht es nun um die Qualität des Honigs - ...
» Monsanto lässt grüßen: Das Thema Glyphosat in ...
» Natürliche Gifte: Pyrrolizidinalkaloide (PA) hat ...
» Nix für Babys: Für Kinder unter zwölf Monaten ...
» 120.000 Kilometer müssen Bienen für 500 Gramm ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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