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Jahrbuch für 2017
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Räucherlachs
König im Käfig
Räucherlachs

Lachse werden in Aquakulturen gemästet wie Schweine. Zu Hunderttausenden werden die "Könige der Fische" in den Netzkäfigen gehalten. Immerhin: Der Fisch ist sauber, fast immer.

Jahrbuch für 2017
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Wenn's Fisch sein soll greifen die Deutschen gerne zum Lachs. Wir haben 15 Mal Räucherlachs eingekauft, ins Labor geschickt und auf Keime, Schadstoffe und Arzneimittelrückstände untersuchen lassen. Zudem wollten wir wissen, unter welchen Bedingungen die Fische gelebt haben.

Das Testergebnis

Was die Inhaltsstoffe und bedenkliche Keime in und auf den Räucherlachsen angeht, schneiden die meisten Produkte im Test mit "gut" oder "sehr gut" ab. Die Ergebnisse von Tierhaltung, Ökologie und Transparenz in der konventionellen Aquakultur zeigen allerdings ein konträres Bild. Da schaffen es nur zwei Produkte auf ein "ausreichend", bei den anderen hagelt es "mangelhaft" und "ungenügend".

Die meisten Hersteller haben unseren umfangreichen Fragebogen ausführlich beantwortet. Nur bei den Nachweisen haperte es bei vielen - aber das führt genauso zu Punktabzug wie die Nichteinhaltung unserer Kriterien.

Entscheidend für das Tierwohl in Aquakulturen ist die Besatzdichte - mehr als zehn Kilogramm Fisch pro Kubikmeter Wasser sollten es nicht sein. Da lehnen wir uns an die Einschätzung des Öko-Verbandes Naturland an. Hohe Besatzdichten können die Fische unter Stress setzen, führen zu Flossenverletzungen und machen sie anfälliger für Krankheiten und Parasitenbefall. Die Wasserqualität leidet, und auch das ist ein entscheidender Faktor für das Wohlergehen der Fische. Zudem sind die Verschmutzungen der Umwelt um die Farmen herum höher als bei niedrigem Besatz.

Zwei Hersteller lassen die Wildlachse mit Kiemen- oder Wadennetzen fangen. In den Netzen verfangen sich die Fische: Sie kommen zwar vorwärts rein, aber rückwärts nicht mehr raus. Dabei können sie in Panik geraten und ihre Flossen verletzen. Ein weiteres Problem dieser Fangmethode ist der Beifang. In den Netzen verheddern sich auch andere Fische oder Vögel. Dafür gibt es Punktabzug von uns. Alle Wildlachse im Test wurden im Nordostpazifik Alaskas gefangen. Das Gebiet gilt als einer der größten Bestände weltweit für den Lachs und damit als unbedenklich.

Rückstände des umstrittenen Konservierungsmittels Ethoxyquin haben wir in drei Räucherlachsen gefunden. Verfüttert haben es wohl alle Hersteller in konventioneller Haltung. Wechsler gibt als einziger an, kein Ethoxyquin verwendet zu haben - da verwundert natürlich, dass das Labor gerade in diesem Lachsfleisch Rückstände des Konservierungsmittels gefunden hat. Mit dem Zusatz nehmen die Hersteller in Kauf, dass die Chemikalie, die unter dem Verdacht steht, krebserregend zu sein, im Fisch und so auf dem Teller landet. Wir werten per Nachweis ab - Grenzwerte für Rückstände in Fisch, an denen wir uns orientieren könnten, gibt es nicht.

Eine oder mehrere Nematoden haben wir in drei der fünf Wildlachse gefunden. Bei der unappetitlichen Zugabe handelt es sich um Larven von Fadenwürmern, die Lachse in freier Wildbahn oft befallen. Da die Parasiten beim Einfrieren sterben, ist die Fleischeinlage im Fisch zwar nicht gefährlich, aber ekelerregend. Deswegen werten wir ab.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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