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ÖKO-TEST November 2015
Test
Räucherlachs
König im Käfig
Räucherlachs

Lachse werden in Aquakulturen gemästet wie Schweine - dabei handelt es sich um nichts anderes als um hoch industrialisierte Massentierhaltung unter Wasser. Zu Hunderttausenden werden die "Könige der Fische" in den Netzkäfigen gehalten. Immerhin: Der Fisch ist sauber, fast immer.

ÖKO-TEST November 2015
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Der Lachs, der in freier Natur aufwächst, ist ein Wandertier. Er lebt im Salzwasser; zieht aber zum Ablaichen in die Süßwassergewässer, in denen er selbst auf die Welt kam. Dabei legt er mithilfe seines Geruchssinns, der ihm Orientierung gibt, oft über tausend Kilometer zurück. Selbst Hindernisse wie Wasserfälle können ihn nicht davon abhalten, zu seinem Ursprung zurückzufinden.

Der Lachs, der in intensiven Aquakulturen aufwächst, schwimmt im Kreis. Viel Platz bleibt ihm nicht in dem Netzkäfig, in dem er oft mit Hunderttausenden seiner Art gehalten wird. Die hohen Besatzdichten führen nicht nur zu Verletzungen der empfindlichen Flossen. Je enger die Fische gehalten werden, desto schlechter wird die Wasserqualität und dementsprechend anfälliger werden die Fische für Krankheiten, Parasitenbefall oder Ausschläge. Die Lachslaus etwa, die die Tiere bei lebendigem Leib frisst, ist so ein Problem, das vermehrt in eng gehaltenen Beständen auftritt. Die Folge: Antibiotika und Chemikalien werden in die Gehege gekippt und landen so nicht nur in den Fischen, sondern auch im Meer. Dass auch Fische Schmerzen empfinden, Stress und Angst, das ist noch nicht in den Köpfen aller Hersteller, Behörden und Verbraucher angekommen. Deswegen steht das Tierwohl längst nicht an erster Stelle, wenn es um die Aufzucht in Aquakulturen geht.

Der triste Alltag der Zuchtlachse wird nur unterbrochen von regelmäßigem Futterregen. Pellets, die aus einer Mischung von Fischmehl, Fischöl, Soja- und Maisproteinen sowie Weizen, Bohnen und Erbsen etwa und diversen Zusatzstoffen bestehen, werden maschinell im Wasser verteilt und regnen so von oben auf die Fische herab. Was nicht gefressen wird, landet auf dem Meeresboden - synthetische Farbstoffe, Antioxidantien wie Ethoxyquin und Medikamente inklusive. Dass der Farbstoff Canthaxanthin schädlich für Menschen und somit wohl auch für die Tiere sein kann, scheint den meisten Hersteller immerhin bewusst zu sein. Es gab mehrere Hinweise darauf, dass sich der Stoff in den Augen ablagert und so langsam die Sehfähigkeit trüben kann. Doch ganz ohne Farbstoffe im Futter wäre das Lachsfleisch aus Aquakulturen kaum zu verkaufen. Es wäre gräulich und würde so wohl in den Kühlregalen der Supermärkte liegen bleiben. Zuchtlachs bekommt Farbstoffe - wobei das wohl harmlosere Astaxanthin das kritische Canthaxanthin inzwischen mehr und mehr verdrängt. Ökologische Aquakulturen greifen auf natürliche Stoffe wie Phaffia-Hefe zurück; auch sie färbt das Lachsfleisch schön rosa; Wildlachs bekommt seine Farbe aus dem natürlichen Farbstoff, der in seinem Futter, etwa kleinen Krebstieren, steckt.



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Inhalt

» Der Lachs, der in freier Natur aufwächst, ist ein ...
» Kritischer als die Farbstoffe sehen viele ...
» Dem ist aber nicht so: Ethoxyquin bleibt in ...
» "Fische können nicht schreien - und deswegen ...
» Bedenkliche Fangmethoden: Zwei Hersteller lassen ...
» Eklige Larven: Eine oder mehrere Nematoden haben ...
» Kompakt - Wildfang oder Aquakultur? ...
» MSC - Es prangt auf nahezu jedem Wildlachs in ...
» EU-Bio - Ob bei Aldi, Lidl oder Penny: Das ...
» Unser Fazit: na ja. So wirklich verlassen kann ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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