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Babys brauchen für ihre Haut nur selten Unterstützung durch Kosmetika: zum Beispiel wenn es kalt und windig oder die zarte Haut doch einmal richtig trocken ist. Im besten Fall sind all die Cremes sonst nur ein zusätzlicher Kostenfaktor, der eingespart werden kann - im schlechtesten Fall jedoch können sie dem kleinen Körper sogar schaden. Dann nämlich wenn sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Erst im Mai dieses Jahres hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf eine Gefahr durch potenziell krebserregende MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) in kosmetischen Produkten hingewiesen. Sie können sich auch in der Inhaltsstoffliste von Babypflegecremes hinter Bezeichnungen wie Paraffin oder Cera microcristallina verbergen.

Wir haben 22 Babypflegecremes in die Labore geschickt und sie auf MOAH, aber auch auf weitere bedenkliche und umstrittene Substanzen überprüfen lassen.

Das Testergebnis

Ein paar Ausreißer trüben den guten Eindruck, den das Gros der Babypflegecremes in unserem Test hinterlässt. 16 getestete Produkte können wir mit "sehr gutem" Ergebnis uneingeschränkt empfehlen. Ausgerechnet ein Naturkosmetikprodukt fällt allerdings mit "mangelhaft" durch.

Im Labor wurden in der Bioturm Baby-Creme Gesicht & Körper Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Formaldehyd gilt als krebserregend und kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Es wird in freier Form kaum noch in Kosmetika eingesetzt, kommt aber in abspaltbarer Form in anderen Substanzen vor. In zertifizierter Naturkosmetik sind Formaldehydabspalter und freies Formaldehyd nicht erlaubt. Daher haben wir den Nachweis in einem Produkt mit BDIH-Logo nicht erwartet. Wir ließen das Ergebnis mehrfach im Labor nachprüfen, der gemessene Wert blieb gleich.

Vier Babypflegecremes im Test enthalten Erdölverbindungen. Deshalb haben wir sie gezielt auf MOAH untersuchen lassen. Drei Proben waren eindeutig belastet. Die mit Abstand höchste MOAH-Konzentration fanden wir in der Kaufmann’s Haut- und Kindercreme, in deren Inhaltsstoffliste Petrolatum an erster Stelle steht. Auch wenn im Labor nicht genau bestimmt werden kann, wie groß der Anteil tatsächlich krebserregender Stoffe in den gefundenen MOAH ist: Je höher der Gehalt, desto höher ist das Risiko. Auch in der Bebe Zartpflege Zartcreme hat das Labor nicht unerhebliche Werte gemessen. Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes werten wir Produkte ab, in denen mehr als 0,1 Prozent MOAH nachgewiesen werden. Das trifft auch auf die Vita-Horm Baby-Hautcreme zu. Das Beispiel Vita-Horm zeigt jedoch, dass bereits in geringen Mengen von Paraffinen/Erdölprodukten nicht unerhebliche MOAH-Gehalte stecken können. Denn die deklarierten Stoffe Petrolatum und Paraffinum liquidum blieben im Labor unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Unklarer Anwendungsbereich. In der Vita-Horm Baby-Hautcreme ist das bedenkliche Propylparaben enthalten. Die Europäische Kommission hat die Verwendung von Propyl- und Butylparaben "in nicht abzuspülenden Mitteln, die zur Anwendung im Windelbereich von Kindern unter drei Jahren bestimmt sind", verboten. Die Haut ist in dieser Körperregion oft wund und das Risiko erhöht, dass die Parabene in den Stoffwechsel des Kindes gelangen. Auf der Verpackung der Vita-Horm Baby-Hautcreme findet sich die Empfehlung "Nach dem Baden den ganzen Körper und das Gesicht des Säuglings einreiben" - der Windelbereich wird dabei nicht explizit genannt, aber eben auch nicht ausgeschlossen. Nach Einschätzung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Karlsruhe ist eine Anwendung im Windelbereich somit vorhersehbar. Daher darf die Creme nach dem 16. Oktober 2015 mit einer Rezeptur, die Propylparaben enthält, nicht mehr verkauft werden.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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