Testberichte aus dem Archiv
Ratgeber Kosmetik 12:2012 mit CD

Handcremes
Pflegebedarf

Hände müssen viel aushalten. Allein das tägliche Händewaschen strapaziert. "Das Wasser entzieht der Haut Fette, die der Aufrechterhaltung der natürlichen Hautbarriere dienen", erklärt Privatdozentin Dr. Kristine Breuer, Leiterin der Abteilung Allergologie und Berufsdermatologie am Dermatologikum Hamburg. "Die natürliche Hautbarriere schützt die Haut vor schädlichen äußeren Einflüssen und stabilisiert ihren Feuchtigkeitshaushalt. Sie ist vergleichbar mit einer Mauer: Durch die Lipide wird sie zusammengehalten. Werden die Lipide ausgewaschen, verliert sie an Stabilität", so Breuer. Die Dermatologin empfiehlt daher, die Hände nach jedem Waschen einzucremen, um der Haut entzogenes Fett zurückzugeben. Weil Handcremes das A und O für die tägliche Pflege der Hände sind, wollten wir wissen, wie es um ihre Qualität bestellt ist. 25 Cremes zur Pflege trockener und strapazierter Haut haben wir deshalb im Labor auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen.
Das Testergebnis
Mehr als die Hälfte der 25 Handcremes im Test schneiden mit "sehr gut" und "gut" ab. Die vier Produkte der Naturkosmetikhersteller sowie vier konventionelle Produkte sind frei von bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen. Allerdings fallen immer noch vier Produkte mit "mangelhaft" und "ungenügend" durch. Apothekenprodukte landeten übrigens wieder einmal auf den hinteren Plätzen.
Bis auf eine Handcreme enthalten alle Produkte Parfüm. Das muss kein Problem sein. Allerdings können einige Duftstoffe Allergien auslösen. Problematische Stoffe wie Lyral und Cinnamylalkohol stecken beispielsweise im Kamill Hand & Nagelcreme Balsam. Weil sie auf der Verpackung deklariert werden müssen, erkennt man die Übeltäter auch. Anders ist das bei polyzyklischen Moschus-Verbindungen. Da die Hersteller diese künstlichen Duftstoffe, die sich im Körper anreichern, unter den Begriffen Parfüm und Aroma angeben dürfen, sind sie für den Verbraucher nicht auszumachen.
Die Handcreme Essence 24h Hand Protection Balm Repair verspricht einen 24-Stunden-Schutz für die Hände. Das hört sich toll an, auch wenn es eigentlich nicht möglich ist, da die Creme mit jedem Händewaschen ja wieder heruntergespült wird. Problematisch aber ist, dass unser Labor eine Reihe von Inhaltsstoffen analysiert hat, die der Haut schwer zu schaffen machen können. Neben polyzyklischen Moschus-Verbindungen sind PEG/PEG-Derivate enthalten. Diese, häufig als Emulgatoren eingesetzt, können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Auch Paraffine/Erdölprodukte/Silikone stecken in dem Produkt von Cosnova. Weil sich die künstlichen Stoffe nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle integrieren, gibt’s auch hier Punktabzug.
Auffällig häufig werden bedenkliche Parabene verwendet. In 13 Produkten hat das Labor einen oder mehrere dieser Konservierungsstoffe nachgewiesen, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken. Punktabzug gibt’s auch für den Einsatz von Methylisothiazolinon, das in der Nivea Hand Creme Pure & Natural enthalten ist. Nach jüngsten Erkenntnissen kann das Konservierungsmittel Allergien auslösen. Auch in der Eldena Body Care Handcreme von Aldi Nord und der Cien Bodycare Feuchtigkeitsspendende Handcreme von Lidl steckt diese Substanz - allerdings unter unserer Abwertungsgrenze.
So reagierten die Hersteller
Etliche Hersteller informierten uns darüber, dass man die Rezeptur des Produkts überarbeite und in Zukunft auf Propyl-, Butyl- und Isobutylparaben verzichten werde.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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