Ratgeber Bauen, Wohnen, Renovieren 14:2012 mit CD
Die Anforderungen an die Dämmung eines Hauses werden immer strenger. Zurzeit gilt noch die Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2009, doch noch 2012 soll die nächste Verschärfung in Kraft treten.
Während bei Neubauten das Gesamtgebäude betrachtet und der Jahresprimärenergiebedarf berechnet wird, gibt es für die Sanierung von Wohngebäuden Mindestwerte für einzelne Bauteile, die erreicht werden müssen. Bauherren dürfen also nicht dämmen, wie es ihnen beliebt, sondern sie müssen beispielsweise beim Dach einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,24 W/(m2K) erreichen. Dazu sind unterschiedlich dicke Dämmstärken erforderlich, je nachdem wie gut das gewählte Material dämmt. Zur Berechnung muss allerdings der offizielle Bemessungswert zugrunde gelegt werden und nicht der Nennwert, mit dem die Hersteller gerne werben.
Um dies oder noch einen besseren Wert zu erreichen, was empfehlenswert ist, sind ordentliche Dämmpakete erforderlich. Da stößt der Bauherr oft auf ein Problem. Zum einen ist zwischen den Sparren meist nicht genug Platz vorhanden, zum anderen erhöht sich durch die Dämmung das Gewicht, das die Sparren dann möglicherweise nicht mehr tragen können. Deshalb ist eine statische Berechnung erforderlich. Unter Umständen muss erst einmal der Dachstuhl verstärkt werden. Die EnEV 2009 sieht eine Ausnahme vor: Wenn die Sparrenhöhe begrenzt ist, reicht die maximal mögliche Dämmstärke aus.
Wie man sieht, ist eine Dämmung kein einfaches Unterfangen und sollte deshalb von einem Fachmann geplant werden. Auch die Ausführung überlässt man möglichst erfahrenen Handwerkern. Denn neben dem lückenlosen Einbringen der Dämmung sind absolut dichte Anschlüsse der Dampfbremse erforderlich sowie eine Luftdichtigkeit des Daches. Die preisgünstigen Zellulosedämmungen können ohnehin nur von Fachbetrieben eingeblasen werden, bei Mineralfasern sind besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.
Die Dämmung zahlt sich für den Bauherrn aus. Er spart Heizenergie und die steigenden Kosten der Lieferanten treffen ihn weniger hart. Versüßt wird das energieeffiziente Sanieren durch die KfW-Förderbank, wenn der Bauantrag für Ihr Haus vor 1995 gestellt wurde. Je nach erreichtem KfW-Effizienzhaus-Standard werden für einzelne Maßnahmen wie das Dämmen eines Dachs bis zu 3.750 Euro Zuschuss pro Wohneinheit gewährt, und zwar für maximal zwei Wohneinheiten. Oder es gibt ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit mit einem effektiven Zinssatz von zurzeit 1,0 Prozent bei bis zu 30-jähriger Laufzeit (Stand 31. Januar 2012). Die Zinsen werden für zehn Jahre festgeschrieben. Ein Sachverständiger muss die Angemessenheit der Maßnahmen bestätigen - lassen Sie sich beraten.