Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch für 2012

Thermische Solaranlagen, Warmwasser
Thermische Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung

Warum nicht die Sonne für Wärme im Haus sorgen lassen? Mit einer solarthermischen Anlage auf dem Dach ist es möglich. Wir haben Anlagen getestet, die für warmes Wasser sorgen und sogenannte Kombianlagen, die darüber hinaus auch die Heizung unterstützen.
Ob aus Klimaschutzgründen, wegen knapper werdender fossiler Energien oder durch den Wunsch, unabhängig von großen Stromkonzernen zu sein: Solarthermische Anlagen sind heute Stand der Technik und empfehlenswert. Bislang steuert die Solarthermie, wie die Wärme aus Sonne im Fachjargon genannt wird, nur einen Bruchteil zur Wärmebereitstellung bei. Doch der Anteil soll kräftig steigen, weshalb die Anlagen gefördert werden. Allerdings ist das mit einem ständigen Hin und Her verbunden.
Unabhängig von den wechselnden Fördermöglichkeiten muss die Anlage etwas taugen, um ordentliche Erträge zu bringen. Wir haben thermische Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung und Kombianlagen mit Heizungsunterstützung prüfen lassen.
Etwa die Hälfte der Anlagen, die heute neu installiert werden, dienen ausschließlich der Trinkwassererwärmung. Wir ließen Solarsysteme, die für einen typischen Haushalt angeboten werden, von Solarexperten begutachten, bewerten und die möglichen Erträge und die Wirtschaftlichkeit berechnen: insgesamt 17 Anlagen mit Flachkollektoren.
Das Testergebnis
Die solarthermischen Anlagen zur Trinkwassererwärmung werden von den Experten als recht ausgereift bezeichnet. Spitzenreiter in unserem Test ist die Anlage von Wagner & Co. Solartechnik. Doch auch 14 weitere Anlagen können mit "gut" überzeugen. Die Solarpakete von zwei Herstellern sind nur "befriedigend", was teils am vergleichsweise geringen Ertrag der Anlagen liegt. Verglichen mit den heutigen Gas- und Ölpreisen sind diese Solarwärmeanlagen üblicherweise unwirtschaftlich. Rechnet man aber die Einsparung über 20 Jahre und berücksichtigt die zu erwartende Energiepreissteigerung, sind sie rentabel.
Wir hatten die Hersteller gebeten, Anlagen vorzuschlagen, die nicht nur am sonnenreichen Standort Passau, sondern auch im sonnenarmen Essen über das Jahr gerechnet etwa 60 Prozent der Energie durch Sonnenwärme bereitstellen. Die eindeutig höchste solare Deckung für den Standort Essen hat mit 69 Prozent das Solarpaket zur Trinkwassererwärmung von Wagner & Co. Solartechnik. Acht der 17 Anlagen bleiben unterhalb der Erwartung von 60 Prozent. Am niedrigsten liegen die Pakete von Elco und Schüco, die das Ziel selbst im sonnenreichen Passau noch knapp verfehlen. Dies kann sehr unterschiedliche Gründe haben. So weist der Kollektor von Schüco einen sehr guten Ertrag bei einer geringen Temperaturdifferenz zwischen Kollektor und Außenluft auf, der aber schnell bei höheren Temperaturdifferenzen abnimmt. Auch die Wärmedämmung des Speichers dieser Anlage ist relativ gering. Für diese Anlagen sollte eine größere Kollektorfläche gewählt werden, um einen ausreichenden Ertrag zu erzielen.
Was den Verbraucher am Ende besonders interessiert, ist die Wirtschaftlichkeit, also ein günstiges Verhältnis von Kosten und Ertrag. Wenn man dazu die Investitionskosten zu den über 20 Jahre an einem mittleren Standort eingesparten Heizkosten ins Verhältnis setzt - in unserem Beispiel auf Basis von Gas -, dann ist die Anlage von Westfa am wirtschaftlichsten; auch die von Elco, Phönix und Solarfocus können noch überzeugen. Alle Anlagen haben sich nach 20 Jahren längst amortisiert, wenn die Gaspreise - wie angenommen - weiter deutlich steigen, was zu erwarten ist. Die sonst gute Anlage von Weishaupt ist am wenigsten wirtschaftlich. Die angesetzten mittleren Preise beruhen auf Herstellerangaben, mit einem Pauschalbetrag für die Montage. Sie können in der Praxis abweichen, was die Bewertung der Wirtschaftlichkeit entsprechend verändert.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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