Testberichte aus dem Archiv
Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD

Rechtsschutzversicherungen
Recht so!

Guter Rechtsschutz ist nicht zwangsläufig ein teures Vergnügen. Das zeigen die Ergebnisse unseres Vergleichstests zum Familienrechtsschutz. Die Anbieter werben mit zahlreichen Spezialtarifen und Sonderpaketen um die Gunst der Kunden. Vor allem aber sollen die Policen vor existenzbedrohenden Risiken schützen.
Der Winter 2010/11 bescherte den deutschen Karosseriebauern volle Auftragsbücher - und den Gerichten eine Flut von Klagen. Denn bei vereisten Straßen und schlechter Sicht kommt es schnell zu Unfällen. In der Folge häufen sich Streitfälle, die vor Gericht ausgefochten werden. Gut, wenn es sich nur um einen Blechschaden handelt. Denn bei Personenschäden ist guter Rat teuer: ein klassischer Fall für eine private Rechtsschutzversicherung. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entfielen 30 Prozent der Schäden, die Kunden der deutschen Rechtsschutzversicherer in 2009 meldeten, auf den Bereich des Verkehrsrechts.
Jörg von Fürstenwerth, Geschäftsführer des GDV, erklärt: "Dort drohen hohe Risiken, beispielsweise wenn es um eine mögliche Invalidität geht. Die Streitwerte klettern dann schnell auf mehrere 100.000 Euro, daraus ergeben sich erhebliche Prozesskosten." Schon in erster Instanz summieren sich demnach bei einem Streitwert von 100.000 Euro die Anwalts- und Gerichtskosten auf bis zu 11.000 Euro. Wenn eine Partei die nächsthöhere Instanz anruft, können daraus fast 22.000 Euro werden. "Dabei sind weitere Kosten, etwa für Zeugen und Sachverständige, noch nicht berücksichtigt", so von Fürstenwerth.
Die Weltfinanzkrise rückte noch ein anderes Rechtsgebiet in den Fokus der Öffentlichkeit: das Arbeitsrecht. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gab es viele Kündigungen. Laut dem GDV entfielen in 2009 zirka 20 Prozent der gemeldeten Schadensfälle auf diese Sparte. Für den Einzelnen geht es dabei schnell um existenzbedrohende Risiken. Wer den Schutz durch eine Versicherung hat, kann sich leichter wehren, wenn es Probleme mit dem Job gibt. Insgesamt 640.000 Verfahren hätten die Versicherer 2009 im Arbeitsrecht reguliert, sagt von Fürstenwerth, das seien dreizehn Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Dafür wendeten die Gesellschaften den Angaben zufolge insgesamt 530 Millionen Euro auf. Laut Informationen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin, bei der die Aufsicht über die Assekuranzen liegt, nahmen sie in 2009 insgesamt 3,37 Milliarden Euro an Beiträgen ein. Davon wurden knapp 68 Prozent oder 2,29 Milliarden Euro für die Schadenregulierung eingesetzt. Auf die Kosten für den Versicherungsbetrieb entfielen stolze 31 Prozent (1,04 Milliarden Euro).
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