Testberichte aus dem Archiv
ÖKO-TEST Jahrbuch Bauen, Wohnen, Renovieren für 2010

Laminat
Macht’s klick?

Fertigparkett oder Laminat? Wenn die Entscheidung ansteht, gibt am Ende oft doch der Preis den Ausschlag - Laminat macht den Holzlook teilweise schon für fünf Euro pro Quadratmeter möglich. Jährlich werden über 80 Millionen Quadratmeter Laminat in Deutschland verlegt. Ein Verkaufsschlager. Der Absatz an Fertigparkettfläche betrug nur rund ein Viertel davon. Ist Laminat gut gemacht, ist der Unterschied zwischen echt und unecht kaum zu erkennen. Die Hersteller investieren einige Mühe, um dem natürlichen Vorbild so nah zu kommen. Die nötige Härte, für die Laminat immer wieder gepriesen wird, erhält es von einer hauchdünnen Schicht Melamin- oder Acrylharz. Kratzer und Flecken können ihm wenig anhaben. Dafür fehlt es dem Kunststoffbelag an der natürlichen Ausstrahlung, die eine Echtholzoberfläche zu bieten hat. Holz fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes auch wärmer an, ist "fußwarm", da es die Wärme nicht so schnell ableitet.
Tragende Kraft im Inneren des Laminats sind Holzwerkstoffe, meist hochdichte Faserplatten. Als Rohstoffe dienen unter anderem Rest- und Schwachhölzer, die zu Fasern verarbeitet und mit Bindemitteln zu Platten gepresst werden. Eine ökologisch sinnvolle Verwertung für Holz, das nicht für die Oberfläche taugt. Die andere Seite der Medaille sind Kunstharze, die als Bindemittel zum Einsatz kommen.
Wir haben 15 Laminatböden eingekauft, um zu testen, ob sie schadstoffbelastet sind. Darüber hinaus ließen wir ihre Praxistauglichkeit überprüfen.
Das Testergebnis
Das Grundproblem der Laminatböden bleibt: die mögliche elektrostatische Aufladung. Sie ist der Grund dafür, dass kein Produkt mit "sehr gut" abschneidet, maximal ein "gut" ist drin. Schlechte Noten hagelt es vor allem, weil viele Laminatpaneele Mängel im Praxistest zeigen.
Wenn uns die Haare zu Berge stehen, nachdem wir einen Synthetikpulli über den Kopf gezogen haben oder der Laminatboden Staub scheinbar magisch anzieht: In beiden Fällen sind elektrostatische Ladungen im Spiel. Viele Kunststoffe sind hier besonders anfällig, da sie die Ladung nicht wie die meisten natürlichen Materialien ableiten, sondern speichern. Bei einem Laminatboden bleibt das nicht ohne Nebenwirkungen - unsichtbar, aber fühlbar. Wann immer Socken, Schuhe und Pfoten über den Laminatboden laufen, entsteht Reibung. Ein auf diese Weise "geladenes" Laminat beginnt automatisch, die elektrischen Eigenschaften anderer Körper im Raum zu verändern. Nicht nur Staub wird angezogen oder aufgewirbelt, auch die Luft reagiert. Die Luftelektrizität steigt, die Luftionisation leidet, was sich anfühlen kann wie bei einem Föhnwind in Bayern oder wie kurz vor einem Gewitter. Außerdem lädt sich der Mensch in solchen elektrostatisch auffälligen Räumen elektrisch regelrecht auf - da können die Haare schon mal zu Berge stehen. Bei der Prüfung der Oberflächenspannung luden sich die untersuchten Paneele teilweise um mehr als 10.000 Volt auf. Keines der Produkte schaffte einen Wert unter 500 Volt. Das ist der Wert, den die anerkannte schwedische TCO-Norm als Grenzwert für Bildschirmarbeitsplätze vorgibt.
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Beim Verlegen des Laminats dürfen sich Fugen und ...

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
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