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24. August 2016
So duftet die Natur
Im Gespräch
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"Die Dosis macht das Gift – auch bei Allergien"

"Die Dosis macht das Gift – auch bei Allergien", sagt Professor Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbunds Dermatologischer Kliniken (IVDK) in Göttingen.
Foto: privat


Professor Axel Schnuch ist Dermatologe und leitet den Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) in Göttingen.

ÖKO-TEST: Wie groß ist das Problem Duftstoffallergie?

Prof. Schnuch: Im Vergleich zu anderen Allergien sind Duftstoffallergien häufig. Ich gehe davon aus, dass 1,5 bis 2,5 Prozent der Bevölkerung gegen Duftstoffe allergisch sind - damit wäre die Duftstoffallergie eine Volkskrankheit. Duftstoffallergien sind die zweithäufigste Kontaktallergie. Allergische Reaktionen auf Nickel sind zwar noch verbreiteter, doch vor Nickel kann man sich relativ gut schützen, zum Beispiel indem man keinen Modeschmuck trägt. Bei Düften ist das schon schwieriger.

ÖKO-TEST: Finden Sie die aktuelle Deklarationspflicht für 26 potenziell allergieauslösende Duftstoffe auf Kosmetika hinreichend?

Prof. Schnuch: Ich finde, sie geht teilweise sogar zu weit und ist damit eigentlich nicht in Ordnung. Der Deklarationspflicht sind nämlich auch Stoffe unterworfen, die praktisch keine allergene Bedeutung haben. Hingegen kann ich verstehen, dass Chloratranol und Atranol, die Inhaltsstoffe von Eichenmoos, verboten werden, weil es sehr potente Allergene sind. Dank dieses Verbots wird es künftig weniger Allergien geben. Lyral, das ebenfalls verboten werden soll, liegt im Mittelfeld der allergenen Potenz und ist zum Beispiel schwächer als Eugenol. Doch am Beispiel Lyral kann man sehr gut beschreiben, was passiert, wenn Hersteller von Kosmetika Duftstoffe, die zunächst als unproblematisch anzusehen waren, in zu hoher Konzentration einsetzen. Die Folge waren nämlich sehr hohe Sensibilisierungsraten. Die Dosis macht eben das Gift, auch bei Allergien. Irgendwann wurde es dem Scientific Committee on Consumer Safety der EU zu bunt und es hat gesagt: Jetzt ist Schluss. So kam Lyral auf die Verbotsliste.

ÖKO-TEST: Hersteller von Naturkosmetika behaupten mitunter, ihre Erzeugnisse seien für Allergiker besser verträglich als konventionelle Produkte. Stimmen Sie zu?

Prof. Schnuch: Man muss hier differenzieren: Die konventionellen Kosmetika enthalten zwei Gruppen von Allergenen – Duftstoffe und Konservierungsmittel. Echte Naturkosmetik enthält keine Konservierungsstoffe, jedenfalls keine, die als Biozide deklariert werden müssen. Insofern haben sie einen gewissen Vorteil gegenüber den konventionellen Produkten. Dafür enthalten sie aber ätherische Öle und Duftmoleküle natürlichen Ursprungs, die teilweise als potente Allergene identifiziert wurden. Bei einem Vergleich von Duftstoffen synthetischen und natürlichen Ursprungs gibt es keinen Unterschied beim Allergierisiko.

ÖKO-TEST: Einige Naturkosmetiker entgegnen, dass ätherische Öle seit Urzeiten in Gebrauch sind und der Mensch sie daher besser verträgt als rein chemische Produkte.

Prof. Schnuch: Vermutlich gab es auch schon im alten Ägypten Duftallergiker, nur konnte man das nicht nachweisen. Die Kontaktallergie und auch der Allergietest kamen erst im 20. Jahrhundert auf. Manche Anhänger der Naturkosmetik behaupten auch, was aus der Natur kommt, kann nicht gefährlich sein – dabei ist die Natur voller Gifte, darunter sind eben auch allergene Stoffe.

ÖKO-TEST: Duftstoffe begegnen uns überall – nicht nur in Parfüms und Kosmetika, sondern zum Beispiel auch in Waschmitteln und Reinigern. Kann man sich irgendwie davor schützen?

Prof. Schnuch: Die Präventionsmaßnahme Nummer eins ist, die Konzentration von allergieauslösenden Stoffen zu senken, denn bei sehr geringer Konzentration machen auch potenziell riskante Stoffe keine Probleme. Bei den genannten Produktgruppen ist die Konzentration gering und die dort eingesetzten Duftstoffe sind – wenn überhaupt – schwache Allergene. Das heißt: Von diesen Produkten geht kein nennenswertes Allergierisiko aus.

ÖKO-TEST: Bringt es Allergikern etwas, ab und an das Parfüm zu wechseln, um sich nicht über lange Zeit denselben Stoffen auszusetzen?

Prof. Schnuch: Darüber gibt es keine Untersuchungen. Die Überlegung ist interessant, denn die wiederholte Exposition gegenüber einem bestimmten Allergen erhöht das Risiko einer Sensibilisierung. Doch in der Praxis schützt auch der Wechsel des Parfüms vermutlich nicht, weil sich unterschiedliche Düfte zum Teil der gleichen Stoffe bedienen.



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