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20. September 2012
Neues Riester-Informationsblatt
Neues Riester-Informationsblatt

Keine Kostentransparenz

Ein echter Kostenvergleich verschiedener Riester-Produkte wird auf Basis der Reduction in Yield nur im Ausnahmefall möglich sein.

Nach der vehementen Kritik an der Riester-Rente will die Bundesregierung das Riester-Sparen künftig verbraucherfreundlicher gestalten. Mehr Durchblick bei den Vertragskosten dürfen Verbraucher von der Reform aber nicht erwarten. Zwar sollen die Anbieter künftig auf einem zweiseitigen standardisierten Produktinformationsblatt (PIB) über die Garantien und Risiken des jeweiligen Produkts sowie sämtliche Vertragskosten informieren. Nach den jetzt in Berlin bekannt gewordenen Plänen müssen sie die Gesamtkosten des Angebots aber lediglich als Effektivkosten (Reduction in Yield) in Prozent ausweisen.

Dabei hatten sowohl der Verbraucherzentrale Bundesverband als auch der Bund der Versicherten und ÖKO-TEST schon mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass ein Kostenausweis in Prozent statt in Euro nicht zu mehr Durchblick führt. Im Gegenteil! Die neue, von Anbieterseite favorisierte Kostenkennziffer ist in hohem Maße manipulationsanfällig. Ein echter Kostenvergleich verschiedener Produkte ist auf Basis der Reduction in Yield zudem nur im Ausnahmefall möglich. Verglichen werden können nur Angebote, die exakt die gleiche Laufzeit und die gleiche Rendite vor Kosten haben. Das ist jedoch höchst selten der Fall. In der Praxis hat der Verbraucher dagegen oft die Wahl zwischen Produkten mit unterschiedlicher Laufzeit. So kann er bei einem Vertrag den Rentenbeginn vielleicht um ein paar Jahre herausschieben. Der andere ermöglicht ihm, die Rente bei Bedarf schon ein paar Jahre früher abzurufen. Will der Verbraucher solche Produkte vergleichen, führt die Reduction in Yield systematisch in die Irre. Denn der Vertrag mit der kürzeren Laufzeit weist durchweg eine höhere Kostenquote auf als der länger laufende.

Dabei ist es in der Praxis genau umgekehrt. In Euro und Cent gerechnet ist der langlaufende Vertrag das teurere Produkt. Mehr noch: Wie ÖKO-TEST bei seinem diesjährigen Riester-Test feststellte, kann es sogar passieren, dass zwei Angebote von ein- und demselben Anbieter mit gleicher Laufzeit unterschiedliche Kostenquoten aufweisen, obwohl beide Verträge nahezu identisch sind. Obendrein weist der Vertrag mit der niedrigeren Kostenquote auch noch die schlechtere Leistung auf. Solche Ergebnisse belegen eindeutig: Die Reduction in Yield bringt nicht mehr Transparenz, sondern führt Verbraucher eher in die Irre. Die Politik wäre daher besser beraten, allen Taschenspielertricks bei den Kostenangaben endlich einen wirklich wirksamen Riegel vorzuschieben.

( oet )



Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.




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