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26. Januar 2012
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Sport spielt eine Rolle
Sport spielt eine Rolle

Die neue Diät + Ich bin dann mal schlank

Bewegung spielt bei der "neuen Diät" von Ulrich Strunz eine große Rolle.
Foto: Helmut Bauer/www.strunz.com


Die neue Diät

Diätprinzip: wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß. Hinter der Diät steht die Theorie, dass durch den jahrelangen reichlichen Verzehr von Kohlenhydraten der Stoffwechsel nicht mehr in der Lage ist, Fette zu verbrennen, da die benötigten Enzyme kaum noch vorhanden sind. Durch den anfänglich strikten, später immer noch weitgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate soll der Stoffwechsel komplett umgestellt werden, und es sollen wieder fettabbauende Enzyme produziert werden, die für das Abnehmen und dauerhaftes Schlankbleiben sorgen. Hinzu kommt reichlich Eiweiß für Muskelerhalt und eine gute Sättigung.

Wie funktioniert es? Die Diät besteht aus einem Drei-Stufen-Programm. In der ersten Stufe muss ganz auf Kohlenhydrate verzichtet werden. Es gibt täglich vier Eiweißshakes, eine Schüssel Salat und beliebig viel Gemüsebrühe. In der zweiten Stufe darf Eiweiß auch durch Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier und Sojaprodukte aufgenommen werden. Ab der zweiten Stufe sind zusätzlich pflanzliche Öle und Nüsse erlaubt, und man darf reichlich Gemüse und ein bis zwei Portionen Obst täglich essen. Erst in der dritten Stufe dürfen langsam wieder kleine Mengen an Kohlenhydraten verzehrt werden. In allen Stufen sollte man mindestens drei Liter Wasser täglich trinken.

Das ist positiv: Ab der zweiten Stufe darf reichlich Gemüse gegessen werden. Es werden magere Lebensmittel empfohlen und als gute Fettlieferanten pflanzliche Öle und Nüsse. Zucker, Weißmehl, fett-süße Produkte, tierische Fette und Fertiggerichte werden abgelehnt.

Das ist weniger günstig: Die erste Stufe, die bis zu vier Wochen dauern kann, ist extrem einseitig. Es gibt praktisch nur Eiweißshakes und Salat. Das ist weder zu empfehlen, noch wissenschaftlich zu begründen. Auch in Stufe zwei und drei bleibt die Kost extrem eiweißreich. Der weitgehende Verzicht auch auf ballaststoffreiche Kohlenhydrate ist nicht empfehlenswert.

Ist die Diät praktikabel? Die Diät ist wenig alltagstauglich, insbesondere aufgrund der strikten Vorgaben und einseitigen Kost in den ersten beiden Phasen, die insgesamt bis zu sieben Wochen dauern können.

Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte basieren überwiegend auf gängigen Zutaten. Der Zubereitungsaufwand ist unterschiedlich hoch. Sie sind - abgesehen von einigen Salaten - immer sehr "eiweißlastig". Kohlenhydrate in Form von Nudeln oder Kartoffeln fehlen immer. Einzige Ausnahme sind Vorschläge für belegtes Brot.

Ist Bewegung ein Thema? Die Bedeutung der Bewegung wird sehr ausführlich thematisiert. Es gibt außerdem ausführliche Informationen zu geeigneten Sportarten und Anleitungen für zahlreiche Kräftigungs-, Dehn- und andere sportliche Übungen.

Fazit: Dass ein völliger Verzicht auf Kohlenhydrate zur Bildung von Enzymen führt, die Fett verbrennen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Damit lässt sich auch die dauerhaft geforderte starke Einschränkung der Kohlenhydrate nicht begründen. Der zum Abnehmen entscheidende Aspekt der Energiebilanz wird nicht thematisiert. Die ersten beiden Stufen der Diät sind sehr kalorienarm. So wird in kurzer Zeit viel abgenommen. Empfehlenswert ist dieser rigorose und einseitige Ansatz jedoch nicht. Die für die anschließende Dauerernährung empfohlene Kost ist aus wissenschaftlicher Sicht zu reich an Eiweiß und zu kohlenhydratarm und daher nicht zu empfehlen, ebenso die Verwendung von Eiweißpräparaten.

Ich bin dann mal schlank

Diätprinzip: viel Eiweiß, wenig Kohlenhydrate. Es handelt sich um ein Programm, das in acht Wochen eine Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise erreichen will. An jedem Tag gilt es, dabei eine spezielle Aufgabe zur Ernährung, Bewegung oder zum Verhalten zu erledigen.

Wie funktioniert es? Zum Frühstück darf Obst mit Eiweiß aus fettarmen Milchprodukten und/oder Vollkornbrot oder Müsli kombiniert werden. Mittags gibt es reichlich Gemüse mit Fleisch oder Fisch, dazu wenig Beilagen wie Nudeln oder Kartoffeln. Auf Kohlenhydrate sollte abends ganz verzichtet werden. Stattdessen sollte Eiweiß wieder mit Gemüse kombiniert werden. Zur Orientierung für die richtigen Mengen dient das Handmaß, wobei je nach Lebensmittel Mengen entsprechend eine halbe oder ganzen Faust bzw. einer Handfläche empfohlen werden.

Das ist positiv: Es kommt reichlich Gemüse und Obst auf den Tisch, dazu magere Milchprodukte, Vollkorn in Maßen, pflanzliche Öle und Nüsse. Es gibt einen individuellen Gestaltungsspielraum.

Das ist weniger günstig: Der geforderte abendliche Verzicht auf Brot und andere Kohlenhydrate ist nicht nachvollziehbar.

Ist die Diät praktikabel? Die Anleitungen zur Zusammenstellung der Mahlzeiten und zum Ernährungsverhalten sind durchweg verständlich und praktikabel, ebenso wie die täglich zu erledigende Aufgabe. Das Handmaß zur Orientierung für Lebensmittelmengen ist ebenfalls alltagstauglich. Wenn man sich an den Vorgaben orientiert, ist das Essen kalorienarm.

Sind die Rezepte ansprechend? Die Rezepte sind abwechslungsreich und bestehen zumeist aus gängigen Zutaten. Kartoffel- oder Nudelgerichte findet man allerdings nicht.

Ist Bewegung ein Thema? Ja. Es gibt neben Hintergrundinformationen umfassende Anleitungen für Kräftigungs- und Dehnübungen sowie Empfehlungen zur Erhöhung der Alltagsaktivität.

Fazit: Das Konzept setzt auf eine dauerhafte Umstellung der Lebensweise mit Veränderungen beim Essen, Bewegen und Verhalten. Das ist positiv und die Anleitungen dazu sind alltagstauglich. Unterm Strich wird abwechslungsreich und ausgewogen gegessen. Damit lässt sich abnehmen und ein gesünderer Lebensstil erreichen. Die recht starke Einschränkung von Kohlenhydraten und hier auch von Vollkornprodukten ist wissenschaftlich allerdings nicht haltbar.

Anmerkungen: Für die Einteilung bzw. Zuordnung zu den Kategorien low-fat (wenig Fett), low-carb (wenig Kohlenhydrate) oder high-protein (viel Eiweiß) gibt es keine allgemein-gültigen Definitionen. Die Spanne der Zuordnung ist groß. So werden in der Literatur bei Vergleichsstudien Diäten mit einem Kohlenhydratgehalt zwischen 5 und 40 Energieprozent als "low-carb" eingestuft. Auch für die anderen Hauptnährstoffe gibt es bei den Diäten Schwankungsbereiche, die manchmal die genannten Grenzen überschreiten.

Wir haben folgende Grenzen gesetzt:

Low-carb (wenig Kohlenhydrate): Im Durchschnitt ein Kohlenhydratanteil von deutlich unter 40 Energieprozent.

Low-fat (wenig Fett): Im Durchschnitt ein Fettanteil von nicht mehr als 30 Energieprozent.

High-protein (viel Eiweiß): Hier liegt der Proteingehalt deutlich über 20 Energieprozent und damit deutlich über den gegenwärtigen Empfehlungen.



Weitere Infos

Die passende Leküre:
• Ulrich Strunz, Die neue Diät - Fit und schlank durch Metabolic Power, Heyne, 2008, 19,95 Euro
• Ulrich Strunz, Die neue Diät - das Rezeptbuch, Heyne-Verlag, München 2009, 16,95 Euro
• Patric Heizmann, Ich bin dann mal schlank, Gräfe und Unzer, 2010, 19,99 Euro
• Patric Heizmann, Ich bin dann mal schlank - Kochbuch, Draksal-Fachverlag, Leipzig 2010, 19,90 Euro

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Inhaltsverzeichnis

» Übersicht
» Low-Carb-Diäten - LOGI-Methode + Neue GLYX-Diät
» Insulin-Trennkost - Schlank im Schlaf + Lafer nimmt ab
» Eiweiß-Diäten - Neue Atkins-Diät + Iso-Diät
» Kein eindeutiges Prinzip - Set-Point-Prinzip + Einfachste Diät der Welt
» Strikte Trennung - KFZ-Diät + Neues großes Buch der Trennkost
» Langfristige Umstellung - Weight Watchers + Ich nehme ab
» Sport spielt eine Rolle
» Der deutsche Klassiker - Die Brigitte-Diät
» Strenge Vorgaben - Metabolic Balance + 5-Faktor-Diät
» Sonstige Diäten - Simplify+ Abnehmen mit dem inneren Schweinehund

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.


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