Nach dem miesen Abschneiden im letzten Test sind dieses Mal zwei "gute" Kinderwagen dabei. Einige Hersteller haben also an der Qualität ihrer Produkte gefeilt. Andere stecken aber noch im Tiefschlaf. Anders sind die erneut beträchtlichen Schadstoffbelastungen nicht zu erklären.
Bild links: Den Schieber erst herunterdrücken, dann hochziehen – so bugsiert man die Vorder- und Hinterräder eines Kinderwagens über Bordsteine und Stufen. Um diese Belastung zu simulieren, ließen wir die Wagen – über die Anforderungen der Norm hinausgehen – mit dem 1,5-Fachen des erlaubten Kindgewichts beladen und am Schiebergriff abwechselnd je 5.000-mal anheben und absenken.
Bild rechts: Auf dem Rollenprüfstand ratterten die Kinderwagen auf einer circa 30 Kilometer langen Strecke über rotierende Walzen. Unterschiedlich hohe Stoßleisten simulierten das Fahren auf verschiedenen Untergründen wie Schotter oder Kopfsteinpflaster.
Der EinkaufIm Test: zehn Kombikinderwagen für den Transport vom Säugling bis zum Kleinkind. Die Preisspanne geht von knapp 200 bis rund 1.100 Euro.
Die InhaltsstoffeVerbotene Farbstoffe in den Bezügen, Griffe voller PAK, Sichtfenster mit Weichmachern und Flammschutzmitteln - im letzten ÖKO-TEST Kinderwagen vor zwei Jahren enthielten alle Modelle massig Schadstoffe. Aber haben die Hersteller etwas getan, um die Belastung zu reduzieren? Wir ließen Sitz- und Liegewannenbezüge, Griffe, Gurte und Sichtfenster auf insgesamt rund 130 verschiedene Substanzen durchchecken.
Die PraxisprüfungDie Norm EN 1888 schreibt Prüfverfahren für Kinderwagen vor: Mechanische Teile und Bremsen müssen gut befestigt sein und die Wagen auch mal einen kräftigen Stoß gegen eine Bordsteinkante aushalten. Die Faltarretierungen müssen automatisch einrasten und ein ungewolltes Zusammenklappen der Wagen verhindern. Zum Teil gingen unsere Anforderungen aber auch über die Vorgaben der Norm hinaus, beispielsweise bei der Härteprüfung auf dem Rollenprüfstand. Zusätzlich wurden mit einem Sitzkissensensor die Beschleunigungswerte an der Liegewanne bestimmt. Diese lassen Rückschlüsse auf Fahrtkomfort und Vibrationen zu, denen das Kind ausgesetzt ist. Außerdem haben wir scharfe Kanten und hervorstehende Teile auch dann noch begutachten lassen, wenn diese außerhalb der Sitzfläche im erweiterten Aktionsradius des Kindes lagen.
Die BewertungStabil verarbeitet, kindgerecht gestaltet, einfach im Gebrauch - diese Eigenschaften machen einen guten und sicheren Kinderwagen aus. Deshalb geht das Ergebnis der Praxisprüfung mit 60 Prozent ins Gesamturteil ein. Ein Kinderwagen muss aber auch frei von Schadstoffen sein. Ein Modell, das derart mit Schadstoffen belastet ist wie der Maxi Cosi, können wir im Gesamturteil nicht besser als mit "mangelhaft" bewerten.