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Jahrbuch Kleinkinder 2017
Test
Spieluhren
Ausgedudelt
Spieluhren

Kinder herzen und knutschen ihre Spieluhren, während sie ihnen lauschen. Allerdings weisen viele getestete Einschlafhilfen Sicherheitsmängel auf. Fünf Uhren erhalten das schlechteste Testurteil. Doch es gibt Alternativen: Jeweils vier Spieluhren sind "sehr gut" und "gut".

Jahrbuch Kleinkinder 2017
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Die ersten knuffigen Stofffreunde sind oft Spieluhren. Am Gitter befestigt oder direkt im Bettchen begleiten sie die Jüngsten mitunter jeden Abend in den Schlaf.

ÖKO-TEST hat nachgeforscht, wie sicher Spieluhren derzeit sind. Wir haben 19 einem intensiven Praxistest unterziehen und auf Schadstoffe checken lassen.

Das Testergebnis

Vier Spieluhren erhalten die Bestnote. Weitere vier der flauschigen Einschlafhilfen schneiden mit "gut", vier noch mit "befriedigend" ab. Fünf Uhren fallen mit "ungenügend" durch.

Bei den schlechtesten Uhren rissen im Praxislabor während der Zugprüfung Stoffe und Nähte ein. Unter leichter Kraftanwendung wird so die Faserfüllung zugänglich. Kinder könnten etwas davon herauspulen und sich in den Mund stopfen. Ein klarer Verstoß gegen die Spielzeugnorm EN 71. Diese Spieluhren hätten so nicht verkauft werden dürfen. Sie sind nach unserer Meinung nicht verkehrsfähig.

Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Normung (DIN) ist die heutige kritische Betrachtung faserartigen Füllmaterials seit 2011 Teil der Norm, nachdem es in Frankreich einen dokumentierten Todesfall gegeben hatte. Für die Beurteilung der möglichen Risiken durch die Spieluhren aus unserem Test sind die Landesuntersuchungsämter zuständig. Unabhängig davon wissen ÖKO-TEST-Leser aber schon einmal, dass sie die schlecht verarbeiteten Produkte für Babys nicht zu kaufen brauchen.

Unseren vergangenen Spieluhrentest aus dem Jahr 2009 betitelten wir mit "Ruhe bitte!" Nicht ohne Grund. Fünf Spieluhren dudelten damals lauter, als es die Spielzeugnorm erlaubt. Seitdem haben die Anbieter offenbar dazugelernt. Diesmal tönte keines der eingenähten Spielwerke über dem gesetzlichen Schalldruckgrenzwert. Er liegt derzeit für sogenanntes ohrnahes Spielzeug bei 60 Dezibel, gemessen auf einen halben Meter Abstand. Leise sind die meisten Dudeltiere damit trotzdem nicht. 17 Uhren schallten mit Werten zwischen 50 und 60 Dezibel etwas lauter als ein normales Gespräch. Wir haben die Lautstärke deshalb sicherheitshalber auch in Ohrnähe nachmessen lassen. Auch auf 2,5-Zentimeter-Abstand spielte keine Uhr so laut, dass Kinderohren Schaden nehmen könnten.

Kleinkinder gehen mit ihren Spieluhren oft innige Beziehungen ein. Mit den flauschigen Freunden wird intensiv gekuschelt, dabei auch mal kräftig hineingebissen. Ihr textiles Gewebe sollte daher nicht krank machen. Ganz auszuschließen ist das bei vielen der getesteten Spieluhren leider nicht. Im Plüsch von drei Produkten wies das von uns beauftragte Labor das hautreizende Halbmetall Antimon nach. Gelangt es ins Blut, wirkt es giftig. 13 Anbieter bringen die Weißanteile in den vernähten Textilien mit optischen Aufhellern zum Strahlen. Sie werden in der Natur kaum abgebaut und belasten dort Böden, Pflanzen und Tiere. Über den Schweiß gelangen sie auf die Haut und können dann im Sonnenlicht für Rötungen sorgen.

Völlig unnötig ist zudem das bromierte Flammschutzmittel Decabromdiphenylether in den Spielwerken der Babyfehn Spieluhr Eule Sleeping Forest und der Bambia Spieluhr Mond mit Schaf, gelb. Die EU verbietet es seit 2008 in Elektro- und Elektronikgeräten ab mehr als 1.000 Miligramm pro Kilogramm. Auch in Spieluhren für Kleinkinder hat es aus unserer Sicht nichts zu suchen - selbst wenn die nachgewiesenen Gehalte in den beiden Testprodukten deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen. In den geschlossenen Gehäusen gefährdet Decabromdiphenylether zwar nicht die Gesundheit. Doch spätestens wenn die Dudeltiere eines Tages im Müll landen, werden sie so zum Umweltproblem.





Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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