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ÖKO-TEST Juli 2015
Test
Grillfleisch
Unter aller Sau
Grillfleisch

Schweine leiden sechs Monate lang - von ihrer Geburt an bis zur Schlachtung: Die Haltung der etwa 60 Millionen jährlich in Deutschland geschlachteten Tiere ist von "artgerecht" weit entfernt. Und die Branche mauert; zugeben will die Missstände kaum einer. Immerhin: Bio ist besser.

ÖKO-TEST Juli 2015
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Wenn das marinierte Nackensteak auf dem Grill brutzelt und es dazu Kartoffelsalat und Bier gibt, ist ein Gedanke ganz weit weg: der an das Schwein. Und das nicht ohne Grund: Das Produkt Fleisch ist längst entfremdet von seinem Ursprung, dem Tier. Die riesigen Schlachtfabriken haben sich draußen auf der grünen Wiese angesiedelt, weit weg von den Blicken der Konsumenten; auch die Höfe, auf denen Tausende von Tieren auf engstem Raum "produziert" werden, öffnen ihre Tore ungern. Und das abgepackte und marinierte Steak erinnert nur wenig an das Tier, gar nicht an seine Haltungsbedingungen.

Das Leben eines Schweins, das wir hier aufzeichnen, ist kein Schreckensszenario, keine unrühmliche Ausnahme. Es ist ein in der konventionellen Haltung völlig durchschnittliches Bild. Es ist der "Produktionszyklus", das Leben eines von knapp 60 Millionen Schweinen, die jedes Jahr in Deutschland geschlachtet werden. Hygienisch, effizient und kostengünstig.

Das Ferkel

Zwei, manchmal drei Tage alt ist das Ferkel, wenn ihm der Ringelschwanz ohne Schmerzmittel, ohne Betäubung zu einem Drittel abgeschnitten wird. Das sogenannte Kupieren ist verboten, eigentlich. Nur im Einzelfall, heißt es im Tierschutzgesetz, und nur nach tierärztlicher Indikation dürfen Körperteile ganz oder teilweise amputiert werden. Von Einzelfällen kann in der konventionellen Tierhaltung aber keine Rede sein. "Das Schwänze kupieren ist absoluter Standard im Schweinestall", sagt Lisa Wittmann, Fachreferentin von der Tierschutzorganisation PETA. Die Schweinehalter entgegnen, die Schwänze nicht zu kürzen, sei viel schädlicher - weil die Tiere sie sich dann gegenseitig abkauen würden, was viel schmerzhafter sei. Das stimmt: Wenn Schweine auf zu engem Raum ohne ausreichend Beschäftigungsmaterial gehalten werden, ist die Gefahr groß. Die Alternative wäre eine artgerechte Haltung - aber die ist teurer als ein Messer. Und der Verbraucher greift zu billiger Ware.



» weiter auf der nächsten Seite

Inhalt

» Wenn das marinierte Nackensteak auf dem Grill brutzelt ...
» Nach dem Ringelschwanz sind die Eckzähne dran: ...
» Die anderen Ferkel bleiben nur drei bis vier ...
» Das Schlachtvieh - Wenn das Schwein ...
» Etwa 60 Prozent aller Schweine landen auf einem ...
» Sechs Hersteller, (k)eine Antwort: "Für unser ...
» Bio ist besser: Sicher, es gibt auch Probleme in ...
» Das Testergebnis Inhaltsstoffe / ...
» Verdorbenes bei Rewe: Gleich zwei der ...
» Marinaden mit Aroma: Wasser, Öl, Salz, Gewürze, ...
» Interview - - "Fleisch kennzeichnen ...
» So einfach ist das? - Ja - aber das ...
» Eingekauft wurden jeweils drei Chargen - mit dem ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

Informationen anzeigen

Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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