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ÖKO-TEST Mai 2013
Test
Lebensmittel mit Zuckerkulör
Wir bekennen Farbe
Lebensmittel mit Zuckerkulör

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ÖKO-TEST Mai 2013
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Experte

Dr. Hermann Kruse, Toxikologe an der Universität Kiel

Besser an niedrigen Werten orientieren

"Man ist besser beraten, wenn man sich an den niedrigeren Werten - also den kalifornischen - orientiert. So mache ich es auch bei meiner eigenen Arbeit: Bei einer Risikobewertung gehe ich immer von dem niedrigsten Schwellenwert aus."

So haben wir getestet

Der Einkauf

Im Fokus unseres Einkaufs standen zuallererst Produkte, die mit den Zuckerkulören E150c (Ammoniak-Zuckerkulör) oder E 150d (Ammoniumsulfit-Zuckerkulör) gefärbt sind, etwa Colagetränke, Energydrinks, Würzsaucen, Balsamessige und Saucenbinder. Gekauft wurden auch sechs Lakritzprodukte, da bei deren Herstellung die gleichen schädlichen Stoffe wie bei Zuckerkulör entstehen können. Weil das theoretisch auch für andere braune Zuckerprodukte gelten könnte, landeten noch ein Zuckerrübensirup und ein Getreidekaffee aus Gerstenmalz im Einkaufskorb.

Die Inhaltsstoffe

Die Substanzen, um die es geht, gehören chemisch gesehen zu den Imidazolen - einer großen Gruppe an Verbindungen, von denen viele in der Natur vorkommen. Bedenklich sind ausgerechnet zwei Vertreter, die als Nebenprodukte bei der Herstellung bestimmter Zuckerkulöre entstehen und damit Lebensmittel und Getränke belasten können: 4-Methylimidazol, kurz 4-MEI, und 2-Acetyl-tetrahydroxy-butylimidazol, kurz THI. Nach beiden Substanzen ließen wir in einem Speziallabor fahnden.

Das Fazit

Bislang existieren keinerlei Regelungen, wie hoch Lebensmittel oder Getränke mit den schädlichen Stoffen belastet sein dürfen. Der Gesetzgeber hat lediglich Höchstgehalte für Imidazole in Zuckerkulör selbst festgelegt. Doch dabei wollten wir es nicht bewenden lassen. Wir berechneten die Gehalte an 4-MEI, die man mit einer Portion der untersuchten Produkte aufnimmt, und stellten sie den kalifornischen Warnwerten gegenüber. Danach überschreiten immerhin zwölf Produkte den Wert und hätten in Kalifornien mit dem Warnhinweis auf eine krebserzeugende Wirkung gekennzeichnet werden müssen. Die europäischen Behörden würden hingegen alle Gehalte als unbedenklich einstufen.

Zuckerkulör - brauner Farbstoff mit Tücken

Zucker wird braun, wenn man ihn erhitzt. Gibt man Chemikalien dazu und setzt das Ganze starker Hitze aus, dann entsteht Zuckerkulör. Je nach eingesetzten Substanzen unterscheidet man einfaches Zuckerkulör (E 150a), Sulfitlaugen-Zuckerkulör (E 150b), Ammoniak-Zuckerkulör (E 150c) und Ammoniumsulfit-Zuckerkulör (E 150d). Die schädlichen Imidazole bilden sich allerdings nur in E 150c und E 150d. Das Färbemittel kommt vor allem in Erfrischungsgetränken, alkoholischen Getränken, Süßwaren, Essig und Würzsaucen zum Einsatz. Für Brot ist es nicht erlaubt - auch wenn sich dieser Irrglaube immer noch hält. In der Regel unproblematisch sind Gerstenmalz, Karamellzucker und Zuckersirup. Diese "natürlichen" Braunfärber verfügen jedoch über einen ausgeprägten Eigengeschmack und sind wenig stabil.




Inhalt

» Macht Cola Krebs?" So oder so ähnlich lauteten die ...
» Unklar ist zudem, wie der Stoff genau wirkt. ...
» Das Testergebnis: - Kalifornischer ...
» Experte - Dr. Hermann Kruse, Toxikologe ...

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Wichtige InformationenDieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.

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Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
  • die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
  • aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
  • neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
  • aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.



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