Testberichte aus dem Archiv

Cremes, Neurodermitiker/Allergiker
Fettnäpfchen

Die Haut von Neurodermitikern darf auch in Zeiten, in der sie weitgehend symptomfrei ist, nicht vernachlässigt werden. Um sie ausreichend mit Fett und Feuchtigkeit zu versorgen, empfehlen viele Ärzte tägliches Eincremen. Wir wollten wissen, wie es um die Basispflege für Neurodermitiker bestellt ist, und haben 24 Produkte eingekauft und ins Labor geschickt.
Das Testergebnis
Mehr als die Hälfte der untersuchten Marken ist frei von Mängeln in den Inhaltsstoffen und schneidet mit "sehr gut" ab, darunter sind auch die drei zertifizierten Naturkosmetikprodukte. Allerdings kommen fünf Produkte über "mangelhaft" und "ungenügend" nicht hinaus.
Auch wenn sie unverzichtbar sind, um Kosmetika vor Keimbefall zu schützen: Konservierungsstoffe, die Kontaktallergien auslösen können, haben in Hautpflegeprodukten, insbesondere für Neurodermitiker, nichts zu suchen. Wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, gehört dazu auch Methylisothiazolinon. In einer Testreihe im Jahr 2010, in der die Deutsche Kontaktallergie-Gruppe in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Konservierungsmittel auf ihr Allergiepotenzial untersuchte, lag der Stoff mit 3,3 Prozent positiver Reaktionen an der Spitze. Weil er in der Frei Urea+ Intensiv Körperlotion 2 in 1 enthalten ist, bekommt das Produkt Punktabzug.
In der Sebexol Creme-Lotio Hautpflege hat das Labor Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Formaldehyd kann nicht nur Allergien auslösen, sondern steht auch unter Krebsverdacht. Weil das Produkt außerdem Diethylphthalat, Nitromoschus-Verbindungen und bedenkliche Parabene enthält, gibt’s weitere Minuspunkte.
In dem Apothekenprodukt Lipoderm Lotion Omega ist der Bakterienkiller Triclosan enthalten. Zwar schreiben Dermatologen dem Stoff ein relativ geringes Allergisierungspotenzial zu, aber nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung können Verbraucher bereits durch den verbreiteten Einsatz von Triclosan in Kosmetika und anderen Produkten gefährdet sein. Neben den toxikologischen Aspekten steht der Stoff im Verdacht, Resistenzen gegen Antibiotika zu fördern.
Einige Lotionen enthalten Paraffine/Erdölprodukte/Silikone. Diese künstlichen Stoffe integrieren sich nicht so gut in das Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle.
Auch Duftstoffe können Kontaktallergien auslösen. Daher raten manche Ärzte ihren Patienten, auf Produkte mit Duftstoffen zu verzichten. Wissenschaftliche Studien haben bislang allerdings nicht belegt, dass für Menschen mit Neurodermitis ein höheres Risiko einer Duftstoffallergie als für Menschen ohne Hauterkrankung besteht. Wir haben die Produkte, die Parfüm und/oder ätherisches Öl enthalten, speziell untersuchen lassen und festgestellt, dass die Hersteller allesamt auf den Einsatz von solchen Duftstoffen verzichten, die besonders häufig eine Kontaktallergie hervorrufen.

Dieser Artikel stammt aus dem Archiv von ÖKO-TEST. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Aktualität von Onlineinhalten.
Informationen anzeigen
Bei diesem Testbericht handelt es sich um einen Auszug aus dem Archiv mit den in der Vergangenheit durch ÖKO-TEST veröffentlichten Tests. Die Tests können aufgrund nachstehender Umstände inzwischen überholt und damit unverwertbar sein:
- die jeweils getesteten Produkte sind nicht mehr auf dem Markt und/oder wurden verändert,
- aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse musste das Testurteil revidiert werden,
- neuere und/oder aktuelle gesetzliche Bestimmungen definieren testrelevante Untersuchungsverfahren oder zulässige Höchstmengen an Schadstoffen neu,
- aufgrund des neuen Standes der Technik müsste das Produkt anders bewertet werden.
Mehr Artikel zu diesem Themengebiet
Lederhandschuhe:
Schlechtes Hand-WerkSeifen und Syndets:
Das hat sich gewaschenParfüms:
VerdufteFriseur-Shampoos und -Haarpflegemittel:
Nicht salonfähigWattepads:
Zum Abschminken!Achtung, Duftstoffe!:
An der Nase herumgeführtMade in Germany:
Mode aus deutschen LandenSchönheitsweisheiten:
Stimmt es oder stimmt es nicht?Vielmehr als nur BaumwolleNaturkosmetik:
Wo Milch und Honig fließenLeserfrage: DeoLeserfrage: Japanische Kosmetika nach FukushimaLeserfrage: ZungenschaberLeserfrage: Elastisches Kleid aus reiner Schurwolle?Leserfrage: Trocknen von nassen Lederschuhen Kosmetik / Körperpflege / Mode
Online-Service für Abonnenten - ANZEIGE -
News
Auf dem Prüfstand: Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) hat der EU-Kommission empfohlen, die Regelungen für die Verwendung von Duftstoffen in Kosmetika deutlich zu verschärfen.
» News lesenDer Erzeugerverband Bioland arbeitet künftig mit der Augsburger Textilfirma Manomama zusammen.
» News lesenMit seiner Common-Threads-Initiative lädt der Outdoor-Hersteller Patagonia zum sorgsamen Konsumieren ein.
» News lesenDas Umweltbundesamt rät, nicht vorschnell zu Imprägniersprays zu greifen. Die meisten sind giftig und werden in der Natur kaum abgebaut.
» News lesenViel zu dicht getuschte Wimpern oder eine komplett glatt gebügelte Haut haben in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt. Nun will die EU Kosmetikwerbung einschränken.
» News lesenNeuer Trend: In der Kleiderei im Hamburger Viertel St. Pauli kann frau Bekleidung leihen, die u.a. von Designern gespendet wurde.
» News lesenDie Anforderungen des Labels "Biokreis Richtlinie für Leder" gehen weit, sind aber längst nicht so detailliert wie die IVN-Richtlinien für Naturleder. Produkte nach den Biokreis-Richtlinien sind aber empfehlenswert.
» News lesenSeit März 2013 sind Körperpflegeprodukte verboten, die an Tieren getestete Inhaltsstoffe enthalten. Das Verbot stand bis zuletzt auf der Kippe.
» News lesen » mehr News anzeigen Aktuelle Themen

Haarfarben - Der schönste Haarschmuck ist eine brillante Farbe. Mit synthetischen Farben lassen sich traumhafte Ergebnisse erzielen. Weniger traumhaft ist das, was in den chemischen Kolorationen steckt. Pflanzenhaarfarben sind deshalb die bessere Wahl.
» Artikel lesen 
Made in Germany - Es gibt nicht viele Modeunternehmen, die hierzulande produzieren. Aber sie sind durchaus erfolgreich. Wir stellen einige Firmen vor, bei denen sie echte Mode "Made in Germany" bekommen.
» Artikel lesen 
Sandgestrahlte Jeans - Gebleichte Jeans gelten als schick und lässig. Doch für die Arbeiter in den Fabriken ist dieser Used Look tödlich. Das Sandstrahlverfahren, mit dem die Hosen künstlich altern, zerstört ihre Lungen. Die Textilindustrie führt die Produktion dennoch fort.
» Artikel lesen 
Achtung, Duftstoffe! - Ob Creme, Parfüm, Körperlotion oder Liftingserum - überall sind Duftstoffe im Spiel. Mit natürlichen, aus Pflanzen gewonnenen Aromen lässt sich der immense Bedarf schon lange nicht mehr decken. Daher steigen uns meist im Labor gemixte Düfte in die Nase.
» Artikel lesen » mehr Themen anzeigen