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Gleich drei Zahncremes von Blend-A-Med im Test "ungenügend"

Autor: Lena Wenzel | Kategorie: Kosmetik und Mode | 08.04.2021

Zahncremes von Blend-A-Med im Test: Drei fallen mit "ungenügend" durch.
Foto: miya227/Shutterstock; ÖKO-TEST

Die Inhaltsstoffe von Universalzahncremes sind nicht immer unproblematisch. Das zeigt unser Test von 60 Zahnpasten: Etwa 20 Prozent fallen durch. Auffällig: Unter den "ungenügenden" Zahncremes befindet sich gleich drei Mal die bekannte Marke Blend-A-Med.

Das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat und flüssiges Plastik sind Problemstoffe, die wir in einigen Universalzahncremes im Test kritisieren. Auch PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, gehören unserer Ansicht nach nicht in Zahnpasta – und doch stecken sie in 15 Produkten. 

Das sind auch Probleme, die uns in Zahncremes der bekannten Marke Blend-A-Med aufgefallen sind. Gleich drei Stück gehören zu den sieben Produkten, die mit "ungenügend" abschneiden. Schlechter bewertet ÖKO-TEST nicht. Betroffen sind folgende Produkte: 

  • Blend-A-Med Classic Zahncreme
  • Blend-A-Med Complete Protect Expert Tiefenreinigung
  • Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean

Problemstoffe in Zahncremes von Blend-A-Med 

Aber noch mal Genaueres zu den Problemstoffen: Natriumlaurylsulfat ist ein schäumendes Tensid. Anders gesagt: eine waschaktive Substanz. Das allein ist noch kein Problem, doch das Tensid geht relativ aggressiv vor und kann die Schleimhäute reizen. Daher sollte es aus unserer Sicht nicht in Zahnpasten verwendet werden, zumal es deutlich mildere Alternativen gibt. Es steckt in jeder der drei besagten Blend-A-Med-Zahncremes und auch in 15 weiteren Produkten im Test. 

PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, sind ebenfalls in allen drei Blend-A-Med-Zahncremes enthalten. Sie sind ein grundsätzliches Problem in Kosmetikprodukten. Wir bemängeln sie in nahezu jedem Kosmetik-Test.

Insgesamt haben wir 60 Universalzahncremes getestet. Das Ergebnis: 38 schneiden mit "sehr gut" ab.
Insgesamt haben wir 60 Universalzahncremes getestet. Das Ergebnis: 38 schneiden mit "sehr gut" ab. (Foto: Prostock-studio/Shutterstock)

Kritik an flüssigem Plastik in zwei Tuben 

Flüssiges Plastik oder – genauer gesagt – synthetische Polymere sehen wir aus Umweltgründen kritisch. Die Polymere können über den Klärschlamm auf Felder und in Gewässer gelangen. Deshalb beanstanden wir sie unter dem Testergebnis Weitere Mängel. Wie sie sich in der Umwelt verhalten, ist noch zu wenig erforscht. 

Sie sind Teil der Rezeptur von zwei der drei "ungenügenden" Blend-A-Med-Zahncremes: Blend-A-Med Classic Zahncreme und Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean. Auch weitere Zahncremes im Test enthalten synthetische Polymere.

Unnötiger Müll durch Blend-A-Med-Zahncreme

Zwar beinhaltet die Blend-A-Med Complete Protect Expert Tiefenreinigung keine synthetischen Polymere, es gibt aber andere Kritikpunkte, die wir unter dem Testergebnis Weitere Mängel abwerten. Zum einen steckt die Tube in einem Umkarton, der kein Glas schützt, weshalb unnötiger Verpackungsmüll entsteht. Zum anderen enthält die Zahncreme ein Zinksalz, gleichzeitig allerdings keinen Hinweis, dass sie "nur für Erwachsene" geeignet ist. 

Hintergrund für die Bewertung: Zu viel Zink über längere Zeit kann das Immunsystem schwächen, und Kinder und Jugendliche überschreiten die empfohlene Menge schneller als Erwachsene.

Zum Vergleich: Mehrere überprüfte Zahncremes enthalten Minuspunkte aufgrund des unnötigen Verpackungsmülls und des fehlenden Hinweises "nur für Erwachsene" auf der Verpackung.

Zahnpasta-Test: Ergebnisse zu 60 Produkten kostenlos abrufen

So setzt sich das Gesamturteil zusammen 

Das Gesamturteil beruht auf dem Teilergebnis Inhaltsstoffe. Ein Teilergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" oder "ausreichend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Weil die Blend-A-Med Classic Zahncreme, Blend-A-Med Complete Protect Expert Tiefenreinigung und die Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch Clean Natriumlaurylsulfat und PEG-Verbindungen enthalten, lautet das Teilergebnis Inhaltsstoffe für alle drei Zahncremes "mangelhaft". 

Die jeweiligen Weiteren Mängel – synthetische Polymere, unnötiger Verpackungsmüll und der fehlende Hinweis auf der Verpackung – sorgen dafür, dass alle drei Pasten im Teilergebnis Weitere Mängel "befriedigend" abschneiden.

Aus den Teilergebnissen für Inhaltsstoffe und Weitere Mängel ergibt sich für alle drei Blend-A-Med-Zahncremes das Gesamturteil "ungenügend".  Details zu Bewertung und Prüfmethoden lesen Sie auf der Infoseite zum Test im Abschnitt Testverfahren.

Der Test zeigt: Von 60 Zahnpasten im Test sind 38 mit Bestnote empfehlenswert. Sie alle verzichten auf Problemstoffe und deklarieren die wichtigsten Infos. 13 Produkte dagegen fallen mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Checken Sie jetzt kostenlos die Ergebnisse: Zahnpasta im Test

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