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25 Basispflegecremes für Neurodermitiker und Allergiker im Test

Jahrbuch für 2018
vom 19.10.2017

Cremes, Neurodermitiker / Allergiker, Basispflege

Poetry in Lotion

Wer an Neurodermitis leidet, ist auf hautfreundliche Pflegelotionen angewiesen. Reizende oder sogar schädliche Inhaltsstoffe sind daher tabu. Wir haben 25 Produkte, darunter sechs zertifizierte Naturkosmetika, zur Untersuchung in die Labore geschickt. Gut zwei Drittel aller Lotionen erhalten die Bestnote.

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19.10.2017 | Menschen mit Neurodermitis, insbesondere Kinder, sind auf gut verträgliche Hautprodukte angewiesen. Doch auch bei speziellen Pflegeprodukten sollte nicht einfach wahllos zugegriffen werden. Denn in einigen Marken stecken Substanzen, die absolut nicht auf die ohnehin schon angegriffene Haut gehören. Wir haben 25 Pflegelotionen getestet. Kommen sie ohne Schadstoffe und anderem Chichi aus?

Das Testergebnis

Gut zwei Drittel der Basispflegelotionen im Test schneiden mit der Bestnote "sehr gut" ab, darunter alle sechs zertifizierten Naturkosmetika. Eine Lotion ist "befriedigend", drei bewerten wir mit "ausreichend", drei sind "mangelhaft". Wir kritisieren unter anderem künstliche Fette auf Mineralölbasis und dazugehörige Verunreinigungen dieser Fette, die krebserregende Bestandteile enthalten können.

Im Vergleich zu anderen Pflegeprodukten am Markt sind die meisten Lotionen für Neurodermitiker frei von Schadstoffen. In keinem Produkt stecken allergisierende, hormonell wirksame oder krebsverdächtige Konservierungsmittel. Das sind gute Nachrichten für die geschundene Haut. Sie zeigen: Es geht auch ohne. Die Hersteller können verträgliche und gute Pflegeprodukte entwickeln, sie müssen nur wollen.

In sechs Lotionen bemängeln wir einen deutlichen Anteil an Paraffinen/Erdölprodukten sowie Silikonen. Paraffine und andere Fette auf der Basis von Erdöl können die Hersteller leicht verarbeiten. Sie werden nicht ranzig und sind günstig zu haben. Auch künstliche Silikone haben attraktive technische Eigenschaften. Lotionen mit Silikonverbindungen lassen sich meist gut verteilen. Der Haut nützt das wenig. Anders als die Bestandteile natürlicher Öle und Fette fügen sich die künstlichen Stoffe nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut. Mit einer Pflege ohne Paraffine und Silikone ist die Haut aus unserer Sicht besser gepflegt.

Paraffine aus Erdöl können zudem mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sein. Unter diesen Stoffen können sich auch krebserregende Substanzen finden. In den Produkten Eucerin Atopi Control Lotion, Allergika Lipolotio Sensitive und Bioderma Atoderm Intensive Baume hat das beauftragte Labor MOAH nachgewiesen.

Sieben Pflegelotionen im Test enthalten PEG/PEG-Derivate. Sie verbinden als Emulgatoren Wasser und Fett zu einer geschmeidigen Emulsion. Die Stoffe können aber die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Beruhigend: Viele Hersteller mischen ihre Lotionen ohne solche umstrittenen Emulgatoren.

Die meisten Lotionen im Test kommen ohne Parfüm oder ätherische Öle aus. Das ist gut so. Je weniger Reizstoffe auf der Haut desto besser. Andererseits: Ein dezenter, angenehmer Duft macht es für manche Kinder einfacher, sich täglich eincremen zu lassen. Das muss sein und hilft der Haut. Deshalb werten wir auch die neun Produkte, die Parfüm oder ätherische Öle enthalten, nicht grundsätzlich ab. Zumal keines davon mit Duftstoffen belastet ist, die häufig Kontaktallergien auslösen. Drei Marken enthalten den Duft

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Kinder mit Neurodermitis, in der Fachsprache: "atopische Dermatitis", leiden unter trockener, schuppiger, juckender Haut. Die Symptome der Krankheitsschübe lassen sich mit Medikamenten mildern, die geplagte Haut braucht aber eine tägliche Basispflege, um sie geschmeidig zu halten und die Schutzfunktionen zu unterstützen. Wir haben deshalb 25 Lotionen ausgewählt, die ausdrücklich damit werben, dass sie zur Pflege bei Neurodermitis taugen. Teure Marken aus der Apotheke sind ebenso im Test wie Lotionen aus der Drogerie, vom Discounter und aus dem Biohandel. Die Preisspanne ist gewaltig: Für 200 Milliliter des günstigsten Produktes zahlst Du 3,33 Euro, im Falle der teuersten Lotion sind es stolze 43,80 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Problemhaut verträgt keine Problemstoffe. Wir haben die Pflegelotionen deshalb auf allergisierende und krebserregende Konservierungsmittel untersuchen lassen. Waren Parfüm oder ätherische Öle enthalten, hat das beauftragte Labor überprüft, ob allergene Duftstoffe darin stecken oder Moschus-Duftstoffe, die sich im Körper anreichern. Die Haut von Neurodermitikern braucht eine exzellente Versorgung mit Fett und Feuchtigkeit. Wenig hilfreich sind aus unserer Sicht Fette wie Paraffine oder andere Stoffe aus Erdöl oder künstliche Silikone, die wenig zur Hautpflege beitragen. Paraffine auf Mineralölbasis können zudem mit krebserregenden aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt sein. Das hat ein Labor überprüft. Schlussendlich kritisieren wir Polyethylenglykole und deren Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate), die als Emulgatoren zum Einsatz kommen, aber die Haut durchlässig für Fremdstoffe machen können.

Die weiteren Mängel
Kosmetika in Plastiktuben oder Plastikflaschen müssen nicht in einem zusätzlichen Umkarton stecken. Viele Kartons machen viel Müll. Ein Umkarton ist sinnvoll, wenn er mehrere Teile enthält, oder eine Glasflasche schützt. Auch für Medizinprodukte akzeptieren wir Umkartons.

Die Bewertung
Besonders kritisch sehen wir aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), unter denen sich krebserregende Substanzen befinden können. Sie stecken nicht nur in Kosmetika, sondern auch in Lebensmitteln wie Schokolade, Mehl oder Brotaufstrichen. Das Risiko, dass MOAH aus Körperlotionen Schaden anrichten, mag zwar geringer erscheinen als das Risiko, das von belasteten Lebensmitteln ausgeht. Dennoch: Je weniger krebserregende Stoffe in Produkten, die wir an unsere Haut lassen, umso besser. Zumal ungeklärt ist, in welchem Umfang die Stoffe über die Haut, vor allem über geschädigte Haut, in den Körper gelangen.

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