Wer Gleitmittel beim Sex benutzen will oder muss, braucht mitunter starke Nerven: "Gleiten Sie mit Ihrem Partner in ein Meer der Lust", "für herrlich glitschige Sex-Spiele" und "lustvolles Gleiten". Viele Anbieter preisen ihre Gleitgele an, dass es vor Feuchtigkeit nur so trieft.
Dabei sind die Mittel durchaus auch medizinisch sinnvoll. Viele Frauen leiden an einer trockenen Scheide, sei es durch äußere Faktoren wie Stress oder aufgrund der nachlassenden Östrogenproduktion mit Eintritt in die Wechseljahre. Die Schleimhaut der Scheide wird dann dünner und empfindlicher. Sie verliert an Elastizität und wird langsamer feucht. Eine trockene Scheide führt aber zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Orgasmusfähigkeit und sexuelles Verlangen bleiben dann auf der Strecke.
Die meisten Gleitmittel sind fettfrei, wasserlöslich und daher zur Verwendung mit Kondomen geeignet. Sie bestehen im einfachsten Fall aus Wasser, einem mehrwertigen Alkohol wie Glycerin oder Propylenglycol und Verdickungsmitteln wie Xanthan, Carrageen oder Hydroxyethylcellulose. Im Gegensatz dazu erlauben Produkte, die Paraffine oder Öle enthalten, keinen Safer Sex. Sie können mikroskopisch kleine Risse in einem Latexkondom verursachen. Der Schutz vor Schwangerschaft oder einer Infektion mit HIV, Hepatitisviren oder Chlamydien ist dann futsch. Lediglich Kondome aus Polyurethan und das Frauenkondom Femidom werden von fetthaltigen Gleitmitteln nicht beschädigt. ÖKO-TEST hat 22 Gleitmittel in den Laboren analysieren lassen und darüber hinaus die Deklaration unter die Lupe genommen.
Das Testergebnis
An 15 Gleitmitteln gibt es nichts auszusetzen, sie schneiden mit "sehr gut" ab. Fünf Produkte sind aber "mangelhaft" oder gar "ungenügend".
Zwei Gleitgele enthalten mehr als ein Prozent apolare Silikonverbindungen. Einige Silikonverbindungen werden vom Körper aufgenommen und können sich anlagern.
Das Wet Original Gel Body Glide ist mit einem Formaldehydabspalter konserviert. Formaldehyd gilt als krebsverdächtig, kann schon in geringen Mengen Allergien auslösen und Schleimhäute reizen.
Vier getestete Gleitmittel enthalten sogenannte halogenorganische Verbindungen. Viele Stoffe aus dieser Gruppe gelten als allergieauslösend, manche erzeugen Krebs und fast alle reichern sich in der Umwelt an.
PEG/PEG-Derivate stecken in fünf Mitteln. Als Emulgatoren verbinden sie Wasser und Fett. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger machen und Fremdstoffe in den Körper einschleusen.
Ärgerlich: Die Gleitmittel Blue Lubricant Aqua Based und Eroticx Aqua Based schnitten schon einmal besser bei uns ab. Hersteller Megasol hatte nämlich angekündigt, PEG-Derivate und halogenorganische Verbindungen aus den beiden Produkten entfernt zu haben, was wir im Labor überprüfen ließen und was sich bestätigte. Monate danach sind aber wieder Produkte mit der alten Rezeptur - laut Anbieter vermutlich als Reimport - im Handel.






























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