Bei Gleitmittel denkt fast jeder sexuell aktive Erwachsene an Spaßmacher für unbeschwerte Stunden zu zweit. Für alle Spielarten des Sex gibt es die passende glitschige Unterstützung. Ein genauerer Blick auf das gigantische Angebot im Erotikfachhandel, in den Drogeriemärkten und in der Apotheke zeigt aber auch: Einige Gleitmittel bieten einen echten medizinischen Mehrwert, wenn Frauen unter Scheidentrockenheit leiden. Diese kann etwa während und nach der Schwangerschaft oder nach den Wechseljahren auftreten und hat dann meist hormonelle Gründe. Dagegen gibt es neben den profanen Freudespendern spezielle Cremes mit und ohne Hormone. Ein weiterer möglicher Grund für Scheidentrockenheit sitzt im Kopf: Stress durch unerfüllten Kinderwunsch. Auch darauf haben die Gleitmittelproduzenten reagiert und bieten entsprechende Hilfe an.
Wenn es nicht klappt mit dem Baby durch natürliche Empfängnis, beginnt bei einigen Paaren eine frustrierende Zeit. Versagensängste, Sorgen um die eigene Gesundheit und die Fortpflanzungsfähigkeit setzen ein gefährliches Gedankenkarussell in Gang. Die Lust nimmt ab, die Freude am gemeinsamen Sex ebenso. In dieser stressigen Phase leiden zahlreiche Frauen wenigstens ab und zu unter Scheidentrockenheit. Diese mindert den Spaß im Bett zusätzlich, kann außerdem zu Verletzungen führen. Ein Teufelskreis, der eine erfolgreiche Empfängnis durchkreuzen kann.
Gleitmittel lindern zwar mögliche Schmerzen, durchbrechen aber nicht in jedem Fall den Teufelskreis. Denn obwohl sie kein Verhütungsmittel sind, schaden die meisten den Spermien. Einer US-Studie zufolge hängt das Überleben der Samenzellen vom pH-Wert des Zervixschleims während des Eisprungs ab. Optimal sei ein pH-Wert zwischen 7,2 und 8,5. Viele Gele sind allerdings deutlich saurer. Selbst kleinste Mengen unpassenden Gleitgels können zu einer stark eingeschränkten Spermienbeweglichkeit führen, zeigen Untersuchungen in der Petrischale.
Nicht so die speziellen Gleitmittel bei Kinderwunsch. Sie sind laut Anbieter auf den pH-Wert der fruchtbaren Tage abgestimmt. Zumindest im Labor stören sie die empfindlichen Samenfäden nicht. Gezeigt hat das unter anderem die Arbeit von Professor Timo Strünker. Er leitet am Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie der Universitätsklinik Münster die Arbeitsgruppe Molekulare Reproduktionsphysiologie. Im Auftrag von Ritex hat er deren Kinderwunsch Gleitmittel in vitro, also unter Laborbedingungen, getestet. "Wir konnten in unseren Testreihen keinerlei schädigende Wirkung des Ritex Kinderwunsch Gleitmittels auf Spermien beobachten", sagt Strünker. Studien am amerikanischen Pre-Seed, auf dem das deutsche Prefert Vaginal Gel von Kessel Medintim basiert, kommen zu einem ähnlichen Urteil.
"Anhand unserer In-vitro-Untersuchungen lässt sich aber nicht ableiten, dass die Gleitgele aktiv dabei helfen, schwanger zu werden", so Strünker. Genau das suggerieren die beiden Hersteller aber auf ihren Verpackungen. "Helps you g...



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