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Babynahrung im Test: Die besten Pre-Milchpulver für Säuglinge

ÖKO-TEST Mai 2019: Titelthema Olivenöl | Autor: Meike Rix/Kai Thomas | Kategorie: Kinder und Familie | 30.04.2019

Babynahrung im Test: Die besten Pre-Milchpulver für Säuglinge
(Foto: ÖKO-TEST)

Wir haben 16 Pre-Nahrungen für Babys getestet. Ergebnis: In fast allen Milchpulvern stecken erhöhte Mengen an mineralölartigen Stoffen. Insgesamt hat sich die Reinheit aber verbessert. Sechs Pulver können wir mit „gut“ empfehlen.

Der Inhalt von Muttermilch verändert sich während der Stillzeit – immer nach den Bedürfnissen des Babys. Nebenbei schützt sie Säuglinge in den ersten Lebensmonaten unter anderem vor Infekten und Entzündungen, aber auch vor Allergien und Asthma. Natürliche Muttermilch ist so gesund für den Nachwuchs, dass sie durch künstliche Anfangsnahrung nicht zu übertreffen ist. Babys werden aber auch mit Milchpulvern zum Anrühren groß, wenn Mütter nicht voll stillen möchten oder können.

Pre-Nahrung-Test mit Babymilch von Aptamil, Bebivita & Co.

In unseren Tests sind in Muttermilchersatz allerdings immer wieder Schadstoffe aufgefallen. Vor allem: krebserregende oder krebsverdächtige Fettschadstoffe, sogenannte 3-MCPD-Ester und Glycidylester. Sie können bei der Raffination der enthaltenen Pflanzenöle entstehen. Wir wollten wissen, ob die Qualität der Industrie-Anfangsmilch mittlerweile besser ist, und haben den Großteil des Angebots in Deutschland überprüft.

Im Test: 16 Pre-Nahrungen für Babys. Alle Milchpulver haben wir von einem spezialisierten Labor auf Fettschadstoffe, Mineralölrückstände sowie Reste von chlorierten Desinfektionsmitteln untersuchen lassen. Auch die Zutatenlisten und die weiteren Angaben auf den Verpackungen haben wir uns ganz genau angeschaut.

Pre-Milch enthält sehr oft mineralölartige Stoffe 

Das Ergebnis: In fast allen getesten Milchpulvern stecken diesmal erhöhte Mengen an mineralölartigen Stoffen und Substanzen, die sich aus Kunststoffbeschichtungen lösen können. Von vier Pre-Nahrungen raten wir unter anderem deshalb mit „mangelhaft“ und „ungenügend“ ab. Sechs Produkte landen noch irgendwo im Mittelfeld. Mit insgesamt „gut“ empfehlen wir nur sechs Milchpulver, darunter vier Bio-Produkte.

Einzig in der Babydream Anfangsmilch Pre von Rossmann wies das Labor noch einen vergleichsweise hohen Glycidylester-Gehalt nach, den wir abwerten. Fettschadstoffe waren sonst in den anderen Anfangsnahrungen in diesem Test zum Glück nur noch in tolerierbaren Spuren nachweisbar. Auch von weiteren problematischen Stoffen fanden die Labore in der getesteten Anfangsmilch nur noch Spuren.

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Babynahrung-Test: Säuglingskörper speichert Problemstoff

Das Hauptproblem: In fast allen Milchpulvern im Test waren gesättigte Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) und ähnliche Stoffe nachweisbar. Die Mengen überschreiten die Grenze, ab der wir nicht mehr von Spuren sprechen. MOSH reichern sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber an.

Ob POSH vergleichbare Risiken mit sich bringen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. POSH lösen sich aus Kunststoffen, etwa aus Beschichtungen der Innenbeutel der Anfangsmilch. Aus unserer Sicht sollten MOSH und POSH in Lebensmitteln so weit minimiert werden, wie irgend möglich. Wir werten deshalb auch niedrige Gehalte ab.

Kaum Fettschadstoffe in getesteter Anfangsmilch

Verunreinigungen mit Fettschadstoffen sind im Vergleich zu vergangenen Tests deutlich weniger geworden. Zwar wies das von uns beauftragte Labor in allen Anfangsnahrungen 3-MCPD-Ester nach sowie in einigen die problematischeren Glycidylester. Die aktuellen 3-MCPD-Gehalte in den getesteten Milchpulvern überschreiten aber nicht mehr die von der obersten EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA festgelegte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge. In unserem Test von 2015 waren viele Gehalte noch gut zehnmal so hoch.

Für Glycidylester in Säuglingsnahrung gilt seit Kurzem ein Grenzwert, der bei keinem der getesteten Produkte überschritten wird. Die tägliche Aufnahmemenge ist nach unserem Testergebnis  über die Babydream Anfangsmilch Pre von Rossmann dennoch vergleichsweise hoch. Wir werten um zwei Noten ab. Glycidylester setzen während der Verdauung Glycidol frei, das als krebserregend und erbgutschädigend gilt.

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In Säuglingsmilch fehlen oft wichtige Nährstoffe

In den Zutatenlisten von sechs Säuglingsnahrungen fehlen Quellen für Docosahexaensäure (DHA) und Arachidonsäure (AHA). Diese Fettsäuren sind in der Muttermilch enthalten und wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen. Führende Wissenschaftler empfehlen den Nährstoff-Zusatz, denn Studien belegen positive Wirkungen auf die Entwicklung des Sehvermögens. Bisher setzen Hersteller die Fettsäuren in Babymilchpulver freiwillig zu, etwa in Form von Fisch- oder Algenöl. Ab 2020 ist der Zusatz gesetzlich verpflichtend. Ihn wegzulassen entspricht nicht dem Stand der Forschung.

Update vom 30.04.2019: Die Drogeriekette Dm hat die Rezeptur der von uns im ÖKO-TEST Magazin 5/2019 mit „gut“ getesteten Dm Bio Anfangsmilch Pre geändert: Das Produkt würde jetzt schlechter abschneiden.

Unser Tipp: Pre-Nahrung für Babys enthält wie Muttermilch als einziges Kohlenhydrat Laktose. Kinder können sie im ganzen ersten Lebensjahr bekommen, in der zweiten Hälfte ergänzt durch Beikost.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Testverfahren

Wir haben 16 Pre-Säuglingsnahrungen in Pulverform auf Basis von Kuhmilchbestandteilen eingekauft.

Ein spezialisiertes Lebensmittellabor untersuchte die Produkte auf bekannte Problemstoffe, die in Muttermilchersatznahrungspulvern vorkommen: Mineralölbestandteile, Chlorat und Perchlorat aus Desinfektionsmitteln und die krebserregenden beziehungsweise krebsverdächtigen Fettschadstoffe 3-MCPD- und Glycidylester.

Anhand der Zutatenlisten haben wir überprüft, ob die Hersteller bestimmte Öle zusetzen, die als Quelle für die in den ersten Lebensmonaten besonders wichtigen Fettsäuren Omega-3 Docosahexaensäure (DHA) und Omega-6 Arachidonsäure (ARA) dienen.

Wir prüften außerdem die Zubereitungs- und Warnhinweise auf den Verpackungen und ob die Hersteller in ihren Werbeaussagen verbotenerweise den Eindruck erwecken, dass das Produkt dem Stillen vorzuziehen wäre.

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