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8 Kinderfahrradanhänger im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015 | Kategorie: Kinder und Familie | 09.01.2015

8 Kinderfahrradanhänger im Test

Fahrradanhänger gelten als relativ sicheres Transportmittel. Allerdings gibt es große Qualitätsunterschiede. Drei von acht Modellen im Test versagten in der Sicherheitsprüfung.

Als Kinderfahrradanhänger vor 25 Jahren zum ersten Mal im Straßenbild auftauchten, wurden sie als Kuriosum belächelt. Doch Crashtests haben gezeigt, dass der Anhänger die sicherste Variante ist, Kinder ab etwa sechs Monaten mit dem Fahrrad zu befördern. Bei einem leichten Unfall fallen sie nicht tief und sind im Innenraum sicherer aufgehoben - sofern die Kinder angeschnallt sind und Helme tragen. Und vorausgesetzt dass der Anhänger wichtige Sicherheitseigenschaften aufweist.

Doch darauf war in der Vergangenheit nicht immer Verlass, wie unser großer Fahrradanhängertest von 2006 zeigte. Darin versagten die Deichselverbindungen einiger Modelle unter Belastung kläglich. Damals forderte ÖKO-TEST: "Einheitliche Sicherheitsnormen für Kinderfahrradanhänger sind dringend notwendig!"

Für den aktuellen Test schickten wir acht der gängigsten Doppelsitzermodelle zu einem umfangreichen Praxistest, außerdem ließen wir die Materialien gründlich auf Schadstoffe untersuchen.

Das Testergebnis: Einige Hersteller haben viel dazugelernt, andere weniger: In den Fahrradanhängern von drei Anbietern sind Kinder weitgehend sicher aufgehoben. "Gut" ist im Test allerdings insgesamt nur ein Produkt. Von den vier "befriedigenden" Modellen im Test überzeugte ein Modell am meisten - fast hätte es auch hier noch zu einem "guten" Gesamturteil gereicht.  Drei Produkte erfüllen wichtige Kriterien der neuen Sicherheitsnorm nicht. Sie sind "mangelhaft".

Drei von acht Kinderkutschen rasseln durch die Sicherheitsprüfung. Ein Anhänger schwächelte in puncto Seitenaufprallschutz. In einem weiteren Modell kann es bei einem Überschlag eng werden: Im Test hatte der Kopf des Prüfdummys nach einer 180-Grad-Drehung des Anhängers Bodenkontakt. Mit einem Modell im Test läuft man Gefahr, an Hindernissen hängen zu bleiben: Zu sparsam dimensioniert ist hier die sogenannte Ablenkvorrichtung vor den Rädern - eine schräge Kante, die verhindern soll, dass sich Gegenstände zwischen Rad und Gehäuse verfangen können.

Ob die genannten Modelle zu einem Zeitpunkt gefertigt wurden, als die Norm bereits gültig war, konnten wir anhand der Produktkennzeichnungen nicht genau nachvollziehen. Doch die Normkriterien sind schon länger bekannt und die Hersteller hätten sich darüber informieren können.

Hinzu kommt die Schadstoffbelastung: In zwei Anhängern im Test fanden wir erschreckend hohe Mengen der Phthalate (Weichmacher) DIDP und DINP, die im Verdacht stehen, Leber und Nieren zu schädigen, und die in Babyartikeln und Spielzeugen aus Weich-PVC, die von Kindern in den Mund genommen werden können, nicht enthalten sein dürfen. Im Modell von Monz wurde Anilin nachgewiesen, ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht.


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Burley Cub, rot
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Burley
Burley D'Lite, blau
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Burley
Chariot Chinook zzgl. Fahrradset mit Kupplung, blau
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Thule
Chariot CX 2 zzgl. Fahrradset mit Kupplung, burgund
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Thule
Croozer Kid for 2, grün/grau/schwarz
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Zwei plus zwei
Kids Tourer L2 mit Weberkupplung, gelb/silber
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Kid's Touring
Kindercar Twin Safe MX mit Weberkupplung, rot
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Kindercar
Monz Blue Bird Dual Alu Zweisitzer, grau/orange/anthrazit
Monz Blue Bird Dual Alu Zweisitzer, grau/orange/anthrazit
Monz

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Getestet wurden die klassischen Zweisitzer. Darin finden zwei kleine Passagiere Platz oder auch nur ein Passagier mit viel Gepäck. Eingekauft wurde jeweils das Basismodell ohne Zusatzausstattung.

Die Inhaltsstoffe

Im Schadstofftest waren die Sitz- und Gurtpolster, die Sichtfenster und Griffe. In flexiblen Kunststoffteilen und in Textilbeschichtungen können Weichmacher enthalten sein und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Die Polster wurden auf problematische Farbstoffbestandteile wie aromatische Amine oder halogenorganische Verbindungen untersucht. Nonylphenolethoxylate sind zum Beispiel als Tensid in Waschmitteln enthalten, die viele Textilfabriken in Asien noch nutzen - sie stellen vor allem ein Umweltproblem dar. Außerdem wurden alle Produkte auf giftige Schwermetalle gecheckt.

Die Praxisprüfung

Experten beurteilten Ausstattung, Anleitung, Montage sowie wichtige Aspekte im Kindbereich wie gefährliche Ecken und Kanten oder die Sicherheit der Gurte. Hinzu kamen die Belastungstests: Auf dem Rollenprüfstand fuhren die Anhänger leicht überladen über eine Rüttelpiste. Anschließend wurden sie an der Deichselverbindung gedrückt und gezogen, um Beschleunigungs- und Bremsvorgänge zu simulieren. Zudem ließen wir die Modelle in Schräglage bringen (siehe oberes Foto), auf den Kopf stellen und seitlich "rammen". Basis bildete die Sicherheitsnorm EN 15918 (Stand: 4/2013). Wo es sinnvoll war, wurden die Kriterien ergänzt oder eigene Anforderungen formuliert.

Die Bewertung

Die Sicherheit beim Fahren steht bei einem Kinderanhänger an erster Stelle. Deshalb wurde dieser Aspekt am stärksten bewertet. Dabei spielte es für uns keine Rolle, ob die Modelle zu einem Zeitpunkt gefertigt wurden, als die neue Sicherheitsnorm bereits gültig war oder davor. Normkriterien sind in Fachkreisen lange vor deren Veröffentlichung bekannt. Es bleibt den Herstellern überlassen, diese frühzeitig umzusetzen.

Jahrbuch Kleinkinder 2015
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