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31 Impfstoffe im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Impfstoffe

Bestechend!

Der Impfkalender von Säuglingen und Kleinkindern ist mit vielen Terminen gefüllt. Wir haben die Präparate zur Grundimmunisierung und Auffrischung unter die Lupe genommen und an keinem Impfstoff etwas auszusetzen.

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09.01.2015 | Impft man nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko), dann sind Kinder mit 24 Monaten gegen zwölf Infektionskrankheiten immunisiert: Dazu gehören Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Haemophilus influenzae Typ b (Hirnhautentzündung), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Hepatitis B (Leberentzündung), Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken). Außerdem werden die Kleinen gegen Meningokokken, die Erreger von Hirnhautentzündungen, geimpft sowie gegen Pneumokokken, die unter anderem Lungenentzündungen hervorrufen können.

Seit 2013 empfiehlt die Stiko ebenfalls die Impfung gegen Rotaviren. Rotaviren lösen bei Säuglingen und Kleinkindern schwerste Durchfallerkrankungen mit Erbrechen aus. Weil viele kleine Patienten sogar tagelang auf der Intensivstation behandelt werden müssen, raten Kinderärzte wie der ÖKO-TEST-Berater Dr. Falko Panzer Eltern, die Impfung machen zu lassen - auch wenn in Deutschland die Gefahr, an Rotavirenerkrankungen zu sterben, sehr gering ist. Die erste Impfung erfolgt ab der vollendeten sechsten Lebenswoche.

Hat man den Impfmarathon der ersten zwei Lebensjahre gut absolviert, gilt es, an die Auffrischungen im sechsten und zwölften Lebensjahr zu denken. Um die Kinder vor Infektionen zu schützen, sollten Erwachsene aber auch den eigenen Impfpass im Auge behalten. "Nur ein geringer Teil der Eltern ist nach den aktuellen Empfehlungen geimpft", beobachtet Dr. Panzer. Wichtig wäre etwa ein aktueller Impfschutz gegen Keuchhusten. Säuglinge können erst mit zwei Monaten selbst dagegen geimpft werden, aber vorher schon lebensgefährlich erkranken. Die Babys stecken sich zum Beispiel bei ihren Eltern oder Großeltern an.

ÖKO-TEST hat 31 Impfstoffe für Kinder zur Grundimmunisierung und Auffrischung hinsichtlich umstrittener Hilfsstoffe unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

Wir bewerten alle Impfpräparate mit "sehr gut".

Zwar enthalten einige Impfstoffe Restmengen von umstrittenen Substanzen wie Formaldehyd und Antibiotika, dafür gab es aber keine Abwertung: Die Stoffe sind für die Produktion der Impfstoffe notwendig. Die in den fertigen Präparaten vorkommenden Spurengehalte haben sich in den Prüfungen der Zulassungsverfahren als unbedenklich erwiesen, so Dr. Michael Pfleiderer, Fachgebietsleiter Virusimpfstoffe im Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Formaldehyd wird von uns in Kosmetika und anderen Produkten abgewertet. Bei der Impfstoffherstellung werden damit Viren so entschärft, dass sie zwar noch eine Immunreaktion auslösen, jedoch nicht mehr gefährlich sind. Antibiotika sorgen dafür, dass sich keine Keime einschleichen. Da sie aber allergische Reaktionen hervorrufen können, sind selbst Spurengehalte im Beipackzettel aufzuführen. Zudem können Reste von Hühnereiweiß für Allergiker ein Problem sein.

Die besonders problematischen Quecksilberverbindungen zum Haltbarmachen sind in den Impfstoffen für Kinder kein Problem mehr.

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