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12 Kinder- und Karnevalsschminke im Test

Ratgeber Kleinkinder 2016
vom 08.09.2016

Kinderschminke / Karnevalsschminke

Zum Davonfliegen

Die meisten Kinder sind begeistert, wenn sie farbenfroh geschminkt in eine andere Rolle schlüpfen können. Doch viele Kinderschminken sind zum Gruseln, denn sie stecken voller Schadstoffe.

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08.09.2016 | Auf den beliebten Themenpartys, an Geburtstagen und Festen aller Art, zu Halloween und natürlich an Karneval sind bunte Schminkstifte unerlässliche Utensilien. Mit der passenden Bemalung und alten Kleidern läßt sich ein Look zaubern, der auch im Kindergarten und in der Schule besteht.

Zwei unterschiedliche Varianten der Schminken sind im Angebot: Es gibt wasserlösliche Stifte und Wasserfarben, aufzutragen mit Pinsel oder Schwämmchen. Diese lassen sich dann auch wieder gut mit Wasser aus dem Gesicht waschen. Die andere Ausführung: Farbschminken auf Fettbasis, meist festere Stifte. Egal welche Variante Eltern wählen: Die Schminken stehen immer wieder in der Kritik. Denn teilweise sind sie stark belastet. Das zeigen zum Beispiel frühere ÖKO-TESTs oder die Analysen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts (CVUA) Karlsruhe im Jahr 2014, das den verbotenen Farbstoff Lackrot (CI 15585) in mehreren WM-Fan-Schminken entdeckte.

Schwermetalle wie Nickel und Blei sind in Kosmetika zwar verboten, können aber zum Beispiel durch Farbstoffe trotzdem in dekorative Kosmetik und in Tätowiermittel gelangen. Denn in der Kosmetikverordnung bedeuten verbotene Stoffe nicht immer ein Komplettverbot. Spuren von verbotenen Stoffen sind dann erlaubt, wenn es sich etwa um Verunreinigungen handelt, die "bei guter Herstellungspraxis", wie es so schön in den Behördenstuben heißt, "technisch unvermeidbar" sind. Welche Gehalte darunterfallen, klärt die EU-Kosmetikverordnung jedoch nicht.

Haben die vielen negativen Schlagzeilen dazu geführt, dass die Schminken nun besser sind? Um das herauszufinden, haben wir zwölf Kinderschminken ins Labor geschickt.

Das Testergebnis

Zum Abschminken. Die Hälfte der Produkte ist "ungenügend". Zwei Lichtblicke gibt es aber immerhin.

Verboten. Die Edding Funtastics Face Fun Schminkstifte sind mit PHMB konserviert. Doch das ist ein CMR-Stoff, also eine jener Substanzen, die als krebserregend, erbgutverändernd und reproduktionstoxisch eingestuft sind. Somit ist der Konservierer aus Sicht der EU in Kosmetika seit 2015 formell nicht mehr erlaubt. Daran ändert auch nichts, dass der Stoff (noch) auf der Liste der erlaubten Konservierungsmittel steht. Auf diese Liste verweist die Industrie gern. Ob und wie die EU-Kommission das ändern wird, ist noch in der Schwebe. In den EU-Ländern sind die Mitgliedsstaaten und ihre Behörden für die Umsetzung des Verbotes von PHMB verantwortlich. Die Untersuchungsanstalt Sachsen bestätigt mit Hinweis auf die Einschätzung der EU: "Daher werden Proben, in denen wir PHMB positiv nachweisen, (...) beanstandet."

Krebsverdächtige Rückstände: In den Mammut Snazaroo Schminkstifte Neutral fand das Labor erhöhte Werte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Zu den PAK gehören Verbindungen, von denen einige nachgewiesenermaßen krebserregend, andere krebsverdächtig sind. In den Schminkstiften steckt unter anderem das krebsverdächtige Naphthalin. Die Schminkstifte von Fries, Mammut, Tedi und die S

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir kauften pünktlich zur Karnevalszeit 14 Schminken ein: feste Produkte und Stifte sowie Wasserfarben aus dem Bastelladen, Karnevalsshop, Supermarkt und vom Onlinehändler. Nur ein Testprodukt stellt im Namen den Bezug zu Kindern her, alle anderen richten sich aber durch ihre Aufmachung direkt an Kinder oder bieten sich einfach nur zum Schminken von Kindern an.

Die Inhaltsstoffe
Die Schminken unterscheiden sich vor allem dadurch, dass sie eine Wasser- oder Fettbasis haben. Unser umfangreiches Prüfprogramm passten wir den entsprechenden Produkttypen an und gaben zum Beispiel für parfümhaltige Farben eine große Duftstoffanalyse in Auftrag. Außerdem wollten wir wissen, ob in den Schminken Schwermetalle stecken beziehungsweise ob die mineralölhaltigen Bestandteile verunreinigt sind.

Die Weiteren Mängel
Für die Kinderschminken können die Anbieter die eingesetzten Farben für alle Nuancen aufzählen, nicht nur für das jeweilige Produkt. Das erkennt man an dem kleinen Zusatz "+/-" oder dem Hinweis "may contain". Was genau in der Schminke steckt, lässt sich dann anhand der Inhaltsstoffliste nicht erkennen. Informiert ein Anbieter auf Nachfrage, welche Farbbestandteile genau in seiner Schminke stecken? Wenn nicht, finden wir das nicht verbraucherfreundlich.

Die Bewertung
Stoffen, die verboten sind, zeigen wir die rote Karte. In unserer Bewertung unterscheiden wir jedoch, ob es sich beispielsweise um einen vorsätzlich zugesetzen Stoff handelt oder nicht. Im Falle der verbotenen Konservierungsmittel Isobutylparaben und PHMB sind wir strenger als etwa bei Nickel. Dessen Gehalt sehen unsere Experten in einem Fall zwar als nicht in Ordnung an, aber es ist von einer Verunreinigung auszugehen. Auch die Aufmachung des Produkts spielt eine Rolle - Paraffine werten wir beispielsweise stärker ab, wenn eine Abbildung impliziert, dass das Produkt auch auf den Lippen verwendet werden kann. Denn vom Mund lutscht man die Farbe schnell mal ab, und die Stoffe können so in den Körper gelangen.

So haben wir getestet

In allen Formen und Farben. Es gibt wasserlösliche oder fettbasierte Kinderschminken.