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Codecheck

Codecheck
vom 07.11.2016

Codecheck

Verbraucher sollen mit der Smartphone-App Codecheck den Barcode scannen und gesund einkaufen. Das Ergebnis sind teilweise gefährliche Desinformationen.

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„Wir möchten Usern helfen, Kaufentscheidungen zu treffen, die sie Zuhause nicht wieder bereuen“, sagt Roman Bleichenbacher, Gründer und Geschäftsführer von Codecheck. Glaubt man der Selbstdarstellung, gelingt das bravourös. Die App biete für „User einen echten Mehrwert“. Daher sei es ihr Im Mai sogar gelungen, „als erste Schweizer App den Downloadschlager WhatsApp zu überholen und auf Platz 1 zu landen“.

Besieht man sich Codecheck genauer, fragt man sich allerdings: Warum?

Laut Codecheck sind in der App über 35 Millionen Produkte erfasst. Zusammengetragen wurden dazu neben den Meinungen der User Bewertungen und Informationen von Greenpeace, dem BUND, dem WWF und anderen „seriösen Datenquellen, renommierten Experten“ und „Industrie unabhängigen Organisationen“. Für die Bewertung von Kosmetika hatte sich Codecheck bis Oktober diesen Jahres auf eine von ÖKO-TEST erstellte Liste aus dem Jahr 2000 gestützt. Sie war – das dürfte einleuchten – längst nicht mehr auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Außerdem berief sich Codecheck auf Heinz Knieriemen, der allerdings schon einige Zeit tot ist. Trotzdem erklärte Codecheck auf Nachfrage der Rheinische Post Mediengruppe: „Seine Expertisen sind immer noch aktuell“.

Inzwischen beruft sich Codecheck auf die INCI-Liste (Cosmetic Ingridients and Substances) der Europäischen Kommission. Doch die bewertet kosmetische Inhaltsstoffe gar nicht. Von ÖKO-TEST darauf angesprochen, schreibt Geschäftsführer (CEO) Boris Manhart, Codecheck selbst habe die über 6.500 Inhaltsstoffe neu bewertet. „Teilweise, so Manhart, „fehlt die Quellenangabe noch, was wir in den nächsten 1-2 Wochen beheben werden“.

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