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87 Haftpflichtversicherungen für Hundehalter im Test

ÖKO-TEST August 2011
vom 29.07.2011

Haftpflichtversicherungen, Hundehalter

Und er beißt doch

Hundebesitzer sollten eine spezielle Versicherung abschließen, denn die Privathaftpflicht leistet nicht. Der Schutz ist bezahlbar, wie unser Test zeigt. Schäden können dagegen unbezahlbar sein.

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29.07.2011 | Des Menschen treuster Gefährte kann ganz schön gefährlich werden. Dies zeigt die Berliner Hundebiss-Statistik 2010: In 1188 Fällen verletzen die Vierbeiner Menschen oder andere Hunde. Bundesweit muss mit rund 54.000 Beißattacken pro Jahr gerechnet werden. Immerhin gibt es in Deutschland laut dem Dortmunder Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) fünf Millionen Hunde. Die Tiere können Menschen zudem durch freundliches Anspringen umstoßen oder durch plötzliches Bellen erschrecken und eine Herzattacke auslösen.

Immer muss der Hundehalter für den Schaden in vollem Umfang aufkommen. Dabei ist es egal, ob er einen Fehler gemacht hat oder nicht: Es gilt die sogenannte Gefährdungshaftung. Hundebesitzer sollten sich daher gegen Ansprüche Dritter unbedingt absichern. Andernfalls riskieren sie für sich und ihre Familie die Existenz.

So verurteilte das Oberlandesgericht Saarland einen Tierhalter zu umgerechnet 61.000 Euro Schadenersatz, weil dessen Hund einen 41-jährigen Mann schwer an den Genitalien verletzt hatte. Zum Schmerzensgeld kommen oft noch weitere Forderungen. "Die Krankenkassen dürfen sich alle Behandlungskosten vom Tierhalter zurückholen", erläutert Udo Barske, Sprecher des AOK-Bundesverbands in Bonn. Das kann sehr teuer werden.

Das ist bei vielen Hundebesitzern noch nicht angekommen. Viele Haushalte mit Hunden dürften nicht, falsch oder zu gering versichert sein. "Obligatorisch ist eine Hundehalter-Versicherung in fast allen Bundesländern nur für gefährliche Hunde", sagt Katrin Jüllich aus Alsheim bei Worms. Welche Vierbeiner als gefährlich gelten, liegt im Ermessen der Länder. Eine Zusammenstellung der Verordnungen der Länder hat die Versicherungsmaklerin auf ihrer Homepage

www.hundehaftpflicht-info.de/hundeverordnung zusammengestellt.

Eine Tierhalterhaftpflicht wirkt übrigens auch wie eine Rechtsschutzpolice: Sie wehrt unbegründete Ansprüche notfalls auch vor Gericht ab und übernimmt dafür alle Kosten. "Allein bei vorsätzlicher Schädigung zahlt die Versicherung nicht. Wer also nachweislich seinen Hund auf einen Menschen hetzt, muss für die Folgen selbst aufkommen", erklärt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus Berlin.

Die Police soll die Existenz des Tierliebhabers schützen. Aufgenommen haben wir daher nur Tarife, die mindestens fünf Millionen Euro Versicherungsschutz bieten.

Diese Summe sollte ohne Einschränkungen bei Verstößen gegen gesetzliche Vorschriften gezahlt werden und auch für jeden gelten, der den Hund im Auftrag des Halters hütet. Insgesamt untersuchte ÖKO-TEST 87 Tarife von 44 Anbietern.

Das Testergebnis

32 Tarife erreichen den höchsten Rang. Im Leistungsvergleich landen 23 Angebote auf dem 1. Rang. Sechs Tarife - Barmenia Top-Schutz ohne und mit 150 Euro Selbstbeteiligung, Gothaer (SB 150 Euro), Rhion Plus (ohne SB) sowie zwei Tarife des Maklerkonzeptanbieters Degenia mit jeweils 150 Euro SB - sind sowohl preis- wie leistungsmäßig spitze.

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