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70 Versicherungenkonzerne und ihre Finanzstärke im Test

Kein Grund zur Panik

ÖKO-TEST Februar 2013 | Kategorie: Geld und Recht | 25.01.2013

70 Versicherungenkonzerne und ihre Finanzstärke im Test

Deutschlands Lebens- und Rentenversicherer klagen bitter über die anhaltende Niedrigzinsphase. Doch die ÖKO-TEST-Analyse zeigt: Das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Branche fährt - abgesehen von wenigen Ausnahmen - nach wie vor gute Gewinne ein. Nur die Kunden müssen leiden. Ihre Überschussbeteiligung schmilzt wie Schnee in der Sonne dahin.

Die Schlagzeilen klangen alarmierend: "Angst um Garantiezins" titelte die Bild-Zeitung, "Lebensversicherer in Gefahr" schrieb das Handelsblatt. Angeblich schließe das Bundesfinanzministerium nicht mehr aus, dass einzelne Lebensversicherer durch die anhaltende Niedrigzinspolitik in eine finanzielle Schieflage kommen könnten. Erste Anbieter würden sogar erwägen, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin einen Antrag auf zeitweise Aussetzung des eigentlich unantastbaren Garantiezinses zu stellen.

Diese Meldungen schreckten nicht nur Deutschlands Vorsorgesparer auf, die Angst um ihre zusätzliche private Altersvorsorge bekamen. Sie wurde ausgerechnet wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung des Bundestags verbreitet, in dem die Regierung einschneidende Kürzungen bei bestehenden Verträgen zu Lasten der Versicherungskunden beschließen wollte. Schon tags drauf ruderte die Branche kräftig zurück. "Die Meldung, dass immer mehr Lebensversicherer den Garantiezins nicht mehr in voller Höhe zahlen können, ist falsch", betonte der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) mit Nachdruck.

Auch die BaFin eilte den Unternehmen zur Hilfe. "Die Versicherer stehen ganz eindeutig nicht am Abgrund. Ich halte die ganze Debatte für ein großes Missverständnis", hielt die neue Präsidentin der BaFin, Elke König, den Zeitungsberichten entgegen. Was also war geschehen? Hatte die Branchenlobby die Gerüchte um einen Notstand der Branche lanciert, um ein für die Versicherungskunden höchst nachteiliges Gesetz durchzudrücken? Oder ist doch etwas dran an den Gerüchten um angebliche Schieflagen bei Versicherern?

ÖKO-TEST wollte es genauer wissen und hat einen Blick in die Bilanzen der deutschen Lebensversicherer geworfen und dabei vor allem die Ertragslage und die Stabilität der Unternehmen geprüft. Untersucht wurden 40 große sowie 30 kleinere und mittlere Lebensversicherungsunternehmen.

Das Testergebnis

Der Branche insgesamt geht es gut. Die Unternehmen erwirtschaften nach wie vor Gewinne. Über alle Unternehmen hinweg wurde 2011 ein Rohgewinn von 10.282 Mio. Euro erzielt. Auch die Garantiezinsen kann die Branche noch locker finanzieren. Die Nettoverzinsung, die Versicherer mit ihren Kapitalanlagen erzielten, betrug 2011 bei den von ÖKO-TEST untersuchten Unternehmen im Schnitt 3,97 Prozent. Damit liegen Zinseinnahmen noch deutlich über den Garantiezinsen im Gesamtbestand von durchschnittlich 3,3 Prozent.

Gute Kapitalerträge und stille Reserven: Da die Kapitalerträge von Jahr zu Jahr schwanken, hat ÖKO-TEST für alle weiteren Unternehmensanalysen jeweils die durchschnittliche Nettoverzinsung aus Kapitalanlagen der letzten drei Jahre ermittelt. Dieser Durchschnittswert ist verlässlicher als ein einzelner Jahreswert, wenn es darum geht, Anlagegeschick und Anlageerfolg der Unternehmen zu bewerten. Im Schnitt erzielte die Branche in den letzten drei Jahren eine Nettorendite aus Kapitalanlagen von 4,2 Prozent....


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70 Versicherungenkonzerne und ihre Finanzstärke im Test
ÖKO-TEST Februar 2013 Seite 106
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12 Seiten
Seite 106 - 117 im ÖKO-TEST Februar 2013
vom 25.01.2013

Testverfahren

Untersucht wurden ausgewählte Kennzahlen auf Basis der Analyse der Geschäftsberichte für das Kalenderjahr 2011. Angaben zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 lagen zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht vor. Das Ranking erfolgte auf Basis der Gesamtnote Finanzstärke. Diese setzt sich jeweils aus den Teilnoten zur Solvabilität, der Risikotragfähigkeit bei den Kapitalanlagen und der Substanzkraftquote II zusammen. Dabei flossen zu Teilnoten zur Solvabilität und zur Substanzkraftquote II jeweils zu 40 Prozent und die Teilnote zur Risikotragfähigkeit bei den Kapitalanlagen zu 20 Prozent in die Gesamtnote ein. Die Teilnoten zur Solvabilität, Substanzkraft II und zur Risikotragfähigkeit bei Kapitalanlagen wurde jeweils in Relation zum Branchendurchschnitt gebildet. Zur Ermittlung der Größe der Rangklassen wurde dabei zunächst die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert in der jeweiligen Kategorie gebildet und in sechs gleiche Klassen eingeteilt. Ein Sechstel des Differenzbetrags entspricht jeweils der Größe einer Rangklasse. Einzige Ausnahme: Bei Ermittlung der Rangklassen zur Solvabilität wurde der niedrigste Wert mit 100 Prozent gesetzt. Das entspricht der Soll-Solvabilität, welche die BaFin im Minimum vorschreibt. Bei Unterschreiten dieses Wertes wäre die Solvabilität bereits gefährdet bzw. würden Eingriffe der BaFin notwendig. Anschließend wurde die durchschnittliche Quote im Branchendurchschnitt ermittelt, bei der Solvabilitätsquote beträgt dieser Wert zum Beispiel 180,61 Prozent. Zieht man von diesem Durchschnittswert die Hälfte des zuvor ermittelten Wertes je Rangklasse an, ergibt sich der unterste Wert der Rangklasse 3. Addiert man den des vollen Differenzbetrages der Rangklasse zum Durchschnittswert dazu, ergibt sich der unterste Wert der Rangklasse 2 usw.. Beispiel Solvabilitätsquote: Die durchschnittliche Quote liegt bei 180,61 Prozent. Ein Sechstel des Differenzbetrags zwischen der höchsten und der niedrigsten Solvabilitätsquote beträgt 47,85%. Zieht man die Hälfte davon (23,925 %punkte) von der durchschnittlichen Solvabilitätsquote ab, ergibt sich mit 156,68 Prozentpunkten der unterste Wert der Rangklasse 3. Zieht man davon den den vollen Differenzbetrag von 47,85 %punkten ab, 108,83 Prozentpunkten den untersten Wert der Rangklasse vier. Addiert man den vollen Differenzbetrag dagegen zum Durchschnittswert dazu, erhält man mit 228,46 den untersten Wert der Rangklasse 2 usw. Nach dem gleichen Muster wurden alle Rangklassen für die Finanzstärke-Kennzahlen gebildet. In die Ermittlung zur Bewertung der Ertragsstärke flossen drei Kennzahlen ein: Die vom jeweiligen Versicherer im Durschnitt der letzten drei Jahre ermittelte Nettoverzinsung aus Kapitalanlagen, die Ausschüttungsreservequote und die Überschussquote. Alle drei Kennziffern flossen gleichgewichtet, also jeweils zu einem Drittel in die Gesamtnote ein. Zur Ermittlung der Teilnoten wurde jeweils die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert der jeweiligen Kennzahl gebildet und in sechs gleiche Klassen geteilt - und die Unternehmen entsprechend ihren Einzelergebnissen einsortiert. Die Ermittlung der Kundenbeteiligung bzw. der deklarierten laufenden Verzinsung der Kundenverträge in den Jahre 2011 bis 2013 erfolgte ebenfalls auf Basis einer Gesamtnote, in der die Einzelergebnisse je Kalenderjahr zu jeweils einem Drittel einflossen. Zur Ermittlung der Teilnoten je Kalenderjahr wurde wiederum jeweils die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert ermittelt. Da sich die Ausschüttungspolitik auch immer stark am Marktumfeld orientiert, wurde der so ermittelte Differenzbetrag allerdings nur in drei Rangklassen eingeteilt. Die im Marktdurchschnitt deklarierte Verzinsung je Kalenderjahr markiert das Mittel der Rangklasse drei. Zieht man davon die Hälfte des Differenzbetrags ab, erhält man den untersten Wert der Rangklasse 3. Vermindert man diesen wiederum um den vollen Differenzbetrag, ergibt sich der unterste Wert der Rangklasse 4. Addiert man den vollen Differenzbetrag dagegen zum untersten Wert der Rangklasse 3, erhält man den untersten Wert der Rangklasse zwei. Erste, fünfte und sechste Ränge wurden bei dieser Bewertungsform nicht vergeben. Bei allen Bewertungen wurde zudem darauf geachtet, dass etwaige Ausreißer bzw. branchenuntypische Ergebnisse, die sich zum Beispiel aufgrund von Besonderheiten in der jeweiligen Geschäftspolitik ergeben (z. B. hoher Anteil an Risikopolicen oder hoher Anteil an fondsgebundenen Verträgen) nicht klassenbildend wirken können. Alle Daten bzw. Rohdaten wurden entweder den Geschäftsberichten 2011 der Unternehmen entnommen, direkt von den Unternehmen abgefragt bzw. die Solvabilitätsquote dem Map-Report entnommen, verarbeitet und den Unternehmen zur Verifikation zurückgespielt. Einzige Ausnahme: Die Substanzkraftquote II und die Risikotragfähigkeitsquote in Bezug auf die Kapitalanlagen wurden anhand der verifizierten Werte nachträglich berechnet. Die anschließende Bewertung erfolgte durch ÖKO-TEST.

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