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66 Versicherungenkonzerne und ihre Finanzstärke im Test

ÖKO-TEST Februar 2015
vom 30.01.2015

66 Versicherungenkonzerne und ihre Finanzstärke im Test

Kunden auf Nulldiät

Nach wie vor klagen Deutschlands Lebens- und Rentenversicherer bitter über die anhaltende Niedrigzinsphase. Doch die ÖKO-TEST-Analyse zeigt: Die Branche fährt weiterhin gute Gewinne ein, was sie jedoch geschickt verbirgt. Von den Kunden fordert sie jedoch immer mehr Verzicht.

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30.01.2015 | Im Jammern sind die Versicherer echte Weltmeister. Fast Woche für Woche und auf allen Kanälen beklagen sie, wie schlecht es ihnen in der anhaltenden Niedrigzinsphase geht. Die Schlagzeilen in den Medien klingen ähnlich alarmierend wie schon in den letzten beiden Jahren. "Den Lebensversicherern fehlen 15 Milliarden Euro", schrieb das Manager-Magazin im November vergangenen Jahres. Und die Deutsche Bundesbank schlägt in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2014 glatt vor, die Branche solle die Überschussbeteiligung der Kunden auf null senken. Damit könnten die Versicherer "die Eigenmittel bis Ende 2017 um zusätzliche 28,4 Milliarden Euro erhöhen". Solche Nachrichten schockieren nicht nur die Kunden. Vielmehr erzeugen sie den Eindruck als kämpfe die ganze Branche regelrecht um ihre Existenz. Gleichzeitig verteilt Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, auf ihrem diesjährigen Neujahrsempfang Beruhigungspillen: "Unsere Stresstests und Prognoserechnungen zeigen, dass die Unternehmen kurz bis mittelfristig ihre Leistungsversprechen halten können." Mehr noch, der Marktanteil von Versicherern, die keine ausreichenden Eigenmittel nachgewiesen hätten, liege "zusammengerechnet nicht einmal bei einem Prozent".

Was denn nun? Nagt die Branche so sehr am Hungertuch, dass ihr Überleben gefährdet ist? Oder muss sie lediglich ihre Hausaufgaben machen, also Kosten senken und neue Produkte passend zur Niedrigzinsphase entwickeln?

ÖKO-TEST wollte es genauer wissen und hat wie schon in den Vorjahren einen Blick in die Bilanzen der deutschen Lebensversicherer geworfen und vor allem deren Ertragslage und Stabilität geprüft. Detailliert haben wir auch untersucht, ob und wie stark die 39 großen und 27 mittleren und kleinen Versicherer ihre Kunden an den Gewinnen beteiligen, oder ob sie sie eher zur Kasse bitten.

Das Testergebnis

Versicherer jammern zu Unrecht. Trotz lautem Wehklagen über das extrem niedrige Zinsniveau: Die Bilanzen der Unternehmen zeigen von einer Notlage der Branche nicht die geringste Spur. Ganz im Gegenteil. Das Neugeschäft brummt, tendenziell steigen die Beitragseinnahmen sogar stärker als im Vorjahr und die Kapitalanlagen werfen geradezu traumhafte Gewinne ab. Zusammen mit den Risiko- und Kostengewinnen ist der Rohüberschuss insgesamt im Branchendurchschnitt sogar um 20 Prozent gestiegen. Das Gros davon geht allerdings zur Stabilisierung der Finanzkraft der Unternehmen sowie als Jahresüberschuss bzw. als Gewinnabführung an die Mutterkonzerne drauf. Beide Posten sind 2013 nochmals gestiegen.

Die Kunden bekommen immer weniger vom Gewinn. Galt einst als Faustregel, dass den Lebens- und Rentenversicherungskunden im Schnitt 90 Prozent vom Rohgewinn zustehen, so liegt die Beteiligungsquote heute deutlich niedriger. Nach unseren Berechnungen sind es im Branchendurchschnitt nur noch 63,47 Prozent, vereinzelt rutscht sie sogar unter 40 Prozent ab. Gemessen an der Ausschüttungsquote, also jenem Teil der Überschü


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Untersucht wurden ausgewählte Kennzahlen auf Basis der Analyse der Geschäftsberichte für das Kalenderjahr 2013. Angaben zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 lagen zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht vor. Das Ranking erfolgte auf Basis der Gesamtnote Finanzstärke. Diese setzt sich jeweils aus den Teilnoten zur Solvabilität, der Risikotragfähigkeit bei den Kapitalanlagen und der Substanzkraftquote zusammen. Dabei flossen die Teilnoten zur Solvabilität und zur Substanzkraftquote jeweils zu 40 Prozent und die Teilnote zur Risikotragfähigkeit bei den Kapitalanlagen zu 20 Prozent in die Gesamtnote ein. Die Teilnoten zur Solvabilität, Substanzkraft und zur Risikotragfähigkeit bei Kapitalanlagen wurde jeweils in Relation zum Branchendurchschnitt gebildet. Zur Ermittlung der Größe der Rangklassen wurde dabei zunächst die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert in der jeweiligen Kategorie gebildet und in sechs gleiche Klassen eingeteilt. Ein Sechstel des Differenzbetrags entspricht jeweils der Größe einer Rangklasse. Einzige Ausnahme: Bei Ermittlung der Rangklassen zur Solvabilität wurde der niedrigste Wert mit 100 Prozent gesetzt. Das entspricht der Soll-Solvabilität, welche die BaFin im Minimum vorschreibt. Bei Unterschreiten dieses Wertes wäre die Solvabilität bereits gefährdet bzw. würden Eingriffe der BaFin notwendig. Die Differenz zwischen der höchsten Solvabilitätsquote im Test und diesem Mindestwert wurde daher auch nur in fünf gleiche Klassen geteilt. Anschließend wurde die Quote im Branchendurchschnitt ermittelt, bei der Solvabilitätsquote beträgt dieser Wert zum Beispiel 165,1 Prozent. Zieht man von diesem Durchschnittswert die Hälfte des zuvor ermittelten Wertes je Rangklasse an, ergibt sich der unterste Wert der Rangklasse 3. Addiert man den des vollen Differenzbetrages der Rangklasse zum Durchschnittswert dazu, ergibt sich der unterste Wert der Rangklasse 2 usw.. Beispiel Solvabilitätsquote: Die durchschnittliche Quote liegt bei 165,1 Prozent. Ein Fünftel des Differenzbetrags zwischen der höchsten und der niedrigsten Solvabilitätsquote beträgt 41 Prozent. Zieht man die Hälfte davon (20,5 Prozentpunkte) von der durchschnittlichen Solvabilitätsquote ab, ergibt sich mit 144,6 Prozentpunkten der unterste Wert der Rangklasse 3. Zieht man davon den vollen Differenzbetrag von 41 Prozentpunkten ab, erhält man mit 103,6 Prozentpunkten den untersten Wert der Rangklasse vier. Addiert man den vollen Differenzbetrag dagegen zum Durchschnittswert dazu, erhält man mit 185,60 Prozent den untersten Wert der Rangklasse 2 usw. Nach dem gleichen Muster wurden alle Rangklassen für die Finanzstärke-Kennzahlen gebildet.
In die Ermittlung zur Bewertung der Ertragsstärke flossen vier Kennzahlen ein: Die vom jeweiligen Versicherer im Durchschnitt der letzten drei Jahre ermittelte Nettoverzinsung aus Kapitalanlagen, die Bewertungsreservequote, die Ausschüttungsreservequote und die Überschussquote. Alle vier Kennziffern gingen mit unterschiedlichem Gewicht ein: die Nettoverzinsung aus Kapitalanlagen hatte mit 40 Prozent das höchste Gewicht, die Bewertungsreservequote wurden aufgrund der Volatilität bei Bewertungsreserven nur mit 20 Prozent berücksichtigt, die Ausschüttungsreservequote wurde mit 30 Prozent und die Überschussquote mit 10 Prozent angesetzt. Zur Ermittlung der Teilnoten wurde jeweils die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert der jeweiligen Kennzahl gebildet und in sechs gleiche Klassen geteilt - und die Unternehmen entsprechend ihren Einzelergebnissen einsortiert.
Die Ermittlung der Kundenbeteiligung bzw. der deklarierten laufenden Verzinsung der Kundenverträge in den Jahre 2011 bis 2015 erfolgte ebenfalls auf Basis einer Gesamtnote, in der die Einzelergebnisse je Kalenderjahr zu jeweils einem Fünftel einflossen. Sofern die Angaben für 2015 noch nicht vorlagen, wurden nur die Einzelergebnisse der Jahre 2011 - 2014 zu je einem Viertel berücksichtigt. Lagen die Angaben für mehrere Jahre nicht vor, wurde auf eine Bewertung verzichtet. Zur Ermittlung der Teilnoten je Kalenderjahr wurde wiederum jeweils die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert ermittelt. Zusätzlich wurde die Ausschüttungsquote vom Gesamtrohgewinn ermittelt. Zur Berechnung dieser Quote wurden die Direktgutschriften und die für die Ausschüttung 2014 reservierten Mittel in der RfB in Relation zum Gesamtrohgewinn inkl. Zuführung zur Zinszusatzreserve gesetzt. Ermittelt wurden die Rangklassen nach gewohntem Muster. Als höchster Wert wurde jedoch eine Ausschüttungsquote von 90 Prozent angesetzt. Dieser Wert entspricht der Beteiligung der Kunden am gesamten erwirtschafteten Rohgewinn aus Zins-, Risiko- und Kostengewinnen so wie sie Aufsicht früher als angemessen einstufte. Jede höhere Beteiligung wäre freiwillig und darf daher nicht klassenbildend sein. Auch bei allen Bewertungen wurde zudem darauf geachtet, dass etwaige Ausreißer bzw. branchenuntypische Ergebnisse, die sich zum Beispiel aufgrund von Besonderheiten in der jeweiligen Geschäftspolitik ergeben (z. B. hoher Anteil an Risikopolicen oder hoher Anteil an fondsgebundenen Verträgen) nicht klassenbildend wirken können.
Erhebung der Daten: Alle Daten bzw. Rohdaten wurden den Geschäftsberichten 2013 der Unternehmen entnommen - oder- sofern erforderlich - den früheren Geschäftsberichten bzw. den verifizierten Daten aus dem Vorjahrestest. Sofern die Solvabilitätsquote dort nicht aufgeführt wird, wurde sie - soweit möglich- berechnet, vereinzelt auch nach Map-Report oder nach dem LV-Check von Procontra zitiert. Sämtliche anderen Quoten wie die Substanzkraftquote, die Risikotragfähigkeitsquote in Bezug auf die Kapitalanlagen, die Ausschüttungsreservequote sowie die Beteiligungs- und Ausschüttungsquoten am Rohgewinn wurden anhand der Werte aus den Bilanzen von ÖKO-TEST berechnet und bewertet.