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57 Riester-Bausparverträge im Test

Das Zinsniveau entscheidet

Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010 | Kategorie: Geld und Recht | 01.10.2010

57 Riester-Bausparverträge im Test

Förderung in der Spar- und in der Darlehensphase - das versprechen Wohn-Riester-Bausparverträge allen, die ihre Eigenheimpläne erst in ein paar Jahren realisieren wollen. ÖKO-TEST hat geprüft, ob sich die neuen Angebote lohnen.

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Seit knapp zwei Jahren können Bundesbürger die staatliche Riester-Förderung auch nutzen, um den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren. Der Weg dahin ist zwar mit einigen bürokratischen Hürden gepflastert, wie Kritiker der sogenannten Wohn-Riester-Regelung gerne betonen. Doch davon lassen sich Häuslebauer offenbar nicht schrecken. Denn das Geschäft mit Wohn-Riester-Angeboten boomt. Bis Ende Juni 2010 hatten sich nach offiziellen Zahlen bereits rund 345.000 Sparer für diese Riester-Variante entschieden. Rund 95 Prozent davon griffen zu einem Wohn-Riester-Bausparvertrag. Die Branche selbst rechnet mit noch größerer Nachfrage. Sie zählte Mitte 2010 bereits eine halbe Million abgeschlossener Riester-Bausparverträge. Denn bei dieser Variante können Vorsorgesparer die staatliche Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen für die Spar- und Darlehensphase nutzen. Das scheint ideal für alle, die ihr Eigenheim erst in ein paar Jahren finanzieren wollen.

ÖKO-TEST hat die neuen Wohn-Riester-Angebote daher unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Konditionen von 28 förderfähigen Bauspartarifen von neun Bausparkassen geprüft. Alle Anbieter haben wir zudem jeweils um ein konkretes Angebot für eine vierköpfige Familie gebeten. Dabei will ein 40-jähriges Durchschnittsverdienerehepaar mit zwei Kindern einerseits für das Alter vorsorgen und andererseits in sieben Jahren bauen. Die Kassen sollten deshalb einen Vorschlag für einen Bausparvertrag unterbreiten, der in sieben Jahren in eine Finanzierung eingebaut werden kann. Für den Musterfall wurde unterstellt, dass das Ehepaar dann ein Eigenheim im Wert von 200.000 Euro erwerben will und insgesamt 150.000 Euro davon mit den Bausparverträgen sowie einem Restkredit finanzieren will. Anschließend wurde die Modellfinanzierung der Bausparkassen einer ungeförderten Spar- und Finanzierungsvariante gegenübergestellt.

Das Testergebnis

Wer sicher weiß, dass er später bauen will, und gleichzeitig auf Zinssicherheit setzt, macht mit Riester-Bausparverträgen ein gutes Geschäft. Im Vergleich mit der ungeförderten Spar- und Finanzierungsvariante schneiden alle Bausparofferten gut ab. Im Schnitt ist das Eigenheim im Modellfall bei der Finanzierung mit dem Wohn-Riester-Bausparvertrag 19 bis 23 Monate früher schuldenfrei als bei ungeförderter Finanzierung und das Ehepaar hat dadurch bis zu 12.160 Euro Zinskosten gespart.

Testsieger sind gleich fünf Bausparkassen, die sich mit ihren Tarifen ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern: die HUK-Coburg mit ihrem Tarif Finanzierungsbausparen, Variante niedrige Rate, Schwäbisch Hall mit seiner Fuchs-Wohn-Rente, Wüstenrot mit dem Tarif F 3,6, die Alte Leipziger mit dem Easy finanz Riester-Tarif B und die LBS Baden-Württemberg mit dem Tarif SR.

Die Nase vorn hat letztlich die Wüstenrot Bausparkasse. Dass sie als Erste ins Ziel geht, verdankt sie aber nur einer cleveren Idee: Weil die Kinderzulagen im Modellfall dem Vertrag der Frau zugeschrieben werden, dieser aber vergleichsweise rasch getilgt ist, lässt sie die Kinderzulagen anschließend auf den Vertrag des Mannes laufen. Dadurch kassiert das Ehepaar mehr Förderung vom Staat, was die Finanzierungsdauer glatt um rund 2,5 Monate verkürzt und dem Paar noch mal rund 2.000 Euro Finanzierungkosten spart. Allerdings würde Wüstenrot auch ohne diesen cleveren Zulagentrick zur Gruppe der Testsieger gehören, wie die Variante ohne Nutzung dieser Zulagenoption beweist.

Wer mit staatlicher Förderung baut, muss die erzielten Finanzierungsvorteile später in Form einer Eigenheimrente zurückzahlen. Auch das ist in unseren Modellfällen kein Problem. Da das Ehepaar nach unseren Vorgaben die nach Abschluss der Finanzierung noch zur Verfügung stehenden Monatsraten auf die hohe Kante legt, hätte es in allen Fällen bis Rentenbeginn genug Kapital angespart, um die Steuerschuld auf das Wohnförderkonto auf einen Schlag zu tilgen. Bei den Testsiegern bleibt danach sogar noch ein kleines Plus. Kurz: Verglichen mit einer komplett ungeförderten Spar- und Finanzierungsvariante lohnen sich Wohn-Riester-Bausparverträge.

Das gilt allerdings nur für Sparer, die ihre Eigenheimpläne auch realisieren. Denn das typische Bausparprinzip, erst sparen, dann bauen, gilt auch für Wohn-Riester-Verträge. Die unterscheiden sich nur in einem Punkt von der ungeförderten Variante: Die Abschlussgebühr wird bei Riester-Verträgen auf fünf Jahre verteilt. Diese vom Gesetzgeber vorgeschriebene Kostenverteilung bringt einen Tick mehr Zinsertrag. Ansonsten gilt: Die Sparzinsen sind bei den geförderten Verträgen sehr niedrig. Je nach Anbieter zahlen die Kassen gerade mal 0,5 bis 1,5 Prozent Habenzinsen für den Vertrag.

Riester-Bausparverträge - nur für Häuslebauer

Mit dem Zinsverzicht in der Ansparphase sichern sich Riester-Bausparer den Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen, wobei die Sollzinsen je nach Vertragsvariante, Tarif und Anbieter nominal zwischen 1,75 und 4,9 Prozent liegen. Da die Zinsen bei Bausparverträgen zudem dauerhaft festgeschrieben sind, lohnen sich die Verträge vor allem für Sparer, die in sieben Jahren mit deutlich höheren Zinsen für Baugeld rechnen und sich davor schützen wollen.

Wird der Vertrag später nicht zur Baufinanzierung verwendet, machen Riester-Bausparer jedoch ein schlechtes Geschäft. Zwar können sie sich das Guthaben aus dem Bausparvertrag ab Rentenbeginn auch als lebenslange Rente oder Auszahlplan auszahlen lassen. Doch bei Minizinsen von 0,5 bis 1,5 Prozent ist - trotz Zulagenförderung - keine üppige Rente zu erwarten. Mehr noch: Sollten die Zinsen am Kapitalmarkt wieder steigen, sind die mageren Habenzinsen in den Verträgen ein echtes Ärgernis. Denn bei nahezu allen ungeförderten und geförderten Sparanlagen werden die Zinsen von Zeit zu Zeit an die Marktentwicklung angepasst - nur bei Bausparverträgen nicht. Die Option auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen hat also in diesem Fall einen hohen Preis.

Wenn der Traum vom Eigenheim platzt, sollten sich Riester-Bausparer daher nicht scheuen, das Guthaben möglichst rasch in einen besser verzinsten Riester-Banksparplan zu überführen. Das ist förderunschädlich möglich, und mit Ausnahme der Landesbausparkasse Hessen-Thüringen verlangen die Bausparkassen - anders als Riester-Rentenanbieter - auch keine Wechselgebühr für den Ausstieg aus dem Vertrag.

Alternativ bieten einige Bausparkassen auch Tarife an, die einen Zinszuschlag gewähren, wenn der Bausparer auf das Darlehen verzichtet. So sind beim Tarif R in diesem Fall bis zu vier Prozent Habenzinsen drin. Allerdings sind die Zusatzzinsen variabel und hängen von der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen ab. Außerdem gibt es den Zuschlag maximal für zehn Jahre. Und nicht zuletzt bezahlt der Riester-Bausparer die Option auf höhere Habenzinsen mit vergleichsweise teuren Bauzinsen, denn die liegen bei 4,9 Prozent in dieser Tarifvariante. Kurz: Die Option auf Zinszuschlag lohnt selten. Wer nicht bauen will, wechselt daher besser den Vertrag.

Eigenheimaspiranten unter den Riester-Sparern sollten dagegen ausschließlich Tarife mit niedrigem Darlehenszins bevorzugen und das zinsgünstige Bauspardarlehen dann auch in Anspruch nehmen. Im Musterfall sind wir davon ausgegangen, dass die Familie mit zwei Kindern die Riester-Förderung auf zwei Bausparverträge fließen lässt, die zunächst sieben Jahre bespart werden. In dieser Zeit zahlt das Ehepaar jeweils exakt vier Prozent des jeweiligen Einkommens abzüglich Zulagen aus eigenen Mitteln auf den Vertrag ein. Hinzu kommen Jahr für Jahr die Zulagen vom Staat. Nach Zuteilung der beiden Bausparverträge fließen die Zulagen dann als Sondertilgung auf den jeweiligen Bausparvertrag. Dadurch wird das Bauspardarlehen besonders schnell getilgt. Im Modellfall lohnt sich das, weil die Kapitalmarktzinsen derzeit niedrig und auch das Restdarlehen vergleichsweise günstig ist.

Bei sinkenden Zinsen ist Wohn-Riestern teuer

Falls die Zinsen am Kapitalmarkt steigen, wäre es jedoch vorteilhafter, das zinsgünstige Bauspardarlehen langsamer zu tilgen - und stattdessen erst einmal den teuren Restkredit abzuzahlen. Eine solche Finanzierungsstrategie lässt sich mit bei allen Wohn-Riester-Bausparvarianten bei Bedarf problemlos umsetzen. Zwar schreiben alle Verträge in der Darlehensphase einen festen Tilgungsbeitrag vor, der üblicherweise bei vier bis sechs Promille der Bausparsumme liegt. Diese Monatsrate kann bei Wohn-Riester-Verträgen aber mit den Zulagen verrechnet werden. Dadurch sinkt der Tilgungsbeitrag, den der Bausparer aus eigenen Mitteln aufbringen muss. Wichtig: Bei dieser Finanzierungsstrategie sollten Bausparer aber gleichzeitig darauf achten, dass immer noch genug Eigenmittel in die Tilgung fließen, um die volle Zulage zu erhalten. Dafür sind Tilgungsbeiträge in Höhe von vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich Zulagen erforderlich. Wer weniger einzahlt, bekommt auch die Zulage nur anteilig ausgezahlt.

Umgekehrt kann es sich auszahlen, auf das Riester-Bauspardarlehen komplett zu verzichten, wenn die Baugeldzinsen in sieben Jahren auf niedrigerem Niveau als heute liegen. Denn das Bauspardarlehen macht immer nur einen kleinen Teil der Gesamtfinanzierung aus und ist dank Riester-Zulagen sehr schnell getilgt. Deshalb wird die maximal mögliche Riester-Förderung bei der Finanzierung mit Wohn-Riester-Bausparverträgen selten voll ausgeschöpft. Wenn das Bauspardarlehen bei Finanzierungsbeginn in sieben Jahren daher keinen nennenswerten Zinsvorteil im Vergleich zu Hypothekarkrediten bietet, erzielen Bausparer einen größeren Fördervorteil, wenn sie auf Auszahlung des Bauspardarlehens verzichten und stattdessen ein Riester-Darlehen aufnehmen. Das Guthaben aus dem Bausparvertrag nutzen sie stattdessen als zusätzliches Eigenkapital. Der restliche Kreditbedarf hingegen wird komplett oder größtenteils über ein Riester-Darlehen finanziert. Hier bringen die Zulagen - weil sie länger fließen können - eine höhere Zinsersparnis als beim Bausparvertrag. Und falls der Sparer etwaige Steuerersparnisse aus dem Riester-Sonderausgabenabzug erzielt, sollten diese als Sondertilgung für das Riester-Darlehen fließen. Das erhöht den Fördervorteil.

Bei Finanzierung mit Wohn-Riester-Bausparverträgen lohnt sich eine solche Verrechnung dagegen nicht. Das zinsgünstige Bauspardarlehen wird durch die Zulagen ohnehin schon sehr zügig getilgt. Deshalb sollten etwaige Steuerersparnisse in der Finanzierungsphase bei Nutzung des Wohn-Riester-Bausparvertrags besser zur Tilgung des teuren Restkredits eingesetzt werden.

Die Beispiele zeigen: Die Kombination aus gefördertem Wohn-Riester-Bausparvertrag und ungefördertem Restkredit kann sich lohnen. Ob und wie stark sie sich auszahlt, hängt aber ganz vom jeweiligen Zinsumfeld ab. Im Musterfall sind wir davon ausgegangen, dass der Sparer beim ungeförderten Sparplan 3,5 Prozent Zinsen erzielt und für den Baukredit in sieben Jahren zu 4,9 Prozent Zinsen nominal (5,01 Prozent effektiv) zahlt. Das wären momentan Spitzenkonditionen für einen Banksparvertrag und gut 1,0 bis 1,5 Prozent mehr Zinsen, als Hypotheken mit zehn Jahren Zinsbindung derzeit kosten. Verglichen damit sind die meisten Angebote der Bausparkassen günstiger - was aber vor allem an der Zulagenförderung liegt. Denn in der Ansparphase puscht die Zulage den Aufbau des Eigenkapitals, in der Auszahlphase beschleunigen sie die Tilgung des Bauspardarlehens.

Entscheidend ist die künftige Zinsentwicklung

Bei veränderten Modellannahmen kommt der Vergleich jedoch schnell ins Wanken. Schon bei einem Absinken der Baugeldkonditionen auf 4,2 Prozent kippt der Trend. Teurere Bauspartarife, wie die Angebote der LBS Berlin-Hannover oder wie der Tarif BR der LBS Baden-Württemberg kommen dann nicht mehr mit. Bei Baugeldzinsen von 4,0 Prozent ist die ungeförderte Finanzierungsvariante in vielen Fällen sogar günstiger als die Kombination aus Wohn-Riester-Bausparvertrag plus Restkredit. Umgekehrt schneiden die Wohn-Riester-Bausparverträge im Modellvergleich umso besser ab, je niedriger die Habenzinsen für einen Banksparplan in der Ansparphase sind und je höher die Kreditzinsen für Baugeld später in der Finanzierungsphase klettern. Kurz: Bausparer kommen nicht umhin, sich vor Abschluss des Vertrags eine Meinung über die Zinsentwicklung zu bilden und sich zu fragen, wie viel Zinsänderungsrisiko sie tragen können und wollen. Wer mit steigenden Zinsen rechnet und gleichzeitig Zinssicherheit für die Finanzierungsphase sucht, ist mit dem Wohn-Riester-Bausparvertrag aber gut bedient.

Alle anderen können sich auch ihren eigenen Bausparvertrag basteln. Dann wird das Eigenkapital für die spätere Finanzierung mit einem Riester-Banksparplan angespart. Der bietet in den meisten Fällen höhere Sparzinsen als der Wohn-Riester-Bausparvertrag. Das hat den positiven Effekt, dass der Kreditbedarf von Anfang an niedriger ist. Und die verbleibende Finanzierungslücke wird mit einem förderoptimalen Riester-Darlehen geschlossen. Bei dieser individuellen Vertragsgestaltung lassen sich Zins- und Fördervorteile ganz für den persönlichen Bedarf optimieren. Das ist für Sparer zweifelsohne lukrativer als ein Wohn-Riester-Angebot von der Stange. Das selbst gebastelte Modell lohnt aber nur für risikobereite Sparer, die zudem damit rechnen, dass die Zinsen bis zum gewünschten Bau- oder Kauftermin nicht zu stark steigen.

Doch nicht nur das Zinsumfeld ist wichtig. Auch auf die Vertragskonditionen kommt es an. Dabei unterscheiden sich die Bauspartarife aber immer gleich in mehreren Details: Guthaben- und Darlehenszinsen, Höhe der Abschluss- und Kontogebühren, Mindestguthaben, Tilgungsbeitrag und Zuteilungsvoraussetzungen. Riester-Sparer können daher auf Anhieb gar nicht erkennen, welcher Vertrag für sie der beste ist. Entscheidend ist nicht nur das Zusammenspiel der Tarifmerkmale. Zugleich muss der Vertrag auf die Ziele des Bausparers abgestimmt werden. Bei Wohn-Riester-Verträgen ist das kein leichtes Unterfangen. Denn zusätzlich muss der Bausparvertrag so gestaltet werden, dass der Bausparer die Riester-Förderung für sich optimal ausschöpfen kann.

Als Faustregel empfehlen die Bausparkassen gerne einen Vertrag in Höhe des jeweiligen Bruttojahreseinkommens. Dann, so die Begründung, ist der spätere Tilgungsbeitrag in etwa ausreichend, um auch in der Tilgungsphase den vollen Zulagenanspruch zu erhalten. Oft reicht jedoch auch ein kleinerer Vertrag dafür, wie unsere Musterfälle zeigen. Denn um die volle Zulage zu kassieren, müssen lediglich vier Prozent vom Vorjahresbruttoeinkommen (maximal 2.100 Euro) abzüglich Zulage als Eigenbeitrag auf die Verträge fließt. Im Musterfall reichen daher Einzahlungen von 1.400 Euro (1.246 Euro Eigenbeitrag plus Zulage) für den Mann und 600 Euro für die Frau (76 Euro Eigenbeitrag plus 524 Euro für eine Grund- und zwei Kinderzulagen) aus.

Die Bausparsummen sind oft zu hoch

Bei solchen Einzahlungen sind üppige Bausparsummen nicht empfehlenswert. Dem Ehemann gaben die meisten Kassen daher maximal ein Darlehen von 20.000 bis 30.000 Euro und der Frau von 6.000 bis 10.000 Euro. Das sind rund 5.000 bis 10.000 Euro weniger als dem jeweiligen Bruttoeinkommen der Eheleute entspricht. Hintergrund für die Vorschläge im Musterfall: Nach unseren Vorgaben will das Ehepaar in sieben Jahren bauen. Ein Vertrag mit höherer Bausparsumme wäre bei förderoptimaler Besparung dann aber noch gar nicht zuteilungsreif.

Einfluss auf die Vertragshöhe hat - neben der Sparrate und dem geplanten Finanzierungstermin - aber auch die Vertragsgestaltung bei Zuteilung. Bestes Beispiel: Die Tarife der Alten Leipziger und der HUK-Coburg weisen mit 3,9 bzw. 3,75 Prozent vergleichsweise hohe Darlehenszinsen auf. Trotzdem zählen sie zu den Testsiegern. Der Grund: Beide Anbieter zahlen im Verhältnis zur Sparleistung ein hohes Darlehen aus. Denn die Tarife bieten eine sogenannte "Mehr-Zuteilungs-Option". Sparer können sich also mit vergleichsweise niedriger Sparleistung einen hohen Darlehensanspruch sichern. Das zahlt sich im Finanzierungsvergleich aus. Beide Anbieter verzichten zudem auf Kontoführungsgebühren.

Das Gleiche gilt für die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die obendrein mit niedrigen Zinsen für das Bauspardarlehen (2,95 Prozent) überzeugt. Die LBS Baden-Württemberg hat die Bausparsummen im Tarif SR dagegen von vornherein auf optimale Ausnutzung der Förderung zugeschnitten. Beide Verträge sind nach sieben Jahren aber noch nicht zuteilungsreif und müssen zwischenfinanziert werden. Im Modellfall wirkt sich das nicht nachteilig aus, weil wir ein günstiges Zinsniveau unterstellt haben. Bei höheren Zinsen könnte das jedoch Punkte kosten.

Gut im Test abgeschnitten hat auch die LBS Hessen-Thüringen, die mit 2,65 Prozent die niedrigsten Darlehenszinsen verlangt. Dass sie mit dem Tarif Classic FR trotzdem nicht zu den Spitzenreitern zählt, liegt an den vergleichsweise hohen Kontoführungsgebühren von 15 Euro im Jahr. Mehr Kosten für das Konto stellen mit 18 Euro nur die LBS Bremen und die LBS-West in Rechnung. Allerdings verlangen sie die Kontoführungsgebühren nur in der Ansparphase, in der Darlehensphase verzichten sie darauf. Dafür wird bei der LBS Bremen und der LBS-West bei Auszahlung des Darlehens ein zweiprozentiges Agio auf das Nettodarlehen fällig. Das verteuert den Kredit und lässt die Tarife nur auf einen Mittelplatz rutschen. Alle anderen Anbieter verzichten zudem bei Wohn-Riester-Verträgen auf zusätzliche Gebühren oder Agien in der Darlehensphase.

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Erschienen am 01.10.2010