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56 Geldanlagen im Test

Sicher durch die Krise

ÖKO-TEST August 2009 | Kategorie: Geld und Recht | 31.07.2009

56 Geldanlagen im Test

Im globalen Finanzsystem knirscht es gewaltig. Zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise ist die Zukunft für Wirtschaft und Börse immer noch ungewiss. Immer mehr Sparer fragen sich, wo das Geld noch sicher ist. ÖKO-TEST gibt Orientierungshilfe für die richtige Anlagestrategie.

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Die weltweite Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren: Erstmals seit 1960 ist das Geldvermögen der Deutschen im vergangenen Jahr drastisch geschrumpft. Vor allem das Aktienvermögen ging extrem kräftig zurück. Hier büßten die privaten Haushalte in Deutschland nach Angaben der Deutschen Bundesbank rund 260 Milliarden Euro ein - was nur durch zusätzliche Ersparnisbildung halbwegs ausgeglichen werden konnte. Dennoch ist die Bilanz bitter: Unterm Strich lösten sich 140 Milliarden Euro deutsches Privatvermögen in Luft auf.

Weltweit sieht die Situation jedoch noch viel dramatischer aus. Atemberaubende vier Billionen Dollar, so schätzt der Internationale Währungsfonds, müssen Banken und andere Finanzdienstleister bis 2010 auf Kredite und Kreditprodukte abschreiben. Auf mehr als 200 Milliarden Euro schätzt die Europäische Zentralbank die Verluste, die allein die 20 größten Banken Europas in den kommenden eineinhalb Jahren noch einfahren werden.

Rund um den Globus versuchen die Regierungen daher, die Extremsituation mit finanziellen Hilfspakten in Billionenhöhe in den Griff zu bekommen. Allein die Bundesregierung stellt zur Stabilisierung der deutschen Banken bislang rund eine halbe Billion Euro zur Verfügung. Doch niemand kann sagen, ob das wirklich reicht. Denn die Probleme sind noch lange nicht ausgestanden.

Zwar haben Banken, wie Goldman Sachs, JP Morgan, Bank of America und Citigroup im 2. Quartal 2009 schon wieder Milliardengewinne erwirtschaftet. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann strebt sogar schon wieder 25 Prozent Eigenkapitalrendite an.

Doch hinter der frisch aufpolierten Fassade der Bankhäuser sieht es alles andere als großartig aus. Dabei sind es nicht länger die berühmten Schrottpapiere auf Basis gewagter Hypotheken, deren Verluste auf die Bilanzen drücken. Den "Giftmüll der internationalen Finanzmärkte”, der auf Bad Banks ausgelagert werden soll, haben Europas Banken bereits zu umgerechnet 454 Milliarden Dollar abgeschrieben. Die neuen Probleme lauern im traditionellen Kreditgeschäft. Die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit lässt nicht nur die Arbeitslosigkeit in Deutschland anschwellen, sie führt auch zu einer wachsenden Zahl von Unternehmenspleiten. Bislang haben weltweit 145 Großunternehmen Insolvenz angemeldet - vier Mal so viel wie im vergangenen Jahr. Auch in Deutschland könnte die Kreditausfallrate von drei auf über zehn Prozent hochschnellen.

Folge: Den Banken drohen nun horrende Verluste im Kreditgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit weiteren Ausfällen von 450 Milliarden Dollar bis Ende 2010 - und auch diese Zahl könnte - wie alle Prognosen in den letzten zwei Jahren- noch deutlich zu niedrig gegriffen sein. Diese zweite Krisenwelle könnte besonders gefährlich werden, weil viele Institute noch mit den Spätfolgen der ersten zu kämpfen haben. Mehr noch: Die Banken brauchen dringend Geld. Und das versuchen sie derzeit genau dort zu holen, wo die Krise angefangen hat: im Investmentbanking. Besonders perfide: Die gleichen Institute, die das gobale Desaster durch Zockerei mit riskanten Wertpapierportfolien auslösten, dienen sich jetzt als Experten zur Bekämpfung der Krise an.

US-amerikanische Federated Invested und die britische Cairn Capital wollen zum Beispiel der Bayerischen Landesbank helfen, aus ihrem Not leidenden Verbriefungsportfolio mit ABS-Papieren das Beste herauszuholen. Investmenthäuser wie Goldman Sachs, Credit Suisse, aber auch die Deutsche Bank verdienen mit, wenn Finanzminister Staatsanleihen auflegen, um Konjunkturprogramme zu finanzieren.

Sie drehen den Unternehmen aber auch den Kredithahn ab und zwingen sie auf diese Weise, Anleihen zu emittieren. Seit Ende 2008 wurden bereits europäische Unternehmensanleihen im Wert von über 208 Milliarden Euro auf den Markt gebracht - darunter viele Titel von Unternehmen, die Ratingagenturen als stark ausfallgefährdet einstufen. Mehr noch: Selbst riskante Unternehmensanleihen werden privaten Anlegern bereits wieder als besser verzinste Alternative zu Staatsanleihen und sicheren Zinspapieren empfohlen - als hätte es die Krise nie gegeben.

Die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs e.V. beobachtet bereits seit einem Dreivierteljahr einen verschärften Kampf um Privatkunden.

Nach wie vor locken Banken Sparer und Anleger jedoch mit unlauteren Mitteln. "Mit vollmundigen Slogans wie "100%ige Sicherheit" oder "ohne Risiko" für Finanzanlagen wird direkt am Nerv der verunsicherten Kunden angesetzt, obwohl die Praxis zeigt, dass im derzeitigen Finanzsystem niemand absolute Sicherheit versprechen kann,” kritisierte Reiner Münker, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied, bei Vorlage des Jahresberichts Mitte Mai.

Solche Praktiken streuen Salz in offene Wunden verunsicherter Sparer. Immer öfter fragen sie, wie sich ihr Vermögen wenigstens vor künftigen Verlusten schützen lässt.

ÖKO-TEST hat deshalb alle klassischen Anlagen unter die Lupe genommen und am Beispiel der jeweils fünf größten Fonds von neun verschiedenen Fondsgruppen getestet, welche Anlagen sich bislang als krisenresistent erwiesen haben bzw. als sichere und ertragreiche Anlage für die Zukunft geeignet sind. Dabei wurden nicht nur Aktien Anleihen und Geldmarktpapiere, sondern auch Rohstoffe, Immobilien, Gold, Garantie- und Mischfonds geprüft.

Das Testergebnis

Wenn es hart auf hart kommt, schützt auch Risikostreuung nicht vor horrenden Verlusten.

Weil Banken und institutionelle Anleger nach der Pleite von Lehman Brothers im September letzten Jahres dringend Liquidität benötigten, haben sie alles zu Geld gemacht, was irgendwie liquidierbar war. Die Folge: Aktien, Anleihen und Rohstoffe stürzten nahezu gleichzeitig ab.

Insgesamt sind die Anlageergebnisse daher bescheiden: Vor allem die Fondsschwergewichte, denen die Anleger ihr Geld anvertrauen, bieten selten mehr als durchschnittliche Leistung. Bei europäischen Aktienfonds bleiben die aktiv gemanagten Fonds sogar durchweg hinter dem Marktdurchschnitt zurück. Die Behauptung der Fondsbranche, ein Fondsmanager könne bei fallenden Kursen gegensteuern und so Mehrwert für die Anleger generieren, entpuppt sich daher als haltloses Versprechen

Unter den rund 50 getesteten Fondsschwergewichten aus neun Anlageklassen gibt es zudem ganze drei Spitzenreiter. Der offene Immobilienfonds KanAmGrundinvest und der ETF-Fonds für Euro-Staatsanleihen von Lyxor bringen Anlegern trotz Weltwirtschaftskrise mit einem jährlichen Plus von 5,5 Prozent eine ansehnliche Rendite. Wirklich beeindruckt hat uns aber nur der Mischfonds Carmignac Patrimoine A der französischen Fondsgesellschaft Carmignac. Mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7,74 Prozent in den vergangenen drei Jahren ist der Fonds nicht nur Spitzenreiter seiner eigenen Fondsgruppe, sondern zugleich Meister aller Klassen. Kein anderer Fonds im Test konnte eine bessere konstante Wertentwicklung vorweisen.

Wichtig: Topnoten allein sind bei den Fonds noch kein Indikator für die Güte der Anlage in der Krise. Denn alle Bewertungen innerhalb einer Fondsgruppe sind relativ. Gehört der Fonds zu den besten seiner Gruppe, bedeutet das nur, dass er sich im Vergleich zum Markt, in den er investiert und im Vergleich zu den Konkurrenten seiner Fondsgruppe überdurchschnittlich gut geschlagen hat. Das sagt aber noch nichts über die Rendite. Die kann bei schlechter Börsenentwicklung sogar negativ sein.

Besonders gelitten haben in der Krise die Rohstoffwerte. In der Zeit zwischen Ende Juni 2008 bis Juni 2009 verlor der Markt - gemessen am Dow Jones UBS Commodities Index - rund 41,40 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn sind Rohstoffwerte aber schon wieder um 17,89 Prozent nach oben geschnellt. Dennoch gilt: Wer vor drei Jahren einstieg, hat bislang nur Miese gemacht - und zwar im Schnitt minus 10,90 Prozent pro Jahr.

Allerdings schmierten die Rohstofffonds von Allianz Global Investors und Pionier nicht ganz so stark ab wie der Index. Das bescherte den beiden Fondsschwergewichten trotz zweistelliger Verluste in 2008 glatt Rang 2 der Fondsgruppe.

Mit Aktien- und Rohstofffonds haben Anleger ihr Vermögen in der Krise fast halbiert

Stark unter die Räder gekommen sind 2008 auch breitstreuende europäische Aktienfonds. Der Grund: Im Schnitt verlor der Markt in den vergangenen zwölf Monaten rund 23,35 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn haben die Kurse zwar wieder rund 8,20 Prozent der Einbußen zugelegt. Doch wer vor drei Jahren eingestiegen ist, hat im Schnitt Jahr für Jahr 10,8 Prozent Miese gemacht - und zwar unabhängig davon, ob er sein Geld direkt in Aktien oder Aktienindizes investierte oder einem Aktienfonds anvertraute.

Dennoch wären Anleger mit einer Aktienindexanlage besser gefahren - zumindest hätten sie sich einiges an Wertschwankungen erspart. Denn das Gros der aktiv gemanagten europäischen Aktienfonds stürzte in den letzten zwölf Monaten mit minus 26,07 Prozent noch tiefer in die roten Zahlen als der Markt selbst (minus 23,35 Prozent). Bisweilen haben die Fondsmanager bei der Titelauswahl sogar völlig danebengegriffen und sind sogar zehn Prozent mehr als der Index abgeschmiert.

Die Beispiele zeigen, dass Anleger bei aktiv gemanagten Fonds immer zwei Risiken zugleich einkaufen: das Marktrisiko und das Managerrisiko. Kurz: Aktives Fondsmanagement ist kein geeigneter Sicherheitsgurt, um Risiken in der Krise zu begrenzen. Im Gegenteil: Der Griff zum falschen Fonds kann die Verluste sogar noch potenzieren.

Kein Wunder daher, dass börsennotierte Indexfonds, im Fachjargon kurz ETF-Fonds (Exchange Traded Funds) genannt, seit Beginn der Finanzkrise europaweit starke Mittelzuflüsse verzeichnen. Weil diese Fonds nur den Index nachbilden, erwirtschaften sie annähernd das gleiche Plus oder Minus wie der Index selbst. Obendrein sind ETFs kostengünstig: Es gibt keinen Ausgabeaufschlag, die jährlichen Verwaltungskosten sind vergleichsweise gering. Warum also sollten Anleger teure Fondsmanager bezahlen, wenn diese nur selten besser abschneiden als der Index? Einziges Problem: Privaten Kunden werden ETFs von Bankberatern bislang selten empfohlen, weil das Institut daran zu wenig verdient.

Gold hat seinem Ruf als sichere Geldanlage in Krisenzeiten diesmal keine Ehre gemacht. Auf Dreijahressicht schafften Goldfonds nicht einmal den Kapitalerhalt. Denn bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von winzigen 0,25 Prozent bleibt selbst bei Miniinflationsraten kaum was übrig.

Gold ist keine krisensichere Anlage. Die Fondsrendite lag bei mickrigen 0,25 Prozent

Auch vermeintlich sichere Anlagen wie Geldmarkt- oder Garantiefonds hat die Krise entzaubert. Insbesondere Geldmarktfonds haben enorme Schwächen offenbart. Einige der als gut verzinste Alternative zu sicheren Sparanlagen verkauften Fonds entpuppten sich als regelrechte Zockerpapiere und schockten Anleger mit teils zweistelligen Verlusten. Der Grund: Sie haben massiv in die "Giftmüllpapiere der internationalen Finanzmärkte" investiert. Kein Wunder also, dass die betroffenen Anleger sich mit solchen Mogelpackungen gewaltig übers Ohr gehauen fühlen.

Sogar konservativ gemanagte Geldmarktfonds konnten nicht überzeugen: Die Durchschnittsrendite seit 2006 lag bei 2,44 Prozent pro Jahr. Mit Tagesgeldkonten und sicheren Sparanlagen ließen sich im gleichen Zeitraum Renditen von drei Prozent und mehr erzielen. Dagegen schrieben selbst Fondsschwergewichte wie der UniEuro Market Fondsschreiben zeitweilig sogar rote Zahlen.

Nicht viel besser sieht es bei Garantiefonds aus. Das Gros der Branche konnte in der Krise zwar sein Versprechen halten und Kapitalverluste vermeiden. Doch für diese Sicherheit zahlen Anleger einen hohen Preis. Im Schnitt der letzten drei Jahre erwirtschafteten die Garantiefonds gerade mal 0,60 Prozent Jahresrendite. Mit einem simplen Mix aus 75 Prozent sicheren Staatsanleihen oder Bundeswertpapieren und 25 Prozent deutschen Standardaktien hätten Anleger im gleichen Zeitraum dagegen auch für Kapitalerhalt gesorgt - dabei aber eine fast doppelt so hohe Rendite bis zu 3,75 Prozent gebracht.

Das Gros der Mischfonds hat im Schnitt der vergangenen drei Jahre mit minus 3,13 Prozent Rendite nur Verluste gemacht. Das sind zwar weit weniger Miese als Aktienanleger oder Rohstofffans verkraften mussten. Doch gerade Mischfonds versprechen, sie könnten durch ihre flexible Anlagepolitik Risiken besser abfedern und auch in der Baisse Wertsteigerungen erzielen.

Halten konnte dieses Versprechen aber nur der Carmignac Patrimoine A - Mischfonds der französischen Fondsgesellschaft Carmignac. Sein Erfolgsrezept: Die Manager achten vor allem auf die Auswahl der richtigen Anlageklassen - je nach Konjunkturentwicklung. Zwischen September 2008 bis März 2009 war der Fonds nur zu null bis zwei Prozent in Aktien investiert.

Hinter den Durchschnittswerten der Mischfondsgruppe verbergen sich große Abweichungen. Neben Top-Ergebnissen wie beim Carmignac-Fonds waren auch zweistellige Verluste im 12-Monats-Zeitraum wie beim UBS- Fonds oder dem DekaStruktur: Chance-Fonds keine Seltenheit.

In der Krise gut verdient, haben Anleger mit Rentenfonds. Insbesondere jene Fondsvariante, die ausschließlich auf erstklassige Euro-Staatsanleihen setzt, schaffte in den letzten drei Jahren immerhin 4,5 Prozent Ertrag. Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers kletterten die Renditen sogar bis auf knapp zehn Prozent.

Offene Immobilienfonds brachten im Schnitt jährlich 4,70 Prozent Rendite. Gleichwohl wurden sie von der Finanzkrise hart getroffen. Nachdem institutionelle Anleger im Oktober 2008 scharenweise Mittel aus den eigentlich für die Langfristanlage konzipierten Fonds abzogen, mussten zwölf Fonds ihre Verkaufspforten vorübergehend schließen.

Ob Gewerbeimmobilien, wie Büroparks und Einkaufszentren, weiterhin eine gute Geldanlage sind, muss die Zukunft zeigen. Während sich der deutsche Immobilienmarkt vergleichsweise stabil entwickelt, sind die Büromieten in London und Paris bereits um 15 bis 25 Prozent gesunken. Die meisten Fonds haben ihre Mietverträge jedoch über Jahre festgezurrt. Ausfälle durch Pleiten von Mietern sind aber nicht ausgeschlossen.

Bankberatung

Alles wie gewohnt

Was haben die Banken nach der Pleite mit den Zertifikaten von Lehman Brothers und dem Konkurs der Kaupthing Edge Bank nicht alles versprochen. In Zukunft werde alles besser. Bankkunden müssten nicht mehr fürchten, übers Ohr gehauen zu werden. Die Bankberatung wollten sie umkrempeln, verloren gegangenes Vertrauen mit aller Macht zurückerobern. Sogar Reue zeigten die Banken: "Keine Frage, wir haben Fehler gemacht, das gestehe ich freimütig ein", so der damalige Präsident des Bankenverbandes Klaus-Peter Müller in einem Interview mit der Bild-Zeitung im August 2008.

Ein Jahr später ist fast alles beim Alten. Banken locken ihre Kunden weiterhin mit unlauteren Mitteln, wie die Wettbewerbszentrale unlängst feststellte. Im Beratungsgespräch müssen Kunden weiterhin mit Verkaufsdruck rechnen, wie eine Aktion der Gewerkschaft verdi in Nordrhein-Westfalen belegt. Die Gewerkschaftler sammelten auf einer Website die Klagen von Bankmitarbeitern über den Zwang, Kunden vorzugsweise provisionsträchtige Produkte anzudrehen. Ergebnis: Fast alle Banken - Sparkassen und Volksbanken nicht ausgenommen - hätten die Zielvorgaben für ihre Bankberater im Privatkundengeschäft für dieses Jahr weiter nach oben geschraubt, berichtet verdi. Mehr noch: Neuerdings werden sogar Geschäftskunden ausgetrickst. Einige Kreditinstitute im Raum Hamburg verlangen allein für die Einräumung von Überziehungskrediten auf Geschäftskonten 0,5 Prozent Zinsen oder aber sie kassieren für den nicht in Anspruch genommenen Teil des Dispokredits freche ein Prozent Provisionen ab.

Die Branche bastelt derweil weiter am neuen Saubermannimage. So legte der Bundesverband Deutscher Banken e.V. Ende Mai 2009 Leitlinien zur Stärkung des Anlegervertrauens fest. Damit setze der Bankenverband Standards für die Geldanlage im Privatkundengeschäft", heißt es in der Pressemitteilung.

Wer die Leitlinien liest, wischt sich allerdings verwundert die Augen. Eine Kostprobe aus dem Zehn-Punkte-Programm: "Bevor die privaten Banken Anlageinstrumente zum ersten Mal anbieten, prüfen und bewerten sie..., ob und inwieweit diese für Privatkunden geeignet sind." Haben sie das bislang also nicht gemacht?

Darüber hinaus gilt: "Trifft die Bank zentral eine Auswahl von Produkten, so wird sie dabei die aktuelle Markteinschätzung und die angesprochene Kundengruppe beachten." Haben die Banken also bislang Produkte verkauft, ohne zu schauen, ob sie zur jeweiligen Konjunktur- und Börsenlage passen oder für den Anleger geeignet sind? Der Verdacht drängt sich bisweilen auf.

Beispielsweise bei den sogenannten "Cobold-Anleihen". Die Papiere mit dem putzigen Namen sind alles andere als lustig, sondern hochriskant. Denn mit den COrporate BOnd Linked Debt-Obligationen, so der exakte Name, wetten Sparer darauf, dass gleich eine ganze Reihe von Unternehmen bis zum Laufzeitende der Anleihe nicht pleitegehen. Nur dann sind Zinsen und Kapital gesichert. Gibt es jedoch nur bei einem Unternehmen Schwierigkeiten, tauscht die DZ-Bank den Cobold gegen Anleihen genau dieses Schuldners aus. Jetzt zeigt der listige Cobold sein wahres Gesicht: eine hässliche Risikofratze. Anleger können dann nur noch beten, dass das betreffende Unternehmen die Kurve kriegt. Sonst ist der Kapitaleinsatz futsch.

In der Finanzkrise erlitten gleich eine Vielzahl von Anlegern mit solchen Papieren einen Totalverlust. Der Grund: Lehmann Brothers war eine von sechs im Risiko stehenden Banken bei diesen Papieren. Nach deren Konkurs war das in die Cobold-Papiere gesteckte Geld komplett verloren. Ob Banken ihre Anleger auf das hohe Emittentenrisiko auch für Laien verständlich hingewiesen haben, werden demnächst die Gerichte klären.

Trotzdem bieten Genossenschaftsbanken unverdrossen neue Cobold-Papierchen an. Die Chancen und Risiken können Anleger jetzt nachlesen. Allerdings umfasst der nach der Finanzkrise überarbeitete Basisprospekt gleich 246 mehr oder minder verständliche Seiten. Die Lektüre tut sich niemand freiwillig an. Bleibt die Frage, ob die Banken getreu ihren neuen Leitlinien auch geprüft haben, ob Cobold-Papiere überhaupt für Privatkunden geeignet sind. Sind Deutschlands biedere Sparer in Wahrheit alle renditehungrige Zocker oder zählt der Cobold nicht im Grunde zu der Vielzahl überflüssiger und komplizierter Anlagen, die eigentlich kein privater Anleger braucht?

Die Bundesregierung hat aus den Erfahrungen mit der mangelnden Beratungsqualität in der Vergangenheit immerhin erste Konsequenzen gezogen. Um mehr Produkttransparenz zu schaffen und Anleger vor Falschberatung besser zu schützen, brachte sie im Juli 2009 ein neues Anlegerschutzgesetz auf den Weg. Es verpflichtet Banken unter anderem, bei Beratungen ab 2010 ein detailliertes Protokoll des Gesprächs anzufertigen, das sie dem Kunden vor Vertragsabschluss zukommen lassen müssen. Bei telefonischen Geschäftsabschlüssen muss den Anlegern im Nachhinein ein schriftliches Protokoll vorgelegt werden, das sie dann eine Woche lang prüfen können. Zudem wird die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche von drei auf längstens zehn Jahre angehoben.

Besserer Schutz für Anleger

Ab 1. Januar 2010 sollen Anleger mehr Rechte erhalten. So verlangt es das im Juli 2009 verabschiedete "Gesetz zur Neuregelung der Rechtsverhältnisse bei Schuldverschreibungen aus Gesamtemissionen und zur verbesserten Durchsetzbarkeit von Ansprüchen von Anlegern aus Falschberatung".

In den Protokollen soll stehen,

auf wessen Initiative das Gespräch zustande kam,

wie die Vermögensverhältnisse des Kunden aussehen,

die persönliche Situation und die Anlagewünsche des Kunden,

welches Risiko der Kunde eingehen will

sowie die Dauer der Beratung.

Ihre Anlageempfehlung müssen die Banken in dem Schriftstück begründen. Bei telefonischen Beratungen mit sofortigem Geschäftsabschluss müssen sie ein schriftliches Protokoll anfertigen und dem Bankkunden zuschicken. Die Kunden haben eine Woche Zeit, das Protokoll zu prüfen und können den Vertrag in dieser Zeit widerrufen.

Schadensersatzansprüche verjähren künftig erst drei Jahre nach Kenntnis von der Falschberatung, spätestens zehn Jahre nach Vertragsabschluss.

Darüber hinaus will die große Koalition in einer am 3. Juli verabschiedeten Entschließung

die Qualifikation von Finanzvermittlern verbessern.

Die Vorlage eines Gewerbescheins soll zur Vermittlung von Wertpapieren nicht mehr ausreichen.

Notwendig sei ein einheitliches und strenges Anforderungsniveau für alle Vermittler von Finanzprodukten. Wie das genau aussehen soll, steht noch nicht fest.

Zudem soll die anbieterunabhängige Verbraucherberatung gestärkt werden und das Anreiz- und Provisionssystem von Finanzvermittlern auf den Prüfstand kommen.

Verbraucher sollen erkennen können, ob und welche Provisionen im Preis inbegriffen sind.

Kontrolle ist besser

Protokolle sollten Anleger stets penibel prüfen. Selbst ein korrekt ausgefülltes Protokoll schützt nicht vor Falschberatung. Mit ihrer Unterschrift bestätigen Kunden nicht nur die korrekte Wiedergabe des Beratungsgesprächs, sondern auch, dass die Anlageempfehlung ihren Wünschen entspricht.

Diese Tipps sollten Ssie beherzigen:

Prüfen Sie alle Angaben, insbesondere ob Ihr Risikoprofil korrekt wiedergegeben wurde.

Zusatzangaben in den Protokollen, die Ihre Angaben relativieren, deuten darauf hin, dass Ihnen nur ein bestimmtes Produkt verkauft werden soll. Verweigern Sie die Unterschrift und verzichten Sie auf weitere Beratung bei diesem Institut.

Fragen Sie nach allen Kosten. Lassen Sie sich diese schriftlich auflisten.

Unterschreiben Sie niemals ein Protokoll, wenn Ihnen die Risiken, Renditen und Kosten des empfohlenen Produkts nicht völlig klar sind. Funktion und Wirkungsweise Geldanlage sollten Sie hundertprozentig verstanden haben und nachvollziehen können.

Lassen Sie sich Zeit für eine endgültige Entscheidung und prüfen Sie das Angebot in Ruhe zu Hause noch einmal. Idealerweise lässt man sich Angebote von verschiedenen Anbietern machen. Ein seriöser Anlageberater wird Sie nicht zu einer Vertragsunterschrift drängen.

Schieben Sie die Prüfung des Beratungsprotokolls sowie aller Unterlagen insbesondere bei telefonischen Vertragsabschüssen nicht auf die lange Bank. Die Widerspruchsfrist ist mit einer Woche knapp bemessen. Aus welchen Gründen auch immer - falsche Angaben im unterschriebenen Protokoll können spätere Schadenersatzforderungen nahezu unmöglich machen.

Konsultieren Sie bei geringsten Zweifeln, ob das Produkt zu Ihnen passt, eine Verbraucherzentrale. Legen Sie das Beratungsprotokoll vor.

Gegendarstellung

Auf Seite 95 und 96 der ÖKO-TEST Nr. 5/2009 vom 24. April 2009 wurde unter der Überschrift "Du meine Güte"” über die Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG (DISQ) berichtet:

(1) "Das Deutsche Institut für Servicequalität nahm den (...) Test [Bester Service von Zertifikate-Emittenten 2008] (...) von seiner Homepage."

(2) "Auffallend ist außerdem, dass viele Finanzdienstleister, die von Disq mit Preisen ausgezeichnet wurden, zu den Kunden der JDB Media GmbH gehören. Dies gilt beispielsweise für (...) die Hamburger Sparkasse."

(3) "Auch die Zeitschrift Euro, die seit mehreren Jahren mithilfe des Instituts für Servicequalität (...) ‚Deutschlands beste Bank' kürt, (...)."

(4) "(...) Jens Holger de Buhr, der als Kommanditist nach wie vor an dem Marktforschungsunternehmen beteiligt ist."

Hierzu stellen wir fest:

(1) Der Test [Bester Service von Zertifikate-Emittenten 2008] war nie auf der Homepage der DISQ abrufbar, vielmehr wurden dort nur eine Zusammenfassung der Testergebnisse und eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlicht. Beide sind niemals von der Homepage genommen worden.

(2) Die Hamburger Sparkasse gehörte weder zum Zeitpunkt ihrer Auszeichnungen durch die DISQ noch später zu den Kunden der JDB Media GmbH.

(3) Die DISQ und die Zeitschrift Euro haben bei der Euro-Auszeichnung "Deutschlands beste Bank" nie kooperiert.

(4) Jens Holger de Buhr ist seit dem 22. Januar 2009 nicht mehr an der DISQ beteiligt.

Hamburg, den 20. Mai 2009,

Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Markus Hamer

Anmerkung der Redaktion: Nach dem hessischen Presse-gesetz sind wir verpflichtet, eine Gegendarstellung abzudrucken.

Inflation oder Deflation - wie geht es nach der Krise weiter

Wo das Geld in Zukunft noch sicher ist, hängt ganz entscheidend vom Ausgang der Krise ab. Weil das jedoch niemand mit Sicherheit vorhersagen kann, sollten sich Anleger auf verschiedene Szenarien einstellen. ÖKO-TEST zeigt, welche konjunkturellen Entwicklungen Wirtschaftsexperten derzeit diskutieren - und welche Auswirkungen das für Börse und Geldanlage hat.

Szenario A: Neuauflage der großen Depression von 1930

80 Jahre ist es her, seit am 24. Oktober 1929 die US-Börse zusammenbrach - und die Welt in einen großen Depressionsstrudel mitriss. Schließlich waren die USA seinerzeit mit Abstand die größte Exportnation. Der Wirtschaftseinbruch jenseits des Atlantiks breitete sich daher rasch über den ganzen Globus aus. Verstärkt durch protektionistische Maßnahmen kam es zu einem massiven Rückgang des Welthandels, gefolgt von einer Pleitewelle bei Unternehmen, Massenarbeitslosigkeit und fallenden Verbraucherpreisen.

Für die USA ist das damalige Szenario noch heute ein nationales Trauma. Deshalb setzen die Amerikaner alles daran, dass sich so etwas nicht wiederholt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Depression der 30er-Jahre noch einmal Realität wird, ist daher sehr gering - wenn auch nicht völlig ausgeschlossen. Entscheidend sind zwei Faktoren: Zum einen müsste sich die Schieflage der Kreditwirtschaft noch dramatischer erweisen als angenommen - und die Angst vor Bankenpleiten wieder um sich greifen. Können die Regierungen der Welt einen Banken-GAU und Massenflucht der Sparer nicht verhindern, wird es eng.

Weiteres Problem: Die weltweit bereitgestellte Liquidität kommt nicht bei den Unternehmen an. Den Banken geht es so schlecht, dass sie Geld horten statt es zu verleihen. Das könnte die Pleitewelle bei Unternehmen forcieren, mit bitteren Folgen für den Arbeitsmarkt, den Konsum und die Verbraucherpreise.

In einem solchen Szenario könnte nicht nur die Wirtschaftsleistung in Deutschland auf Jahre hinaus schrumpfen. Rückläufige Preise - auch für Rohstoffe - und sinkende Börsenkurse lassen Anleger in Bargeld flüchten, weil die Deflation dessen realen Wert steigert. Daneben sind sichere Staatsanleihen höchster Bonität und ggf. Goldanlagen (Münzen und Barren) Trumpf.

Szenario B: Japanische Verhältnisse

Viele Unternehmen klagen, sie hätten erhebliche Schwierigkeiten, notwendige Kredite zu bekommen. Das schürt die Angst von steigenden Unternehmenspleiten, steigender Arbeitslosenraten und einer anhaltenden scharfen Rezession. Eine Sorge, die auch Jean-Claude Trichet teilt. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Kreditinstituten erst kürzlich eine halbe Billion Euro zur Verfügung gestellt - zu einem Prozent Zinsen.

Doch statt das Geld in den Wirtschaftskreislauf zu schleusen, parken die Banken den Großteil davon auf den Zentralbankkonten der EZB - für 0,25 Prozent Zins. Ein Verlustgeschäft, das die momentane Verunsicherung zeigt. Doch um die Kreditklemme zu beseitigen, müssten Banken erst ihre Bilanzen bereinigen, meint EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Alumnia.

Er mahnt daher mehr Tempo bei den Aufräumarbeiten im Finanzsystem an. Andernfalls drohen japanische Verhältnisse. Als dort Anfang der 90er-Jahre eine lokal begrenzte Aktien- und Immobilienblase platzte, saßen die Banken ebenfalls auf einem Berg fauler Kredite. Zehn Jahre lang pendelte die Konjunktur zwischen Rezession und mickrigem Wachstum, während die Notenbank die Zinsen nahe null halten musste. Binnen einer Dekade spendiert der japanische Staat umgerechnet 1,2 Billionen Dollar für Konjunkturprogramme. Das kann den schleichenden Preisverfall jedoch nicht stoppen. Die Trendwende bleibt aus.

Solange das Großreinemachen bei den Banken nicht abgeschlossen ist, könnte ein solches Szenario auch den EU-Ländern drohen. Für Anleger ist dann Sicherheit bei der Geldanlage Trumpf. Bevorzugte Anlagen sind erstklassige Staatsanleihen und mittelfristige Bundeswertpapiere. Theoretisch könnten sich auch Besitzer von Lebens- und Rentenversicherungen freuen. Sie kassieren auf ihre Policen zwar niedrigere Renditen als erwartet, doch stabile Preise sorgen für realen Werterhalt. Einziges Problem: Etliche Versicherer können ein solches Szenario nicht lange durchhalten. In einem Umfeld aus niedrigen Zinsen und eher rückläufigen Aktienkursen können sie garantierte Leistung von Altpolicen mit 3,5 oder 4,0 Prozent Rechnungszins nämlich nicht mehr erwirtschaften. Das bedeutet: Sie müssen entweder aus ihren Reserven zubuttern - oder sie gehen pleite, wie zahlreiche japanischen Lebensversicherer in den 90er-Jahren. Ob die Geldanlage in Lebensversicherungen eine gute Wahl ist, hängt daher ganz entscheidend von der Finanzstärke des jeweiligen Unternehmens ab.

Neben Aktien ist Gold der prominenteste Verlierer eines solchen Szenarios. Ohne Inflationspanik verliert das gelbe Metall deutlich an Attraktivität.

Szenario C: Reflation - die Preissteigerungsraten der 70er-Jahre kehren zurück

In einer Krise sollen die Regierungen und Notenbanken zu finanz- und geldpolitischen Maßnahmen greifen, um die Nachfrage anzukurbeln, so lautet die zentrale These des 1946 verstorbenen britischen Ökonomen John Maynard Keynes. Nach seinem Rezept sind daher auch die Rettungspakete gestrickt, die seit Oktober 2008 weltweit für Banken und Konjunktur geschnürt worden sind. Gelingt es den Regierungen, mit ihren Kapitalinfusionen den Absturz der Wirtschaft zu stoppen, könnte sich die Konjunktur schon bald wieder erholen.

Einziges Problem: Weil niemand den Zeitpunkt der Stabilisierung exakt vorhersagen kann - und immer wieder auch zwischenzeitliche Rückschläge drohen -, treten die Zentralbanken womöglich zu spät auf die Geldbremse. Kurz: Es gelingt ihnen nicht, die gigantische Liquiditätsflut der Anti-Krisen-Programme rechtzeitig abzuschöpfen. Wenn dann zugleich die Nachfrage sprunghaft steigt, die Hersteller ihre in der Krise gedrosselte Produktion aber nicht schnell genug hochfahren können, werden die Preise kräftig steigen. Die Erfahrungen der 60er- und 70er-Jahre haben aber gezeigt, dass man in den USA und Europa mit einer moderaten Inflation von rund fünf bis zehn Prozent sehr gut leben kann.

In einem solchen Szenario sind Aktien, Rohstoffwerte und Immobilien Trumpf. Denn Sachwertanlagen bieten den besten Inflationsschutz, Staatsanleihen verlieren dagegen ihren Reiz als sicheren Hafen - zumal steigende Zinsen auf die Kurse drücken. Auch Sparbücher und Sparbriefe bieten keinen ausreichenden Inflationsausgleich. Allenfalls mit Tagesgeld- oder kurzfristigen Festgeldanlagen sind Sparer dann etwas besser dran - sofern steigende Zinsen auch rasch an die Kunden weitergegeben werden. Die Goldanlage ist dagegen reizlos, solange die Inflation keine zweistelligen Raten erreicht.

Szenario D: Die Hyperinflation

Die zur Bekämpfung der weltweiten Wirtschaftskrise aufgelegten, milliardenschweren Konjunkturpakete lassen die Haushaltsdefizite der Industrienationen derzeit explosionsartig wachsen. Ausufernde Staatsschulden sind jedoch ein gefährlicher Preistreiber. Für die Regierungen ist es allemal bequemer, die Schulden durch Inflation real zu entwerten, als die Ausgaben im Staatshaushalt zu senken oder die Steuern zu erhöhen. Deshalb steigt die Gefahr, dass die Zentralbanken auf Druck der Politik, insbesondere aus den USA, die aufgeblähte Geldmengenbombe viel zu spät entschärfen. Das könnte bei anziehendem Wirtschaftsaufschwung zu stark steigenden Teuerungsraten, schlimmstenfalls sogar zu einer Hyperinflation führen - vor allem wenn die Anleger das Vertrauen in die staatlichen Schuldner verlieren und deren Anleihen massenhaft abstoßen oder Risikozuschläge in Form höherer Zinsen fordern.

Erste kleine Anzeichen gibt es bereits. Hoch verschuldete Länder wie Griechenland, Spanien und Irland müssen längst höhere Zinsen für ihre Anleihen zahlen als der deutsche Staat. Die USA und neuerdings auch Großbritannien fahren sogar ein besonders lasterhaftes Schuldenmodell - weil die Zentralbanken die wachsende Staatsverschuldung mit der Notenpresse finanzieren. Ein solches Szenario war schon immer die Brutstätte für eine Hyperinflation.

Kein Wunder daher, dass die Angst vor zweistelligen Inflationsraten den Goldpreis seit Jahresbeginn schon treibt. Papiergeld verliert bei zweistelligen Preissteigerungsraten schnell an Wert. Außerdem mündeten Hyperinflationen bislang immer in einer Währungsreform. Da kann Gold - solange es nicht von der Politik konfisziert wird - ein stabileres Wertaufbewahrungsmittel sein. Die Lieblingsanlagen deutscher Sparer, wie Sparguthaben, Tages- und Festgeldanlagen oder Sparbriefe verlieren dagegen sofort an Wert, sobald die Inflationsrate die Habenzinsen übersteigt. Auch Lebens- und Rentenversicherungen kommen bei explodierenden Teuerungsraten schnell unter die Räder.

Sachwerte wie Aktien können das Vermögen dagegen erhalten. Immobilien, insbesondere Wohnimmobilien helfen ebenfalls, eine Phase von Hyperinflation zu überstehen.

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