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43 Riester-Banksparpläne im Test

Sicher und ertragreich

Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 8:2010 | Kategorie: Geld und Recht | 01.10.2010

43 Riester-Banksparpläne im Test

Einfach, flexibel und sicher: Riester-Banksparpläne sind für Vorsorgesparer ideal. ÖKO-TEST hat 41 der derzeit erhältlichen Angebote untersucht.

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Banksparpläne sind die stillen Stars unter den Riester-Produkten. Denn ein Riester-Vertrag von Bank oder Sparkasse ist eine besonders verlässliche Geldanlage. Anders als bei Riester-Fondspolicen oder -Fondssparplänen haben Vorsorgesparer nicht nur die Gewissheit, dass zu Rentenbeginn auf jeden Fall die Summe aller Einzahlungen zur Verfügung steht. Vielmehr können sie obendrein von einem sicheren Wertzuwachs ausgehen - auch während der Vertragslaufzeit. Selbst wenn die Bank Pleite macht, sind die Vorsorgegelder nicht verloren. Der Erhalt von Kapital und Zinsen ist dank der deutschen Einlagesicherung bzw. der Institutssicherung bei Sparkassen und Volksbanken absolut garantiert. Und das ist angesichts der noch lange schwelenden Finanzkrise ein nicht zu unterschätzender Zusatzbonus.

Banksparpläne sind aber nicht nur sicher und flexibel. Verglichen mit nicht geförderten Bankanlagen bieten sie in der momentanen Niedrigzinsphase auch gute Renditen. Mit Erträgen zwischen rund 1,10 Prozent und 2 Prozent pro Jahr können Sparpläne mit gebundenem Zins zum Beispiel locker mit Toptagesgeldkonten mithalten. Riester-Bank-Sparpläne mit Zins und Bonus kommen gar auf Erträge bis 2,70 Prozent pro Jahr für die zehnjährige Laufzeit und bis zu 3,18 Prozent für die 25-jährige Laufzeit. Damit schlagen sie nicht nur die Verzinsung der meisten klassischen Sparanlagen, sondern bieten oft sogar eine bessere Leistung als klassischen Riester-Rentenversicherungen. Die garantieren in der Ansparzeit nur eine Sparrendite von 1,0 bis 2,02 Prozent. Mehr noch: Wenn die Zinsen steigen, sind Riester-Banksparer ebenfalls dabei. Denn die Verzinsung der Sparpläne ist variabel und wird in regelmäßigen Abständen an die Marktzinsentwicklung angepasst.

Zwei Varianten

Vorsorgesparer haben die Wahl zwischen zwei Varianten, die sich vor allem im Zinsmodell unterscheiden. Zur Auswahl stehen Sparpläne, bei denen die Zinsen fest an die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen gebunden sind, und Sparpläne mit Zins und Bonus. Sparpläne mit fester Bindung an die Umlaufrendite sind dabei zweifelsfrei das einfachere und transparentere Produkt. Denn die Umlaufrendite wird von der Bundesbank börsentäglich ermittelt und in vielen Tageszeitungen abgedruckt. Sparer können deshalb problemlos verfolgen, wie sich die Verzinsung ihres Vertrags entwickelt: Der Basiszins ihres Vertrags wird regelmäßig zur Quartalsmitte an die aktuelle Umlaufrendite angepasst.

Das zweite Modell sind Sparpläne mit Zins und Bonus. Hier polstern die Banken den Basiszins mit zusätzlichen Bonuszahlungen oder Zinszuschlägen auf. Die Höhe dieser Zusatzerträge ist zudem laufzeitabhängig gestaffelt und steigt daher mit der Dauer des Vertrags. Einziges Problem: Jede Bank hat andere Bonussysteme und Zinsstaffeln im Angebot. Das macht diese Produktvariante weniger transparent und erschwert Laien den Renditevergleich. Zudem reagieren die Basiszinssätze sehr träge auf aktuelle Zinsänderungen und hinken dem Markttrend mehr oder weniger stark hinterher.

In der aktuellen Niedrigzinsphase ist das von Vorteil: Da sich die Basiszinsen von Sparplänen mit Zins und Bonus überwiegend an der Durchschnittsverzinsung lang laufender Anleihen in den vergangenen fünf bis zehn Jahren orientieren, liegen sie derzeit deutlich über dem aktuellem Marktniveau. Zudem gilt: Umso länger die Laufzeit der Riester-Banksparpläne mit Zins und Bonus ist, umso höher fällt die Rendite aus. So erzielen Spitzenangebote über 35 Jahre derzeit zwischen 3,14 und rund 3,32 Prozent Rendite. Bei 25 Jahren Laufzeit sind es zwischen 3,06 und 3,18 Prozent. Das ist deutlich mehr als bei Sparplänen mit fester Zinsbindung an die Umlaufrendite. Hier bringen gute Angebote aktuell zwischen 1,8 und 2,0 Prozent Rendite. Damit liegen sie in etwa gleichauf mit dem Gros der Bonus-Sparplan-Angebote, die eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Topanbieter zahlen aber auch hier bis zu 0,7 Prozent mehr. Wenn die Zinsen steigen, wird der Renditenachteil von Sparplänen mit gebundenem Zins gegenüber langfristigen Bonussparplänen allerdings geringer. Bei einem starken Zinsanstieg könnte der momentane Nachteil sogar in einen Vorteil umschlagen. Denn während Verträge mit fester Bindung an die Umlaufrendite dann zügig nach oben angepasst werden, wirken die Zeiten sinkender Zinsen in den vergangenen Jahren bei Verträgen mit Zins und Bonus noch nach.

Allerdings müssen alle Banken ihre Zinsen irgendwann an den Zinstrend am Kapitalmarkt anpassen - und dabei stets den gleichen Abstand zu ihrem Referenzzins einhalten. Dazu hat sie der Bundesgerichtshof (BGH) 2004 verdonnert.

Einige Banken haben daraufhin die Zinskonditionen geändert, andere ihre Angebote zurückgezogen. Doch es gibt auch neue Anbieter am Markt. Offenbar haben einige Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken erkannt, dass Verbraucher die Sicherheit ihrer Produkte schätzen. Schließlich griffen schon im ersten Halbjahr 2009 doppelt so viele Sparer zu einem Riester-Banksparplan wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2010 konnten die Banken den Neuabsatz von staatlich geförderten Sparplänen um weitere 22 Prozent steigern. Dennoch gilt: Von einst über 97 Banken, die ÖKO-TEST befragte, waren gerade mal 42 zur Testteilnahme bereit. ÖKO-TEST konnte aber immerhin insgesamt 23 Angebote mit Zins und Bonus prüfen sowie 19 Angebote mit gebundenem Zins. 22 Banksparpläne davon sind bundesweit erhältlich, die restlichen 20 Kreditinstitute akzeptieren dagegen nur Kunden aus ihrem regionalen Einzugsgebiet oder Sparer, die ihre Filiale persönlich aufsuchen.

Das Testergebnis

Die meisten getesteten Angebote bieten - gemessen am aktuellen Zinsniveau - gute Renditen. Die werden auch durch Zusatzkosten kaum geschmälert. Denn Riester-Banksparpläne sind - insbesondere im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten der Versicherungs- und Fondsbranche - ausgesprochen kostengünstig. 29 der 42 untersuchten Anbieter berechnen überhaupt keine Kosten für die Verwaltung des Vertrags. Die restlichen 13 Anbieter stellen lediglich Kontoführungspauschalen in Rechnung, die zwischen 10 und 15 Euro im Jahr betragen.

Auch wer auf sein Erspartes zurückgreifen möchte, um den Erwerb eines Eigenheims zu finanzieren, wird beim Gros der Sparkassen und Raiffeisenbanken nicht zusätzlich zur Kasse gebeten. Lediglich vier Anbieter verlangen von den Bauherren unter ihren Vorsorgesparern bei Entnahme einmalig zwischen 50 und 100 Euro. Die Sparkasse Gelsenkirchen hat über eine Entnahmegebühr noch nicht entschieden. Bei den restlichen 37 Instituten kann das angesparte Kapital dagegen ohne Abzug zum Bau oder zur Entschuldung des Eigenheims entnommen werden.

Bei allen Riester-Sparplänen ist die Verzinsung variabel und wird regelmäßig an einen Referenzzins angepasst. Die Banken schreiben ihren Kunden allerdings nicht den vollen Satz vom Referenzzins gut. Das beste Angebot unter den Riester-Sparplänen mit Bindung an die Umlaufrendite macht die Bank für Kirche und Caritas in Paderborn ihren Kunden. Bei ihr beträgt der Zinsabschlag lediglich 0,25 Prozentpunkte, was einem aktuellen Zins von 1,85 Prozent entspricht. Dass die Kirchenbank derzeit dennoch von der Volksbank Bayreuth getoppt wird, hat einen simplen Grund: Die Volksbank Bayreuth hat für Riester-Sparpläne einen Mindestzins von 2 Prozent festgelegt. Völlige Zinsmagerkost gibt es bei ihr also nicht, auch wenn der Marktzinssatz noch weiter fallen sollte. Attraktiv sind aber auch die Angebote der Volksbank Montabaur-Hör-Grenzhausen mit 0,30 Prozentpunkten Zinsabschlag und der Volksbank Jever, die ihren Kunden 85 Prozent der Umlaufrendite gutschreibt. Die Mainzer Volksbank, viele Jahre einer der Spitzenanbieter bei den Sparplänen mit gebundenem Zins, rangiert mittlerweile dagegen nur noch im Mittelfeld.

Einen der besten Sparpläne mit Zins und Bonus bietet seit Jahren die Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch mit derzeit 2,5 Prozent Basiszins und attraktiven Boni. Ein laufzeitabhängiger Zinszuschlag hebelt die Rendite des Sparplans bei einer Anlagedauer von zehn Jahren momentan auf 2,69 Prozent. Bei 25 Jahren Laufzeit sind es 3,06 Prozent und bei 35 Jahren sogar knapp 3,15 Prozent. Sehr gut - und vor allem im langen Laufzeitbereich zum Teil noch einen Tick besser - sind aber auch die Angebote der Kreissparkasse Ahrweiler, der Stadtsparkasse Mönchengladbach und der Sparkasse Günzburg-Krumbach. Mit Renditen zwischen 2,38 bis 2,67 Prozent für die Zehn-Jahres-Laufzeit, 3,06 bis 3,18 Prozent für die 25-Jahres-Laufzeit und 3,14 bis 3,32 Prozent für die 35-Jahres-Laufzeit liegen alle auf Rang 1 bei den Sparplänen mit Zins plus Bonus.

Bei der Konkurrenz liegen die Renditen dagegen deutlich niedriger. Lediglich die Sparkasse Holstein und die Sparkasse Fulda kommen mit Zinsen von 2,70 bzw. 2,28 Prozent für die Zehn-Jahres-Laufzeit, 2,77 bzw. 2,85 Prozent für die 25-jahres-Laufzeit und 2,78 bzw. 2,96 Prozent für die 35-Jahres-Laufzeit auf den 2. Rang. Bei den Drittplatzierten, den Sparkassen Dortmund und Bamberg sowie den Kreissparkassen Steinfurt, Heinsberg und Tübingen sind dagegen vor allem die Renditen im Zehn-Jahresbereich etwa 0,25 Prozentpunkte niedriger. Insgesamt liegen die Offerten daher nur im Mittelfeld.

Feste Regeln für die Zinsen

Nach einem von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ-NRW) erstrittenen Urteil des Bundesgerichtshofs vom Februar 2004 (Az. XI ZR 140/03) müssen sich Banken auch bei Riester-Banksparplänen grundsätzlich am Zinstrend des Kapitalmarkts orientieren und ihren Kunden offenlegen, nach welchen Kriterien sie auf steigende oder fallende Sätze reagieren. Diese Vorschrift gilt nicht nur für Neuverträge. Auch wer seinen Sparplan schon vor Jahren abgeschlossen hat, kann von seiner Bank verlangen, dass sie angibt, an welcher Zinsgröße sich die Verzinsung des Sparplans orientiert - und bei steigenden Zinsen auf Anhebung pochen. Entscheidend ist der einmal gewählte Zinsabstand zum Referenzzins. Der darf während der Vertragslaufzeit nicht verändert werden. Das bedeutet: Bietet eine Bank einen deutlich über Marktniveau liegenden Basiszins, muss sie diesen Abstand auch in Zukunft beibehalten. Falls die Bank die Zinsen nicht korrekt berechnet, können Sparer ihren Vertrag bei der VZ-NRW (www.vz-nrw.de) überprüfen lassen - und gegebenenfalls auf Zinsnachschlag pochen.

Riester ohne Förderung

Riester-Banksparpläne sind auch ohne Förderung attraktiv: als steuergünstiger Sparvertrag. In der Ansparphase bleiben alle Erträge abgeltungssteuerfrei. Erst bei Auszahlung greift der Fiskus zu. Dann wird auf die Differenz zwischen Ein- und Auszahlsumme Abgeltungssteuer fällig. Ist der Sparer schon über 60 und bestand der Vertrag schon zwölf Jahre, muss nur die Hälfte des Ertrags mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden.

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Riester-Banksparpläne: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

  • Kreissparkasse Ahrweiler

    1. Rang

  • Kreissparkasse Halle

    5. Rang

  • Kreissparkasse Heinsberg

    3. Rang

  • Kreissparkasse Köln

    4. Rang

  • Kreissparkasse Steinfurt

    3. Rang

  • Landsparkasse Schenefeld

    6. Rang

  • Sparkasse Bamberg

    3. Rang

  • Sparkasse Bayreuth

    5. Rang

  • Sparkasse Dortmund

    3. Rang

  • Sparkasse Essen

    4. Rang

  • Sparkasse Fulda

    2. Rang

  • Sparkasse Gelsenkirchen

    6. Rang

  • Sparkasse Günzburg-Krumbach

    1. Rang

  • Sparkasse Holstein

    2. Rang

  • Sparkasse Höxter

    5. Rang

  • Sparkasse Kulmbach-Kronach

    5. Rang

  • Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch

    1. Rang

  • Sparkasse Schweinfurt

    4. Rang

  • Sparkasse Ulm

    4. Rang

  • Sparkasse Unna

    5. Rang

  • Stadtsparkasse Augsburg

    5. Rang

  • Stadtsparkasse Mönchengladbach

    1. Rang

  • Bank für Kirche und Caritas

    1. Rang

  • Deutsche Skatbank

    3. Rang

  • Ethik Bank

    5. Rang

  • GenoBank Mainz

    6. Rang

  • Mainzer Volksbank

    3. Rang

  • Raiffeisenbank Obermain Nord

    6. Rang

  • Raiffeisenbank Rastede

    3. Rang

  • Vereinigte Raiffeisenbank Gräfenberg

    3. Rang

  • Volksbank Bayreuth

    1. Rang

  • Volksbank Emstal

    3. Rang

  • Volksbank Graftschaft Hoya

    5. Rang

  • Volksbank Gronau-Ahaus

    3. Rang

  • Volksbank Hellweg

    4. Rang

  • Volksbank Heuchelheim

    4. Rang

  • Volksbank Jever

    2. Rang

  • Volksbank Krefeld

    3. Rang

  • Volksbank Montabaur-Höhr-Grenzhausen

    2. Rang

  • Volksbank Peine

    5. Rang

  • Volks- und Raiffeisenbank Biedenkopf-Gladenbach

    6. Rang

  • Kreisparkasse Tübingen

    4. Rang

  • Kreisparkasse Tübingen

    3. Rang