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332 Pflegetagegeldversicherungen im Test

Hoher Schutz, hoher Preis

Ratgeber Rente, Geld, Versicherungen 9: 2011 mit CD | Kategorie: Geld und Recht | 07.10.2011

332 Pflegetagegeldversicherungen im Test

Erst krank, dann arm. Diese Überschrift haben wir für unseren Artikel zur Berufsunfähigkeit auf Seite 158 gewählt. Sie würde auch zu diesem Test passen. Denn hier wie dort ist private Vorsorge nötig, die staatlichen Leistungen reichen nicht.

Zum Jahr der Pflege hat der ehemalige Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler 2011 ausgerufen. Die staatliche Pflegeversicherung soll reformiert werden. Das ist leider kein Grund für entspanntes Zurücklehnen. "Egal wie die neue staatliche Absicherung auch aussieht, es wird keinen Vollkaskoschutz geben", sagt Klaus Michel, Experte für Gesundheitspolitik bei der Allianz Versicherung in München. Der Grund ist einfach: Wir werden immer älter und immer weniger Berufstätige müssen für den Schutz der Senioren aufkommen.

Ab dem 80. Lebensjahr nimmt die Zahl der Pflegefälle drastisch zu. Zwischen dem 60. und 80. Geburtstag liegt das Risiko nur bei rund fünf, danach steigt es auf 29 Prozent, wie das Bundesgesundheitsministerium ermittelt hat. Zudem kommen immer mehr Menschen ins Risikoalter. Daher sind heute rund 2,4 Millionen pflegebedürftig, 2050 wird es schon 4,7 Millionen Betroffene geben.

Die Lücke ist groß

Wer zum Pflegefall wird, muss aus eigener Tasche zuzahlen. Oder die Kinder werden vom Sozialamt zur Kasse gebeten. Derzeit schätzt das Bundesgesundheitsministerium die private Lücke für die Pflege zu Hause je nach Grad der Hilflosigkeit auf 500 bis 2.200 Euro pro Monat. Wer im Heim gepflegt wird, muss zwischen 700 und 1.200 Euro privat zuzahlen.

Zusätzlicher Privatschutz ist daher unerlässlich. Ein einfaches Produkt dafür ist die Tagegeldversicherung. ÖKO-TEST hat die Angebote mithilfe des Analysehauses Kvpro.de aus Freiburg auf Herz und Nieren geprüft. Alle Produkte mussten mindestens in der Pflegestufe III stationär die volle Leistung von 50 Euro pro Tag erbringen, also 1.500 Euro pro Monat. Angebote, die in Pflegestufe I gar nicht leisten, wurden nicht berücksichtigt. Insgesamt wurden so 340 Tarife für Frauen und Männer für fünf unterschiedliche Einstiegsalter (35, 45, 55, 60, 65 Jahre) untersucht. Hier finden Sie die Ergebnisse für 45 jährige Frauen und Männer. Die restlichen Ergebnisse finden Sie auf der CD (in der Version dieses Ratgebers, dem eine CD beigeklebt ist), ansonsten unter www.oekotest.de

Das Testergebnis

97 Tarife erreichen den 2. Rang und sind damit die besten Angebote. Dabei gilt die Faustregel: je besser, desto teurer. Immer unter den Besten rangieren die Tarife der Axa Pflegevorsorge Flex 1, 2, 3, der Düsseldorfer PZ Tarifstufe 1+2+3 und des Münchener Vereins SC Pflege 412 und SC Pflege 421+421B. Sie leisten in allen Modellfällen im Test in jeder Stufe ein Tagegeld von 50 Euro. Während es sich bei dem Pflegetagegeld des Münchener Vereins um einen klassischen Tarif handelt, sind die Angebote der Axa und Düsseldorfer moderne Bausteintarife. Hier können die Kunden in jeder Pflegestufe ihre Absicherungshöhe selbst wählen.

Die vier Tarife wurden als Sonderfälle behandelt. Sie führen in der Praxis zu einer Überversorgung und wurden bei der Ermittlung des Ranges nicht berücksichtigt. Daher erreicht beispielsweise der Tarif Premium der HUK-Coburg mit einer Gesamtleist...


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