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20 Altersvorsorgeprodukte für Selbstständige im Test

ÖKO-TEST April 2012
vom 30.03.2012

20 Altersvorsorgeprodukte für Selbstständige im Test

Der Staat zahlt mehr

Gesetzlich oder privat, wie sollen sich Selbstständige am besten für das Alter absichern? ÖKO-TEST hat die Probe aufs Exempel gemacht und beide Vorsorgevarianten verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig und belegt: Sicheren Schutz vor Altersarmut bietet nur der Staat.

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30.03.2012 | Sollen sich Selbstständige gesetzlich oder privat für das Alter absichern - diese Frage diskutiert derzeit die Politik. ÖKO-TEST hat in seiner Märzausgabe deshalb nicht nur die privaten Vorsorgeprodukte unter die Lupe genommen, sondern sie nunmehr auch einmal der gesetzlichen Rente gegenübergestellt. Wir wollten wissen, welche Rentenvariante die bessere Versorgung im Alter bringt.

Basis für den Vergleich waren die Daten zur Standardrente, wie sie die Deutsche Rentenversicherung Bund in ihren Statistikergebnissen 2011 veröffentlicht hat. Daraus hat ÖKO-TEST ermittelt, wie hoch die Altersrentenansprüche unseres 30- jährigen und unseres 55-jährigen Musterkunden wären, wenn sie die gleichen Beiträge wie in den Musterfällen bei der Privatvorsorge in die gesetzliche Rente investiert hätten. Die Kosten für zusätzliche Leistungen des Staates, welche die untersuchten privaten Produkte nicht bieten, wie die Erwerbsminderungsrente, Rehabilitationsmaßnahmen und Hinterbliebenenrenten, wurden dabei herausgerechnet.

Das Testergebnis

Gleich vorweg: Die Renditen der gesetzlichen Rente sind nicht üppig. Was schon die Kritiker der gesetzlichen Rente in den vergangenen Jahren bemängelten, stellte auch ÖKO-TEST fest: Die Renditen der staatlichen Rente liegen auch im besten Fall selten über drei Prozent.

Dennoch gilt: Ist der Selbstständige auf die Altersrente angewiesen, ist die staatliche Rente nicht zu übertreffen. Auf Basis der garantierten Rentenleistung bietet der Staat unseren Musterselbstständigen durchweg mehr Ertrag als alle untersuchten privaten Vorsorgeprodukte 2012.

Zum Vergleich: Während unser 30-jähriger Musterkunde bei einem privaten Versicherer auf Basis der garantierten Monatsrente selbst im besten Fall nicht mehr als 0,56 Prozent Rendite erzielt, im schlechtesten Fall aber mit minus 0,08 Prozent sogar Verluste einfährt, sichert Vater Staat ihm auf Basis des Rentenniveaus 2011 immerhin 0,84 Prozent Rendite zu.

Noch besser steht der 55-jährige Selbstständige dar. Während ihm bei privaten Versicherern auf Basis der garantierten Monatsrente nur Verluste (von minus 0,4 Prozent bis minus 1,30 Prozent) sicher sind, erzielt er mit der gesetzlichen Rente immerhin eine sichere Rendite von 1,06 Prozent. Schafft er es, seinen 85. Geburtstag zu erleben, sind ihm sogar fast zwei Prozent Rendite (1,94 %) sicher, während er bei allen privaten Versicherern zu diesem Termin noch im Minus liegt, sofern er nur die garantierte Rentenleistung erhält.

Auch bei den Renten inklusive Überschuss sind die Leistungen von Vater Staat unübertroffen. Im Schnitt liegt die Rentenrendite mit 2,34 Prozent 0,6 Prozentpunkte höher als beim besten privaten Anbieter und fast fünfmal so hoch wie beim schlechtesten privaten Versicherer mit Klassiktarif. Mit 85 kann sich der heute 55-jährige sogar über 3,25 Prozent Rendite freuen - auch das ist eine weitaus bessere Leistung als die privaten Versicherer auf Basis ihrer aktuellen Tarife bieten. Denn hier winken maximal 2,62 Prozen


Wir haben 20 Produkte für Sie getestet

Vorgezogene Altersrente für langjährig Versicherte

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Private Riester-Rente (Klassiktarif)

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Private Riester-Rente (Klassiktarif)

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Private Rürup-Rente (Klassiktarif)

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Private Rürup-Rente (Klassiktarif)

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Private Rürup-Rente (Klassiktarif)

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Private Rente (Klassiktarif)

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Vorgezogene Altersrente für langjährig Versicherte

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Private Riester-Rente (Klassiktarif)

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Private Rürup-Rente (Klassiktarif)

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Private Rente (Klassiktarif)

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20 Altersvorsorgeprodukte für Selbstständige im Test
ÖKO-TEST April 2012 Seite 112
ÖKO-TEST April 2012 Seite 113

2 Seiten
Seite 112 - 113 im ÖKO-TEST April 2012
vom 30.03.2012
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Basis für die Berechnung der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung waren die Daten zur Standardrente, wie sie die Deutsche Rentenversicherung Bund in ihren Statistikergebnissen 2011 (Rentenversicherung in Zahlen 2011) veröffentlicht hat. Danach kann derzeit mit 100 Euro Beitrag ein Gesamtrentenanspruch von 0,46 Euro erworben werden. Da die gesetzliche Rente neben der Altersrente zusätzliche Leistungen wie die Erwerbsminderungsrente, Rehabilitationsmaßnahmen und Hinterbliebenenrente umfasst, wurde das Beitrags-Leistungs-Verhältnis entsprechend bereinigt. Genau wie die Deutsche Rentenversicherung Bund sowie der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, der Sozialbeirat und die Deutsche Bundesbank ist ÖKO-TEST davon ausgegangen, dass nur 80 Prozent der Beiträge, die in die gesetzliche Rentenkasse fließen, zum Aufbau der Altersrente verwandt werden. Mit den restlichen 20 Prozent werden dagegen die zuvor erwähnten Zusatzleistungen finanziert. Unter dieser Annahme war ein reiner Altersrentenanspruch von 0,46 Euro bereits mit 80 Euro Beitragsaufwand zu erwerben. Alle weiteren Berechnungen wurden daher auf Basis dieser Relation des Rentenwertes durchgeführt. Anhand der Beitragszahlungen in den Musterfällen wurden auf diese Weise die garantierten Rentenleistungen ermittelt. Zur Ermittlung der prognostizierten Leistung wurde der zuvor ermittelte Rentenwert zusätzlich mit 0,99 Prozent dynamisiert. Diese Dynamik entspricht der Rentensteigerung 2011. Auch die Erhöhungen der prognostizierten Rente im Rentenbezug erfolgten unter Annahme einer jährlichen Erhöhung von 0,99 Prozent. Gleichzeitig wurden so ermitteltengarantierte und prognostizierte Renten um etwaige Abschläge wegen vorzeitigen Rentenbeginns gekürzt. Im Musterfall 1 will der 30-jährige Selbstständige bereits mit 65 Jahren in Rente gehen - also 24 Monate früher, als es dem gesetzlichen Rentenalter entspricht. Das ist nur mit einem Rentenabschlag von 7,2 Prozent möglich. Der 55-jährige Selbstständige will ebenfalls mit 65 in Rente gehen, also 11 Monate früher als dem regulären Rentenalter für den Geburtsjahrgang 1957 entspricht. Dafür muss er 3,3 Prozent Rentenabschlag in Kauf nehmen. In beiden Musterfällen wurden daher sowohl die garantierten als auch die prognostizierten Werte der Rente vom Staat dauerhaft um die entsprechenden Abschläge gekürzt. Unberücksichtigt blieb in der Vergleichsrechnung lediglich, ob der 55-jährige im Musterfall 2 überhaupt mit 65 in Rente gehen könnte. Nach geltendem Rentenrecht kann eine vorzeitige Altersrente nur nach 35 Beitragsjahren in Anspruch genommen werden. Doch dieser Aspekt kann für den Leistungsvergleich vernachlässigt werden. Anschließend wurden nach gleichem Muster wie bei den privaten Vorsorgeangeboten die Rentenrenditen ermittelt. Einziger Unterschied: Während die prognostizierten Rentenrenditen privater Anbieter auch einen Zuschlag für etwaige Risikogewinne enthalten, gibt es diesen bei der gesetzlichen Rente nicht. Denn hier fallen keine Risikogewinne an. Die so ermittelten Leistungen der staatlichen Rentenversicherung wurden anschließend den bereits untersuchten privaten Vorsorgeangeboten gegenübergestellt. In den Vergleich kamen dabei aber nur die Klassiktarife. Dazu wurden für jede Tarifgruppe (Riester-, Rürup- und ungeförderte Privatrente) jeweils die Durchschnittswerte bei der garantierten und prognostizierten Rente sowie die durchschnittlichen Rentenrenditen (garantiert und prognostiziert sowie die Rentenrendite mit 80, 85 und 90 Jahren) ermittelt. Zum Vergleich wurden diese Durchschnittswerte anschließend um die jeweils besten und schlechtesten Renten- und Renditeleistungen in der jeweiligen Tarifgruppe ergänzt. So kann der Leser auf Anhieb erkennen, welche Leistung er bei einem privaten Anleger im besten und im schlechtesten Fall erzielen konnte. Wichtig: Da die Rentendynamik bei den prognostizierten Renten großen Einfluss auf die Höhe der Rendite hat, muss der Anbieter mit der besten absoluten Rente nicht mit dem Anbieter identisch sein, der im jeweiligen Musterfall die beste Rentenrendite hat - und umgekehrt. Hinter den Werten in jeder Spalte können sich daher unterschiedliche Anbieter verbergen.