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185 Hausratversicherungen im Test

Mehr Schutz lohnt

ÖKO-TEST Mai 2012 | Kategorie: Geld und Recht | 27.04.2012

185 Hausratversicherungen im Test

Eine Hausratversicherung ist in aller Regel unverzichtbar und am Markt gibt es einen beinharten Wettbewerb. Preise und Leistungen unterscheiden sich extrem, wie unser Test zeigt.

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Einbruch ist mittlerweile die größte Gefahr für die Mieter und Eigentümer. Über 38 Prozent der Leistungen für Schäden gehen in der Hausratversicherung auf das Konto von Dieben - mit steigender Tendenz. So meldet die Polizeistatistik für 2010 insgesamt 121.000 Wohnungseinbrüche - fast die Hälfte am hellen Tag. Feuer ist mit einem Anteil von rund 32 Prozent des Aufwandes der Versicherer die zweitgrößte Gefahr für Hab und Gut.

"Viele kennen den hohen Wert ihres Hausrates nicht", zeigt die Erfahrung von Versicherungsmakler Johannes Brück aus Düsseldorf. Sinnvoll ist es deshalb, eine Liste zu führen, um den Gesamtwert des Hausrates sicher feststellen zu können. Zudem sollten alte Bedingungen erneuert werden. Sie enthalten nämlich oft unzureichende Klauseln, nach denen der Versicherer nur den Zeitwert ersetzen muss. Nach neuen Bedingungen zahlt die Hausratversicherung nämlich den Neuwert. Das heißt, dass man einen Gegenstand der gleichen Art und Güte wieder erwerben kann, wenn ein Totalschaden eingetreten ist.

Automatisch mit einer kleinen Summe sind meist auch Fahrräder geschützt. Das ist notwendig und sinnvoll, denn in Deutschland werden jedes Jahr über 300.000 Fahrräder geklaut. Doch im Zeitalter von hochwertigen Drahteseln und elektrischen Pedelecs sollten die Kunden ihren Schutz prüfen. Gute Pedelecs kosten ab 1.500 Euro. Daher mussten die Anbieter im Test für den Schutz von Fahrrädern mindestens 2.250 Euro (drei Prozent der Versicherungssumme von 75.000 Euro) bieten. Außerdem haben die Versicherer mittlerweile einen 24-Stunden-Schutz in ihren Bedingungen verankert. Einzige Bedingung: Das Rad muss beim Abstellen an einem festen Gegenstand gesichert werden. Tarife, die in der Nacht nicht leisten, haben wir im Test daher nicht mehr berücksichtigt. So blieben für unsere beiden Musterfälle insgesamt 185 Tarife von immerhin 54 Anbietern.

Das Testergebnis

Schutz vor Dusseligkeit, auch grobe Fahrlässigkeit genannt. Das Gros der Tarife ist befriedigend oder ausreichend. Vier Angebote müssen sogar ein mangelhaft (5. Rang) hinnehmen. Als Testsieger dominieren die Asstel mit dem Tarif Komfort SF3 und die Medien Versicherung mit dem Angebot Komfort Aktiv das Feld. Beide erhalten das Gesamturteil 1. Rang. Ihr großes Plus: Sie verzichten generell auf Leistungskürzungen wegen grober Fahrlässigkeit. Und zwar sowohl bei der Herbeiführung des Versicherungsfalls als auch bei Verstößen des Kunden gegen Pflichten und Sicherheitsvorschriften. Diese Topleistung erbringen sonst nur noch die Ostangler Brandgilde mit Exklusiv inclusive Fair-Play und die Gegenseitigkeit mit TOP-VIT. Im Ernstfall müssen die Kunden bei allen anderen getesteten Tarifen damit rechnen, dass der Versicherer nur die Hälfte oder noch weniger des Schadens bezahlt. So verlangen die Versicherungen zum Beispiel, dass man beim Verlassen der Wohnung "alle Schließvorrichtungen" betätigt und sie zudem generell in "gebrauchsfähigem Zustand" erhält. Schon ein kaputtes Fens...


Testverfahren

Zur Ermittlung der Gesamtnote haben wir durch einen Sachverständigen für Hausrat vom Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e. V. (BDSF) aus Weil am Rhein zunächst das Schadensrisiko abschätzen lassen. Es beläuft sich für Bargeld und Gefriergut auf jeweils 1.000 Euro, für Urkunden und Wertpapiere auf 1.500 Euro, für Schmuck, Edelsteine, Münzen, Gold, Platin auf 12.500 Euro, für Pelze, Teppiche, Kunst, Silber, Antiquitäten auf 15.000 Euro (alle jeweils außerhalb geeigneter Verwahrung), für Diebstahl aus dem Kfz auf 1.200 Euro, für Fahrraddiebstahl auf 2.250 Euro, für Sachverständigenkosten auf 4.000 Euro, für Überspannungsschäden auf 3.500 Euro, für Seng- und Schmorschäden auf 2.500 Euro, für Aufräumkosten, Kostenvorsorge, Rückstau im Rahmen der Leitungswasserversicherung (Modellfall 1), Rückstau im Rahmen der Elementarabsicherung und die Außenversicherung auf jeweils 7.500 Euro, für Hotelkosten auf 9.000 Euro (in die Bewertung flossen höchstens 120 Tage zu je höchstens 75 Euro ein), für Elementarschäden außerhalb der Grundgefahren Sturm und Hagel (Modellfall 2) auf 22.500 Euro, für Rauch- und Rußschäden ohne versicherten Brandherd jeweils 37.500 Euro, für Verpuffung und Implosion jeweils auf 12.000 Euro, für Nutzwärmeschäden, die Mitversicherung von grob fahrlässig herbeigeführten Versicherungsfällen sowie Mitversicherung von grob fahrlässigen Verstößen gegen vertragliche Obliegenheiten (beide über die gesetzliche Quotenregelung hinaus) jeweils auf 75.000 Euro. In die Bewertung des Leistungsbereichs Außenversicherung floss neben der Höhe die Dauer ein. Sechs und mehr Monate wurden der Note 1 (sehr gut, Rang 1), weniger als sechs Monate mit der Note 2 (gut, Rang 2) bewertet, zur Ermittlung der Bewertung der Außenversicherung wurden Bewertung von Dauer und Höhe gemittelt. Zur Ermittlung der Gesamtnoten der Ränge 2 bis 6 wurde die Differenz zwischen versichert mindestens bis zur Höhe des Schadensrisikos (Rang 1) und nicht versichert jeweils in fünf gleich große Klassen geteilt (Rang 2 / Note gut: hohe Leistung; Rang 3 / Note befriedigend: erhöhte Leistung; Rang 4 / Note ausreichend: mäßige Leistung; Rang 5 / Note mangelhaft: niedrige Leistung; Rang 6 / Note ungenügend: sehr niedrige Leistung).

Einige Einschränkungen der Leistungspflicht wurden speziell bewertet: Rauch ohne versicherten Brandherd: versichert sind Schäden durch Rauch bzw. Ruß, der plötzlich bestimmungswidrig aus Feuerungs-, Heizungs-, Koch- oder Trocknungsanlagen auf dem Versicherungsgrundstück ausgetreten ist, unter Ausschluss dauernder Einwirkung mit Leistungsnote 4; Schäden an Gefriergut: als Folge Überspannung mit Leistungsnote 5; Schäden an Gefriergut: 250 Euro, versichert infolge Überspannung durch Blitzschlag mit Leistungsnote 6; Sengschäden: versichert, unter Ausschluss von Schäden an elektrischen Geräten durch Einwirkung des elektrischen Stroms mit Leistungsnote 2; Sengschäden: unter Ausschluss von Schäden an Wertsachen mit Leistungsnote 3; Sengschäden 1.500 Euro, Selbstbehalt 250 Euro, unter Ausschluss von Schäden durch Zigarettenglut sowie an technischen Geräten und Wertsachen Zeitwertentschädigung mit Leistungsnote 6; Sengschäden an Fußbodenbelägen und Möbeln bis 1.000 Euro mit Leistungsnote 5; grobe Fahrlässigkeit: bis zur Höhe der Versicherungssumme (gilt nicht für Elementardeckung) mit Leistungsnote 2; grobe Fahrlässigkeit: bis zur Höhe der Versicherungssumme, sofern der Vertragsbeginn mindestens drei Jahre zurückliegt. Ansonsten ist die Leistungskürzung auf 50 Prozent begrenzt mit Leistungsnote 4; grobe Fahrlässigkeit: 1.000 Euro, darüber hinaus 50 Prozent des Schadens, max. 50.000 Euro (gilt nicht bei Fahrraddiebstahl oder Servicepaket Tour) mit Leistungsnote 4; grobe Fahrlässigkeit: 10.000 Euro, darüber hinaus ist der Abzug bei Schäden bis 50.000 Euro auf 70 Prozent begrenzt mit Leistungsnote 5.

Die Jahresbeiträge wurden für folgende Modellfälle ermittelt: Bruttoprämie bei jährlicher Zahlung für einen Ein-Jahres-Vertrag ohne Selbstbeteiligung. Versicherungsumfang: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel; Überspannung mindestens zehn Prozent der Versicherungssumme (VS); Fahrradversicherung mindestens drei Prozent der VS, Wertsachanteil mindestens 20 Prozent der VS. Modellfall 1: Erdgeschoss, Mehrfamilienhaus, 100 qm, massive Bauweise, ständig bewohnt, kein Betrieb in der Nähe, fünf Jahre schadenfrei, Versicherungsbeginn 1.3.2012; Versicherungssumme selbst berechnet: 75.000 Euro; Angestellter, 30 Jahre, geboren 3.3.1982. Versicherungsort Fellbach, 70734, Ahornweg 4. Modellfall 2: Versicherungsort Hamburg, 20539, Bargstedgasse 2 - wie Modellfall 1 mit zusätzlichem Elementarschutz. Zur Ermittlung des Preisniveaus wurde die Differenz zwischen niedrigstem und höchstem Jahresbeitrag in den jeweiligen Modellfällen in sechs gleich große Klassen geteilt (Rang 1 / Note sehr gut: sehr niedriger Preis; Rang 2 / Note gut: niedriger Preis; Rang 3 / Note befriedigend: mäßiger Preis; Rang 4 / Note ausreichend: erhöhter Preis; Rang 5 / Note mangelhaft: hoher Preis; Rang 6 / Note genügend: sehr hoher Preis).

Alle Daten wurden aus der Datenbank des Analysehauses Innosystems aus Wörthersee Mitte März sowie am Markt erhoben und den Unternehmen zu einer Plausibilitätsprüfung / Verifizierung zurückgespielt. Die abschließende Auswahl der Kriterien und das abschließende Ranking der Tarife wurden von ÖKO-TEST vorgenommen.

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