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155 Basistarife von Krankenversicherungen im Test

Gute Zeiten, schlechte Zeiten

ÖKO-TEST März 2009 | Kategorie: Geld und Recht | 27.02.2009

155 Basistarife von Krankenversicherungen im Test

Die Gesundheitsreform sollte für frischen Wind in der privaten Krankenversicherung sorgen. Doch aus der versprochenen steifen Brise ist nur ein laues Lüftchen geworden. Privat Versicherte müssen daher ganz genau prüfen, welche neuen Regeln ihnen Vorteile und welche Nachteile bringen.

Was hatte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt den rund 8,5 Millionen privat Krankenversicherten im Zuge der Gesundheitsreform nicht alles versprochen: Einen Basistarif zu "bezahlbaren Beiträgen" sollte es geben und erstmals die Chance, den Versicherer ohne allzu große Nachteile wieder wechseln zu können. Doch aus den wohlklingenden Versprechungen ist nicht viel geworden. Unterm Strich ist eine Reform herausgekommen, die ihren Namen kaum verdient. Vor allem das Wechselrecht, mit dem der Gesetzgeber den Wettbewerb auch in der PKV stärken wollte, kam weitgehend unter die Räder . Und den Zwang, einen Basistarif ohne Gesundheitsprüfung auf dem Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenkassen anzubieten, hat die Branche mit Kreation eines bundesweit einheitlichen Verbandstarifs pariert.

Grund genug für ÖKO-TEST, den neuen Basistarif genauer unter die Lupe zu nehmen und ihn mit PKV-Vollversicherungen zu vergleichen, deren Leistungen ebenfalls dem Schutz der gesetzlichen Krankenkassen ähneln, die aber nur mit Gesundheitsprüfung erhältlich sind.

Das Testergebnis:

Beim neuen Basistarif sind nicht nur die Leistungen bundesweit einheitlich. Auch die kalkulatorischen Beiträge sind - mit Ausnahme der Verwaltungskosten - bei allen Unternehmen gleich.

Anders als vom Gesetzgeber gewollt, ist zudem kein Sozialtarif mit begrenzten Leistungen zu bezahlbaren Prämien herausgekommen. Im Gegenteil. Der neue Basistarif ist doppelt bis dreimal so teuer wie ein PKV-Volltarif mit GKV-ähnlichem Leistungsniveau.

Je nach Eintrittsalter und Geschlecht müssten die Kunden rein rechnerisch für den Basistarif zwischen 600 bis über 800 Euro Monatsbeitrag zahlen. Derart hohe Prämien lässt der Gesetzgeber jedoch nicht zu. Folglich zahlt praktisch jeder Erwachsene den gesetzlich gedeckelten Höchstbeitrag von derzeit 596,63 Euro (GKV-Höchstbeitrag) dafür. Zusammen mit der Pflegepflichtversicherung und nach Abzug des Arbeitgeberanteils macht das für Angestellte zwischen 312 Euro (35-Jährige) bis 325 Euro (55-Jährige). Verglichen mit den üblichen Einsteigerofferten in der PKV sind das Apothekenpreise.

Ein 35-jähriger Angestellter kann einen Tarif mit GKV-ähnlichen Leistungen zum Beispiel bei der ARAG schon ab 129 Euro Monatsbeitrag erhalten. Einer 35-jährigen angestellten Frau macht die Central mit rund 162 Euro das preisgünstigste Angebot. Kurz: Für junge und gesunde Kunden rechnet sich der Basistarif nicht. Selbst bei teuren Anbietern und in Tarifen mit höherwertigem Schutz sind die Beiträge meist niedriger als im Basistarif.

Sogar 55-Jährige können einen vergleichbaren Schutz wie im Basistarif gut ein Drittel preisweiter erhalten. Bei der Central, zahlt ein 55-jähriger Angestellter zum Beispiel rund 205 Euro dafür, eine gleichaltrige Angestellte ist mit rund 214 Euro Monatsbeitrag dabei.

Nur bei teuren Versicherern bzw. höherwertigen Leistungen liegen die Beiträge in diesem Alter mit bis zu 363 Euro für den Mann bzw. 466,65 Euro für die Frau über Basistarifniveau. Das bedeutet: Für Ältere könnte ein Umstieg eventuell lohnen. Doch das gilt nur, wenn das jeweilige Unternehmen keinen anderen Tarif mit vergleichbaren oder besseren Leistungen zu niedrigeren Preisen offeriert.

Der neue Basistarif ist wahlweise mit vier Selbstbehaltsstufen (300, 600, 900 oder 1.200 Euro) erhältlich. Anders als sonst in der PKV bringt das aber keine Beitragsersparnis. "Einen Basistarif mit Selbstbehalt zu vereinbaren, wäre wirtschaftlicher Nonsens", meint Gerd Güssler, Geschäftsführer von KVpro.

Mehr noch: Da Versicherte bei Wahl eines Basistarifs mit Selbstbehalt mindestens für drei Jahre an ihren Vertrag gebunden sind, ist diese Variante für Wechselwillige tabu. Sonst hängen sie gleich für drei Jahre im Basistarif fest, bevor sie bei einem Anbieterwechsel in einen höherwertigen Tarif aufsteigen können.

Teuer ist der Basistarif zudem aus folgendem Grund: Weil bislang rund 5.500 überwiegend alte und kranke Nichtversicherte in den Pool strömten, geht die Branche von exorbitant hohen Risikokosten aus. Deshalb wurde im Basistarif einpauschaler Risikozuschlag einkalkuliert, den jeder gesunde Basistarifkunde mit bezahlt. Er macht stolze 150 Prozent oder umgerechnet pauschal bis zu 285 Euro im Monat aus.

"Für Gesunde ist der Basistarif derart unattraktiv, dass er vermutlich zu einem Sammelbecken schlechter Risiken wird", meint daher PKV-Experte Güssler. Doch auch für die übrigen PKV-Versicherten hat die Kalkulation Folgen. Die Branche legt die Kosten, die durch Begrenzung des Beitrags auf den GKV-Höchstsatz entstehen gleichmäßig auf alle Privatversicherten um. Zusammen mit den Kosten für die neue Portabilität der Altersrückstellungen sind die Beiträge in der PKV daher nach Schätzung von KVpro um sieben bis zwölf Prozent gestiegen.

Für Alte und Kranke kann der Basistarif trotzdem attraktiv sein. Denn kein Anbieter darf einen Kunden aufgrund gesundheitlicher Risiken ablehnen. Auch Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse sind nicht zulässig. Wer aufgrund von Vorerkrankungen exorbitant hohe Prämien zahlt oder sogar Leistungsausschlüsse in Kauf nehmen musste, findet im Basistarif daher möglicherweise eine bezahlbare Alternative.

1x1 des neuen Wechselrechts

Einfach hat es der Gesetzgeber wechselwilligen privat Krankenversicherten wirklich nicht gemacht. Zwar hat jeder PKV-Kunde seit Jahresbeginn erstmals das Recht, den Anbieter unter Mitnahme eines Teils der Altersrückstellungen zu wechseln. Die Branche bekämpft das Wechselrecht jedoch nach allen Regeln der Kunst. Und die von Politik und PKV-Verband ausgehandelten Vorgaben machen den Wechsel zur Konkurrenz höchst kompliziert. So können Bestandskunden, die ihren Vertrag vor 2009 abgeschlossen haben, ihre bisherige Versicherung nur bis 30. Juni dieses Jahres kündigen, um bis Jahresende in den Basistarif einer anderen privaten Krankenkasse zu wechseln. Danach ist Schluss. Bei einem späteren oder nochmaligem Anbieterwechsel kann das Polster aus den Altverträgen nicht mehr mitgenommen werden.

Doch auch wer 2009 zur Konkurrenz wechselt, lässt einen Teil vom Alterspolster zurück. Denn der bisherige Versicherer muss nur jene Rückstellungen mitgeben, die in einem Basistarif aufgebaut worden wären - und das sind oft nur 30 bis 50 Prozent vom angesparten Kapital. Mehr noch: Beim neuen Versicherer muss der Kunde dann erst einmal 18 Monate lang im Basistarif verweilen. Erst danach kann er in einen höherwertigen Tarif beim neuen Versicherer aufsteigen. Diese Einschränkung steht zwar nicht im Gesetz. Sie wurde erst durch die zum Jahreswechsel verabschiedete Kalkulationsverordnung eingeführt. Ob das so zulässig und verfassungsgemäß ist, bezweifeln nicht nur Verbraucherschützer.

Doch bis eventuell Gerichte diese Fragen klären, gilt: Wechselwillige müssen zunächst die "Kröte" schlucken. Sie rutschen bei einem Anbieterwechsel via Basistarif nicht nur leistungsmäßig für anderthalb Jahre auf GKV-Niveau herab. Der neue Basistarif ist so teuer, dass sie dafür sogar bei hohen Selbstbehalten und unter Anrechnung der mitgebrachten Altersrückstellungen oft den vollen Preis von 569,63 Euro berappen müssen. Kurz: Das Ziel, für weniger Geld beim neuen Versicherer mehr Leistung zu erhalten, rückt oft in weite Ferne. Das gilt vor allem für Privatversicherte, deren bisheriger Monatsbeitrag unter der gedeckelten Prämie für den Basistarif liegt. Allenfalls für Arbeitnehmer sieht die Rechnung dank Arbeitgeberzuschuss etwas günstiger aus. Darüber hinaus tragen Wechselwillige hohe Risiken bei der Gesundheitsprüfung. Denn sie müssen gleich zwei mal durch den heiklen Check: Beim Anbieterwechsel und dann später beim Umstieg in den Zieltarif. Sind sie nicht ganz gesund, drohen Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse. Im Basistarif wirkt sich beides zwar nicht aus. Aber beim späteren Umstieg in den Zieltarif leben die beim Wechsel ermittelten Risikozuschläge wieder auf. Außerdem wird der Kunde nach anderthalb Jahren noch einmal unter die Lupe genommen und zwar für die Zusatzleistungen im neuen Zieltarif. Kurz: Schlimmstenfalls werden zwei Zuschläge fällig. "Deshalb beim Wechsel unbedingt für wenige Euro einen Optionstarif abschließen, der den Umstieg in den späteren Zieltarif ohne erneute Gesundheitsprüfung erlaubt", rät Gerd Güssler von KVpro.

Beim Anbieterwechsel via Basistarif drohen aber noch weitere Tücken. "Nachrechnen ist auf jeden Fall Pflicht", warnt Versicherungsmathematiker Peter Schramm und deckt die Fallstricke für Wechselwillige in einem Beispiel auf. Angenommen ein heute 50-jähriger Mann ist seit 20 Jahren bei der Halleschen im Tarif NK 100 versichert und zahlt dafür - ohne Risikozuschlag und ohne gesetzlichen Zuschlag für Altersrückstellungen - derzeit 425 Euro Monatsbeitrag. Bei der Halleschen hat er insgesamt ein Alterspolster von etwa 30.000 Euro aufgebaut. Von diesem Polster könnte er, so Schramm, auf Basis der neuen Vorschriften rund 16.000 Euro mitnehmen. Das senkt den Monatsbeitrag im gewünschten Zieltarif gut und gerne um rund 80 Euro. Denn als Faustformel gilt laut Schramm: 1.000 Euro Polster drücken die Prämie um rund fünf Euro.

Der 50-Jährige will zur Central wechseln. Für die aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Stippvisite im Basistarif muss er 18 Monate lang die vollen 569,63 Euro aufbringen. Denn selbst mit dem mitgebrachten Alterspolster läge der Beitrag beim Basistarif noch über der Begrenzung auf den GKV-Höchstbetrag. 2011 steigt er dann - dank Optionstarif ohne erneute Gesundheitsprüfung - in den gewünschten Zieltarif um, den EKN 2500. Dort müsste er ohne Alterspolster als nunmehr 52-Jähriger rund 358 Euro Monatsbeitrag zahlen. Die vom alten Versicherer mitgebrachten 16.000 Euro Polster sowie weitere 2.000 Euro, die er in 18 Monaten Basistarif angesammelt hat, drücken die Prämie jedoch auf 265 Euro im Monat. Das klingt nach einem guten Geschäft. Rechnet man den Selbstbehalt von 2.500 Euro jedoch in einen monatlichen Zuschlag von 208,33 Euro um, kostet der Zieltarif bereits rund 473 Euro. Kurz: Der 50-Jährige hat durch den Wechsel nicht gespart, sondern unterm Strich sogar noch drauf gezahlt.

Das Beispiel zeigt: Wer bislang monatlich weniger als 570 Euro Beitrag zahlt, noch nicht allzu lange privat versichert ist und bislang noch keinen hohen Übertragungswert aufgebaut hat, für den lohnt der Anbieterwechsel meist nicht. Anders kann es bei langjährigen Privatpatienten aussehen, die deutlich höhere Beiträge als im Basistarif zahlen und bereits ein vergleichsweise hohes portables Alterspolster aufgebaut haben. Doch für sie wird die Gesundheitsfrage zum Nadelöhr. "Wer kerngesund ist, wird vom neuen Versicherer sicher auch als 40-Jähriger ohne Risikozuschlag aufgenommen. Doch gilt das auch für über 50-Jährige, die nur altersgemäß fit sind", fragt Schramm und rät allen Wechselwilligen, vor jeder rechtsverbindlichen Unterschrift erst einmal die Prüfung der Gesundheitsfragen abzuwarten. Das neue Wechselrecht lässt Versicherten dafür ausreichend Zeit. Jeder Bestandskunde kann seinen Vertrag per 30.06.2009 mit Frist zum Jahreswechsel kündigen und sich in alles Ruhe am Markt umschauen. "Findet er bis Jahreswechsel keinen Versicherer, der ihn zu akzeptablen Bedingungen im gewünschten Zieltarif aufnimmt, schließt er einfach auch keinen Basistarif ab. Dann muss der alte Versicherer ihn in seinem bestehenden Tarif behalten. Die Kündigung ist für ihn also ohne Risiko, weil unwirksam", erläutert Schramm.

Diese einmalige Gelegenheit, die eigene Police auf den Prüfstand zu stellen, sollten sich Privatpatienten daher nicht entgehen lassen - auch wenn am Ende wahrscheinlich oft gar kein Anbieter-, sondern nur ein Tarifwechsel steht. "Die schon in der Vergangenheit vielfach erprobte Option, in einen anderen, kostengünstigeren Tarif beim bisherigen Versicherer umzusteigen, ist in den meisten Fällen erheblich attraktiver als ein Wechsel nach neuem Recht." sagt Peter Schütt, Versicherungsberater aus Berlin. Der Grund: Beim Tarifwechsel werden die Altersrückstellungen in voller Höhe auf den neuen Vertrag übertragen. Auch der Gesundheitscheck entfällt bzw. die Risiken halten sich in Grenzen. "Sollte der neue Vertrag umfassender sein als der bisherige, kann der Versicherte zur Vermeidung von Leistungsausschlüssen oder von Risikozuschlägen einfach auf diese Mehrleistungen verzichten", so Schütt.

Weil viele Unternehmen die Gesundheitsreform nutzen, um neue Produkte einzuführen, kommen Privatpatienten um einen entsprechenden Check ihres Altvertrags ohnehin nicht herum. Gerd Güssler von KVpro: Rund 80 Prozent aller Anbieter haben Teile ihrer bisherigen Tarifpalette zum Jahreswechsel für den Neuzugang geschlossen. Das kann für die Versicherten nachteilig sein, denn geschlossene Tarife können schnell "vergreisen", wenn gute Risiken abwandern und kein Nachwuchs hinzukommt. Die Folgen sind bitter: Bei geschlossenen Tarifen steigen die Beiträge meist überproportional an, weil die älter werdende Kundschaft immer mehr und immer teurere medizinische Leistungen braucht - und der Ausgleich durch junge, gesunde Leute fehlt. Deshalb gehören eigentlich alle Alttarife auf den Prüfstand. "Fragen Sie Ihren Versicherer, ob Ihr Tarif weiter geöffnet ist und wenn nicht, welche Alternativen er Ihnen für die Zukunft bietet, um drastisch steigenden Beiträgen zu entgehen", rät Güssler. Die privaten Kassen sind nämlich gesetzlich verpflichtet, ihren Kunden einen Paralleltarif nach neuem Recht bzw. bei gewünschter Beitragsreduzierung bis zu zehn Umstellungsalternativen zu unterbreiten. Diese Vorschriften werden von einigen Versicherern aber mit vielen Hürden und Tricks konterkariert. Das Gleiche gilt beim neuen Wechselrecht. So haben Wechselwillige zwar das Recht, von ihrem Versicherer zu erfahren, wie hoch die Mitgift bei einem Anbieterwechsel ist. Offiziell nennt aber niemand gern solche Zahlen. Deshalb lässt die Auskunft schon mal auf sich warten. Und der Kunde erfährt nie, wie viel er beim alten Anbieter zurücklässt. Doch Gegenwehr hilft. Lassen sich die Anbieter zu lange Zeit, um ihren Kunden die gewünschten Auskünfte oder ein neues Angebot zu offerieren, sollte sich der Kunde an die Aufsicht oder den Ombudsmann der PKV-Versicherung wenden. Und sind die Informationen oder die Umstellungsangebote unverständlich oder intransparent, sollte ein unabhängiger Fachmann hinzugezogen werden, etwa ein Versicherungsberater. "Denn eine Fehlentscheidung ist teurer als dessen Honorar", weiß Versicherungsexperte Güssler.

Unser Experte

Gerd Güssler ist Geschäftsführer des auf den Vergleich privater Krankenversicherungen spezialisierten Analysehauses KVpro.de in Freiburg. Er kennt den Markt wie seine Westentasche. Denn die KV.BeratungsSoftware wurde bereits vor 20 Jahren von ihm gegründet. KVpro hat die Vergleichstarife, die ÖKO-TEST den neuen Basistarifen gegenübergestellt hat, nach Vorgaben von ÖKO-TEST ausgewählt sowie die Beitragsangaben zu den Basistarifen und die Angaben zum Unternehmensrating geliefert.

Die Neuregelungen in der PKV ab 2009

Die Neutarife

Bislang konnten die Altersrückstellungen bei einem Anbieterwechsel nicht mitgenommen werden. Damit ist es seit Jahreswechsel vorbei. In allen Neutarifen ab 2009 sind die Versicherer verpflichtet, die angesammelten Altersrückstellungen bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer mitzugeben. Zur Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben hat die Branche sämtliche Neutarife mit einem Beitragszuschlag kalkuliert, der je nach Tarif und Anbieter ein bis acht Prozent vom bisherigen Beitrag, bisweilen auch mehr betragen kann.

Wie viel vom Alterspolster ist portabel?

Wie die mitzunehmenden Altersrückstellungen berechnet werden, hat der Gesetzgeber in einer speziellen Kalkulationsverordnung (KalV) geregelt. Danach gilt: Ins Reisegepäck kommt nicht das komplette Polster, sondern nur so viel an Rückstellungen, wie im Basistarif des Unternehmens gebildet worden wäre. Bei Altkunden, die ihren Vertrag bis Ende 2008 abgeschlossen haben, wird das mitzunehmende Polster dabei so berechnet, als wenn sie von Vertragsbeginn an im Basistarif versichert gewesen wären. Das bedeutet jedoch: Altkunden nehmen nicht ihre gesamten Rückstellungen mit. Häufig sind nur 30 bis 50 Prozent des Polsters portabel. Der Rest bleibt beim bisherigen Unternehmen.

Zusatzversicherung

Für die beim Unternehmen verbleibenden Altersrückstellungen muss der bisherige Versicherer dem Kunden auf Wunsch eine Zusatzversicherung anbieten. Die gibt es dann zu stark rabattiertem Beitrag Allerdings: Der Versicherer entscheidet, welche Tarife er den Abtrünnigen anbietet. Das kann das Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus, aber auch ein Krankentagegeld oder eine private Pflegeversicherung sein.

Der neue Basistarif

Die privaten Krankenkassen wurden vom Gesetzgeber verpflichtet, ab 1. Januar 2009 einen neuen Basistarif anzubieten, dessen Versicherungsschutz exakt den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen entspricht. Der Basistarif muss sowohl als Krankenvollversicherung angeboten werden als auch in einer beihilfekonformen Variante für Beamte. Zudem gibt es eine Variante für Kinder und Jugendliche bis 21.

Wer kann in den Basistarif wechseln?

In den Basistarif können alle wechseln, die

—bereits vor Januar 2009 privat versichert waren (Frist: Kündigung des Alttarifs bis 30. Juni 2009)

—bislang freiwillig gesetzlich krankenversichert waren (Frist: bis 30. Juni 2009)

—bislang ohne Krankenversicherungsschutz waren und der PKV zuzuordnen sind (Für sie gilt seit 1. Januar 2009 sowieso Versicherungspflicht!)

—Beihilfeberechtigte, die ergänzenden Versicherungsschutz benötigen

—sich privat krankenversichern wollen und können (Voraussetzung für Angestellte: Das Einkommen muss drei Jahre lang oberhalb der Versicherungspflichtgrenze [derzeit 4.050 Euro im Monat] liegen.)

Im Basistarif besteht Abschlusszwang. Das bedeutet: Der Versicherer darf Anträge weder ablehnen noch Risikozuschläge verlangen oder Leistungsausschlüsse festlegen.

Soziale Komponente

Wer nicht über ausreichende Mittel verfügt, um den Beitrag für den Basistarif zu bezahlen, kann bei den Sozialhilfeträgern eine Reduzierung beantragen. Dann werden nur 50 Prozent vom Zahlbeitrag fällig (derzeit 284,82 Euro). Bei weitergehender Bedürftigkeit (zum Beispiel bei Hartz-IV-Empfängern) wird ggf. noch ein Zuschuss (derzeit maximal 129,54 Euro) gewährt. Dann bleibt ein Eigenanteil von 155,28 Euro im Monat.

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Erschienen am 27.02.2009