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147 Wohngebäudeversicherungen im Test

ÖKO-TEST Januar 2015
vom 29.12.2014

Wohngebäudeversicherungen

Qualität vor Preis

Unwetter und Feuer sind die schlimmsten Feinde für Hab und Gut. Hausbesitzer brauchen daher unbedingt hochwertigen Wohngebäudeschutz. ÖKO-TEST hat die Versicherungsangebote erneut unter die Lupe genommen.

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29.12.2014 | Ein Besuch des Versicherungsvertreters dürfte für die rund 16 Millionen Hauseigentümer in Deutschland in diesem Jahr kein Grund zur Freude sein. Fast immer will der Versicherer dann mehr Geld. Grund: Die private Wohngebäudeversicherung steckt dramatisch in den roten Zahlen. Flut, Hagel und Sturm haben das Geschäft vollkommen vermiest. Dabei gab es wegen der vielen Leitungswasserschäden schon in der Vergangenheit keine Gewinne.

2013 mussten die Hausversicherer 32 Prozent mehr für Schäden und Kosten ausgeben, als sie durch Prämien eingenommen haben. "Diese Branche ist verlustreich", bestätigt Norbert Rollinger vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Nachdem bereits 2013 die Münchener Allianz rund 15.000 Kunden in Ostdeutschland und der Ergo-Konzern bundesweit rund 120.000 Kunden mit teilweise deutlichen Prämienanpassungen geschockt hatten, geht der Trend so weiter. Rund 350.000 Immobilienkunden von der SV-Sparkassenversicherung aus Stuttgart haben bereits für 2014 einen "blauen" Brief erhalten und müssen im Schnitt fast 14 Prozent mehr Prämie zahlen. 20 Prozent teurer wird es für Immobilienkunden der R+V-Versicherung aus Wiesbaden - im Durchschnitt. Abweichungen nach oben sind durchaus möglich. "Jeder unserer Kunden erhält ein Angebot zur Fortsetzung des Vertrags", verspricht R+V-Sprecherin Brigitte Römstedt. Die Aktualisierung unseres Wohngebäudetests aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass weiterhin viele Versicherer die Prämien anheben.

Andere Versicherer drohen mit Kündigung, wenn der Kunde höhere Preise oder mehr Eigenbeteiligung nicht akzeptiert. Betroffen sind sogar Hausbesitzer, die lange Jahre keinen Schaden hatten. "Die Versicherer gehen teilweise mit dem Gießkannenprinzip vor, weil die Sparte stark im Minus ist", sagt Johannes Brück, Versicherungsmakler aus Düsseldorf. "Wer eine Änderungskündigung bekommt, sollte die dennoch nicht einfach abnicken", rät Brück. Oft sei besserer Schutz für weniger Geld möglich. Denn es gibt immer noch große Preisunterschiede und Wettbewerb am Markt.

Doch die Versicherer nehmen längst nicht mehr jeden. Dies zeigt ein Fall der Medien-Versicherung. Das günstige Angebot für Peter Römer (dessen Namen wir geändert haben) stand nur auf dem Papier. Nach genauer Betrachtung der Lage des Hauses, das an einem Waldrand steht, verweigerte der Anbieter den Versicherungsschutz. "Bei einem Brand braucht die Feuerwehr viel zu lange", so die Medien-Versicherung. Probleme haben auch Kunden, die in den vergangenen fünf Jahren ihrer Versicherung einen Schaden gemeldet haben, vor allem wenn es sich um einen Leitungswasserschaden handelt. Hier befürchten die Versicherer, dass weitere Schäden folgen. "Viele Versicherer wollen Gebäude, die über zehn Jahre alt sind, gar nicht mehr haben", sagt Versicherungsmakler Franz Leeb von Munich-Broker.de. Umso wichtiger ist es, Preise und Versicherungsbedingungen vergleichen zu können. ÖKO-TEST hat daher jetzt insgesamt 76 Tarife von 36 Versicherern und speziellen Konz

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Weitere Informationen

Zur Ermittlung der Gesamtnote haben wir durch einen Dipl.-Bausachverständigen des Verbandes der Bausachverständigen Deutschlands (VBD) in Hannover zunächst das Schadensrisiko abschätzen lassen. Es beläuft sich für Frost- und Bruchschäden an Armaturen auf jeweils 1.500 Euro, für Schadenabwendungs- und Minderungskosten und Verschmutzung durch Graffiti auf jeweils 5.000 Euro, für Ableitungsrohre auf dem Versicherungsgrundstück und Aufräumkosten für Bäume auf je 10.000 Euro, für Bewegungs- und Schutzkosten, Sachverständigenkosten und Überspannungsschäden auf je 20.000 Euro, für Hotelkosten auf 365 Tage je 100 Euro, für Aufräumungs- und Abbruchkosten, Mehrkosten durch behördliche Auflagen und Mehrkosten durch behördliche Auflagen beim Wiederaufbau mit Restwerten auf jeweils 40.000 Euro, für Dekontaminations- und Implosionsschäden auf 80.000 Euro, für Schäden, die ausdrücklich durch Rauch und Ruß verursacht werden, auf je 120.000 Euro, für Verpuffung auf 247.572 Euro, für Feuerschäden durch Nutzwärme, grobe Fahrlässigkeit (Herbeiführung) sowie grobe Fahrlässigkeit (Verletzung von Obliegenheitspflichten) auf jeweils 495.145 Euro. Rauch und Ruß wurden um eine Note abgewertet, wenn die Erstattung auf bestimmungswidrig aus Feuerungsanlagen oder sonstigen Anlagen ausgetretenem Rauch und Ruß beschränkt ist. Zur Ermittlung der Noten 1 (sehr hohe Leistung) bis 6 (sehr niedrige bzw. nicht versichert) wurde die Differenz zwischen sehr hoher Leistung (entspricht vollständiger Abdeckung des oben ermittelten Schadensrisikos) und nicht versichert jeweils in sechs gleich große Klassen geteilt. Risiken, die mit der Höhe der Versicherungssumme abgedeckt werden oder höher, werden in der Tabelle als "versichert" bezeichnet und gleich bewertet wie sehr hohe Leistungen. In die Gesamtnote flossen die Einzelnoten für die Leistungsbereiche gewichtet nach Schadensrisiko ein, zum Beispiel die Frostschäden an Armaturen zu 0,0629588784 Prozent und Verpuffung zu 10,3912579499 Prozent.
In die Gesamtnote mit Elementarschadenschutz flossen die Selbstbeteiligungen für die Bereiche Rückstau durch Überschwemmungen, Überschwemmungen, Erdrutsch, Erdfall, Erdbeben, Erdsenkung, Schneedruck Lawinen und Vulkanausbruch zu gleichen Teilen ein. Dabei sind wir davon ausgegangen, dass die Schadenhöhe durch Rückstau 40.000 Euro betragen kann, alle anderen Elementargefahren können zum Totalverlust des Hauses führen. Zur Bewertung wurde die Differenz zwischen 0,00 Euro und 5.000 Euro Selbstbeteiligung in jedem Bereich in drei gleich große Klassen geteilt (sehr niedrig bis mäßig). Eine darüber hinausgehende Selbstbeteiligung bis 29.999 Euro wurde mit "erhöht" (Note 4) bewertet, bis 34.999 Euro mit "hoch" (Note 5), ab 35.000 Euro mit "sehr hoch" (Note 6). Die Selbstbeteiligung für einen nicht versicherten Elementarschaden wird in der Tabelle als "sehr hoch" bezeichnet und bewertet. Für Überschwemmungen verschlechtert sich die Bewertung um eine Note, wenn Grundwasser, das über die Oberfläche in das Haus eindringt, als Ursache ausgeschlossen wird, außerdem wenn in Zürs 3 nur Starkregen versichert ist. Für Rückstau durch Überschwemmungen verschlechtert sich die Bewertung um eine Note, wenn eine Rückstauklappe erforderlich ist. Laut dem Verband der Bausachverständigen Deutschlands (VBD) gibt es einen versicherungstechnischen Unterschied zwischen Erdsenkung und Erdfall. Während sich bei einem Erdfall die gesamte Geländeoberfläche absenkt und in einem Loch verschwindet, senkt sich bei der Erdsenkung die Geländeoberfläche ungleichmäßig ab. Bei Tarifen, die dem Wortlaut nach die Erdsenkung nicht abgesichert haben, wurde die Selbstbeteiligung mit "sehr hoch" bewertet. Im Gegensatz dazu reicht eine Absicherung des milderen Naturereignisses Erdsenkung aus, um auch für Erdfall abgesichert zu sein. Zur Ermittlung des Preisniveaus wurde die Differenz zwischen höchstem und niedrigsten Jahresbeitrag im jeweiligen Modellfall in sechs gleich große Klassen geteilt.
Anforderungen an die Tarife: Versicherungsbeginn Januar 2015. Objekt Bauartklasse 1; festes Dach; Baujahr 1990; Wert 1914: 30.100 Mark; Immobilienart Einfamilienhaus/Reihenhaus selbstbewohnt ohne ELW, 2 Geschosse mit Keller, Dachgeschoss ausgebaut; Wohnfläche Dach 50 m²; Wohnfläche Obergeschoss: 70 m²; Wohnfläche Erdgeschoss: 70 m²; Wohnfläche Keller 60 m²; eine Wohneinheit, eine Garage; Eigentum seit 1990; keine Gewerbeunternehmen in der Nähe; in den vergangenen fünf Jahren kein Schaden; in den vergangenen fünf Jahren Vorversicherung; Jahresprämie (inklusive Versicherungssteuer für einen Einjahresvertrag); allgemeine Selbstbeteiligung bis 500 Euro (außer Elementarschadenschutz). Versicherungsumfang: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel, Unterversicherungsschutz vereinbart. Modellfälle B, D, F zusätzlich Elementarschadenschutz; als höchste Leistungen bei Hotelkosten gilt 100 Euro pro Tag/365 Tage = 36.500 Euro. Standorte der Musterimmobilien: 01127 Dresden, Wurzener Str. 21 (Zürs 3); 65931 Frankfurt, Saalfelderstr. 3 (Zürs 1); 81679 München, Thomas-Mann-Allee 2 (Zürs 2).
Die Preise für den Versicherungsbeginn 2015 wurden im Oktober 2014 durch eine Abfrage bei den Anbietern aktualisiert und verifiziert. Die Plausibilität der Anbieterangaben wurde anhand der mitgelieferten Bedingungen überprüft.